Venezuela: Nicolás Maduro – Potenzieller Nachfolger von Chávez?

avn

Datum: 11. Oktober 2012
Uhrzeit: 19:57 Uhr
Leserecho: 20 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Verlängerter Arm des 58-jährigen Staatsoberhauptes

Nicolás Maduro Moros, ehemaliger venezolanischer Außenminister, hat mit seiner Ernennung zum Vize-Präsidenten einen wichtigen Durchbruch in seiner politischen Karriere erreicht. Die Ernennung zum offiziell zweit wichtigsten Politiker in Venezuela kam allerdings nicht überraschend, der Name des stets diskret hinter seinem dicken Schnurrbart lächelnden ehemaligen Busfahrers wurde bereits seit Monaten gehandelt.

Maduro trat bereits kurz nach der Krebserkrankung von Präsident Hugo Chávez in das öffentliche Rampenlicht. Stets war er an der Seite seines bolivarischen Führers, wurde zum verlängerten Arm des 58-jährigen Staatsoberhauptes. Der 49-jährige Maduro konsolidierte das Bild des treuen Partners von Chávez und übernahm während dessen Rekonvaleszenz wichtige Aufgaben.

„Es war der wichtigste Sprecher von Chávez während dessen Erkrankung. Maduro erscheint nach außen gefestigt, ist charismatisch und absolut loyal zu seinem Chef“, analysiert Eduardo Gamarra, Professor für Lateinamerika-Studien an der Florida International University.

Während seiner Krebsbehandlung und Rekonvaleszenz auf Kuba war Maduro einer der wenigen Menschen, die Chávez in seiner Nähe duldete. Chávez, der in der Vergangenheit seine Minister oder Beamte des öfteren in der Öffentlichkeit barsch zurechtgewiesen hat, war zu Maduro stets freundlich und zeigte offen seine Zuneigung. Dabei machte er Witze über die „Busfahrerzeit“ von Maduro und ging mit ihm des öfteren zum Essen in ein Restaurant.

„Schauen Sie, wo Nicolás gearbeitet hat. Nicolás war ein Busfahrer in der Metro und es hat ihm viel Spaß gemacht, die Bourgeoisie durch die Gegend zu kutschieren“, gab der Präsident in spöttischem Ton kurz nach der Ankündigung und Ernennung von Maduro zum Vize-Präsidenten bekannt.

Maduro ersetzt Elias Jaua, der für die regierenden Partei als Kandidat für den Gouverneursposten im zentralen Bundesstaat Miranda kandidiert. Wie der Rest der Gruppe, die sich in unmittelbarer Umgebung von Chavez aufhält, besitzt der neue Vize-Präsident eine marxistisch-leninistische Ausbildung.

Nach Meinung des Soziologen David Smilde ist Maduro der potenzielle Nachfolger von Chávez, seine Ernennung habe viel mit der Erkrankung des Präsidenten zu tun. Der neue Vizepräsident sei eine der wenigen Personen, die die engen Beziehungen mit Kuba fortsetzen könnten und auch über den notwendigen Respekt und Rückhalt innerhalb der Reihen der Regierungspartei Partido Socialista Unido de Venezuela (PSUV) verfügen.

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  1. 1
    Annaconda

    Die „Bourgeoisie durch die Gegend gefahren“, so ein Schwachsinn kann ja nur wieder von Chavez kommen,glaubt der die „Bourgeosie“ kutschiert durch Caracas mit Bus oder Metro?.Die fährt wie er, in gepanzerten Luxusschlitten mit Chauffeur und Leibwächter durch die Metropole.Und kann mir mal einer erklären, was ist denn eine marxistisch-leninistische Ausbildung?

    • 1.1
      Helge

      Hallo Annaconda, ja, hier fragt man sich schon, ob noch alles klar ist…Das ist eben die Art von Sprüchen, von denen ich neulich schrieb. In diesem Fall zwar keine „Kalaschnikov-Rhetorik“, aber schon absolut sinnfrei. Wenn jetzt Maduro nun der exklusive Busfahrer irgendeines gemeinen „Chefausbeuters“ gewesen wäre, aber so… Wenn Chavez mal Zeit hat, kann er ja ein volkstümliches Buch mit hohem Erklärwert für’s Volk schreiben, Titel: „Die Bourgeosisie fährt Bus“. Da kann das Volk die „Bourgeoisie“ dann auch besser in der Metro oder im Bus erkennen, wenn sie dort wieder gewohnheitsmäßig arrogant, dummdreist und vorlaut herumlungert, Metro und Bus zu Sau macht, raubt und allen die besten Plätze wegschnappt…Was man eben so mach als Bourgeoisie, oder wie war das noch mal…;-)
      Ich muß jetzt mal überlegen, was das für die Leute waren, die sich so aufgeführt haben, als ich vergangenes Mal in nen Bus gestiegen bin, ich komm‘ grad nicht drauf…

