Proteste in Panama fordern mindestens ein Todesopfer

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Datum: 20. Oktober 2012
Uhrzeit: 11:16 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Demos gegen den Verkauf von staatseigenem Land

Hunderte Polizisten und Demonstranten haben sich in der panamesischen Hafenstadt Colón eine Straßenschlacht geliefert. Nach Angaben der Behörden kam dabei ein neunjähriger Junge ums Leben, mindestens acht Polizisten wurden durch Schüsse verletzt. Lokale Medien berichten von drei Todesopfern, dies wurde jedoch offiziell nicht bestätigt. Über die Stadt wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Die Demonstranten protestierten gegen den Verkauf von staatseigenem Land. Präsident Ricardo Martinelli hatte am Freitagmorgen (Ortszeit) ein von der Nationalversammlung gebilligtes Gesetz für rechtsgültig erklärt. Die Regierung argumentierte, dass der Verkauf dieser Grundstücke (Freihandelszone von Colón) Millionen von Dollar in die Kassen spüle.

Die Gegner der Vereinbarung befürchten indessen, dass die neue Gesetzgebung Arbeitsplätze kostet und das Einkommen reduziert. Mehr als 2.000 Unternehmen haben sich in der lukrativen Freihandelszone des Hafengebietes angesiedelt und bieten 30.000 Menschen Arbeit.

Nach dem neuen Gesetz werden 35% des erzielten Verkaufspreises in einen sozialen Fonds fließen, die übrigen 65% wird die Zentralregierung des zentralamerikanischen Landes erhalten. „Wir wollen nicht, dass dieses Land verkauft wird. Die Vermögenswerte gehören alleine der Stadt Colón und nicht der Regierung“, erklärte Felipe Cabezas, Leiter der „Breiten Bewegung von Colón.

Colón ist ein bedeutender Hafen und Handelsplatz sowie touristisches Ziel an den Kanalschleusen. 1953 wurde Colón zum Freihafen/Freihandelszone, der Hafen nimmt hier weltweit den zweiten Platz ein. Trotzdem erging es seit den späten 1960ern der Wirtschaft in Colón immer schlechter. Viele der traditionellen Jobs im Hafen fielen mit der Umstellung auf Frachtcontainer weg. Heutzutage liegt die Arbeitslosenrate bei über 40 %; die Armutsrate ist noch größer. Colón gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt und viele Reiseführer raten von einem Besuch der Stadt aus diesem Grund ab.

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