      Und Annaconda, wenn Du wissen willst, was ungefähr eine „marxistisch-leninistische Ausbildung“ ist, googel mal nach dem Begriff, vielleicht zusammen mit „DDR“, da wirst Du schnell fündig. Mal kurz gesagt ist es eine Methode, aus Marx Murks, und aus Wissenschaft, historischer vor allem, Ideologie zu backen.
      Auf jeden Fall ist diese „Ausbildung“ ein Fach gewesen, mit dem im ganzen Ostblock alle, die irgendwie weitergehende Bildung erhielten, genervt wurden – und bestimmt auch immer noch die Studenten in Kuba.

      Man muß wirklich unterscheiden zwischen dem Original-Marx und dieser absichtsvollen Mixtur, für die sich Leute zu ihren Zwecken jeweils das herausgesucht haben, was ihnen gerade am besten passt, um es dann herzunehmen und zu behaupten: „Schaut her, wir sind die, die alles richtig durchschauen, wir kennen den Lauf der Geschichte, und selbst wenn wir Euch mal den Gefallen tun wollten dass wir nicht recht haben, ginge das nicht, weil wir HABEN Recht, es geht nicht anders, denn unsere historische Sichtweise ist den Naturgesetzen gleich, wissenschaftlich und somit unverrückbar richtig.“ Nun, und wenn man sowas hat, lässt es sich natürlich auch prima herumfabulieren, über die Bourgeoisie, das Proletariat und was es sonst noch so alles gibt, und solange man nicht aus dem Fenster guckt (oder eine Busfahrt macht;-) braucht man auch für lange Zeit gar nicht zu bemerken, dass man vor lauter Sektierei den Überblick verloren hat. Das hat in Ost- und Ostmitteleuropa ein paar Jahrzehnte funktioniert, danach war eben Ende Gelände.

      Trotzdem, mal ganz realistisch: Die Frage ist dennoch, inwieweit nun N. Maduro ganz streng bleiben würde beim Anwenden dieser „unverrückbaren Grundlagen“, oder sich mal doch noch an seine Busfahrerzeit erinnert, und somit doch ein bisschen mehr der Realität verpflicht wäre…
      Vielleicht ist es ja auch sowieso besser wenn der das Buch schreibt. Der Titel könnte dann stattdessen lauten: „Wie ich die Bourgeoisie aus der Metro vertrieb“

    • 2.1
      escéptico

      ¿Maduro kommt aus der DDR?
      Es wird ja immer interessanter.

    • 2.2
      Annaconda

      Ist mir unbekannt ,dass er in der DDR studiert hat?Soweit ich weiss ist der in den 80zigern im Kreis rumgefahren.Das war dialektischer Vehikulismus!

      • 2.2.1
        jose

        Guten Morgen, Annaconda
        sehr schön pariert! (Olivia)
        Wenn ich latina-press richtig gelesen habe, hat Chavez aber auch über seinen neuen Vize gewitzelt…….

      • 2.2.2
        Helge

        Hey, der war aber echt gut, der „dialektische Vehikulismus“, hahahahahahaa, ich liege flach…;-)))

    • 2.3
      Silvia W

      Sie leben nicht zufaelliger Weise in Chile im Exil???

    • 2.4
      Helge

      Ach Olivia, Du hast ja schon das Wichtigste erledigt. Nun ja, meine Interpretation teilst Du womöglich nicht, natürlich ist es auch zugespitzt und ein bisschen gemein, es war aber auch für die ziemlich „gemein“, um es mal vorsichtig auszudrücken, die miterleben mußten, wie unter Ausblendung einfachster Realitäten unter Anwendung des „Marxismus-Leninismus“ viele Länder den Bach runter gingen, und z.B. die DDR ganz verschwand.
      So war das nun mal, und die Leute hatten 1989 nicht von der DDR, aber DAVON die Schn…voll. Aber das ist eine andere Geschichte…

  2. 3
    Der Bettler

    Maduro hat keinelei Schulabschluß,und studiert hat er schon zwei mal nicht.In der Zeit als Metrofahrer hat er sich gewerkschaftlich betätigt,und das war er bis Chavez ihn gefunden hat. Ein würdiger Vize,aber wie der Herr so das Gscher. Passt prima in den Reigen der Intelegentspfosten!!

    • 3.1
      Helge

      Naja, ich würde das nicht von der formalen Warte aus betrachten. Guck mal, der Chinese, der gestern den Literaturnobelpreis erhalten hat, war nur 5 (fünf!) Jahre in der Schule. Das gibt’s auch andere Beispiele. Manchmal ist das sogar besser, weil die die Leute dann, wenn sie sich auf ihre eigene Weise Bildung aneignen, unkonventioneller an die Dinge herangehen.
      Deshalb würde ich nicht so gerne so argumentieren. Es gibt natürlich aber praktische Politk zu bewerten von Maduro, ok, meist ist er ja eher ausführendes Organ von Chavez gewesen, aber es gibt dennoch was zu sehen. Und was stellt man da fest?
      Und wie war das noch mit den schwulenfeindlichen Äußeungen, wiederholt vorgetragen von ihm…?
      Mal pointiert gesagt, von mir aus kann doch das ganze Land von organisierten Busfahrertrupps vom Lenkrad aus regiert werden, wenn sie es denn super machen würden, WENN… das ist doch der Punkt.

    • 3.2
      hugo

      wozu braucht man in der politik einen schulabschluß? geht auch ohne. der israelische außenminister war ehemals türsteher, der ex außenminister der brd j. fischer konnte auch keinen schulabschluß vorweisen und spielt heute den großen berater, indem er seine kontakte verkauft.

      • 3.2.1
        Silvia W

        Der israelische Aussenminister Avigdor Lieberman studierte Politikwissenschaft an der Hebraeischen Universitaet in Jerusalem!!

  3. 4
    Der Bettler

    Damit keine Beschwerden kommen. Berichtigung: Intelligentsbolzen

  4. 5
    Steffen

    Der Dicke ist nur ein Notnagel, während Jaua eurem Freund Radonski ein zweites Mal abwatscht =D

    • 5.1
      hombre

      Der verlängerte Arm des Staatsoberhauptes…hmmm, damit kann sich Hugo mit Maduro am A****(Allerwertesten) kratzen…

      das ist doch ein schöner Artikel, das mit der Intelligenz die sich jetzt aus VZ aus dem Staub macht, mangels Perspektivlosigkeit…

      Aber diese sozialistischen Fänchenschwinger sind ja immer noch da und frohlocken das „System Chavez“…

      Ich kapier nix mehr…Steffen, Olivia und Konsorten scheinen mit Intelligenz nichts am Hut zu haben und bleiben hier!? :))

  5. 6
    hombre

    Maduro passt Doch perfekt…wenn Hugo ins Gras beist springt Maduro sicher gleich hinterher, weil den Saustall den Hugo angerichtet hat für Maduro nicht einmal im Ansatz zu händeln ist…

    Neuwahlen… und dann die Abrissbirne an Hugos Mausoleum!!!

    • 6.1
      Annaconda

      Wenn sie Hugos Gebeine im Mausoleum bestatten,ist es dann ein Rattoleum?

  6. 7
    Der Bettler

    Ist dieses Riesenmonstrum schon eröffnet und ruht Bolivar schon drinnen.
    Habe nie mehr was darüber gehört,nur daß es 140 Millionen $ gekostet hat.
    Bin überzeugt daß H.C.auch seine Gebeine als Retter der Welt und vom
    Pabst heilig gesprochen dort betten will.Wie sagte Jesus: „selig die armen im Geiste“ dann mal einen Cuba drauf,bin noch immer im Schockzustand!

  7. 8
    Werner

    Wo denkst Du hin, Bettler. Das Teil ist dem sozialistischen Schlendrian zum Opfer gefallen. Sollte schon vor Monaten eröffnet werden. Grosses Maul vor den Wahlen- und wie bei allen Sozis und Linken nix dahinter. Ist nur ein weiteres Denkmal sozialistischer Planwirtschaft.

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