Haitis Kunst in Schutt und Asche

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Datum: 23. Februar 2010
Uhrzeit: 07:50 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Kunst ist die Seele von Haiti. Nach dem Erdbeben in Haiti sind nahezu alle Schauplätze und Rückzugsorte der Kulturszene vernichtet. Der Krisenstab, der im Auftrag des Internationalen Museumsbundes ICOM und in Vertretung von Blue Shield, der Dachorganisation für Kulturgutschutz, arbeitet, sorgt sich allerdings nicht nur um die Gebäude, sondern auch um die Zukunft der bedeutenden Kunstschätze und Bibliotheken Haitis.

Institutionell existiert die haitianische Kultur nicht mehr. Auch die Hälfte aller Bildungseinrichtungen sowie 60 Prozent der Kirchen sind zerstört oder nicht benutzbar. Die Nationalbibliothek, die Bibliothek der staatlichen Universität sowie die für ihre Manuskripte aus der Kolonialzeit berühmte Bibliothek Saint Martial wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Mitarbeiter der UN-Truppen versuchen von Haitis reichem künstlerischen Erbe zu retten was zu retten ist. Das Nader Art Museum in Port-au-Prince beherbergt mit 12.000 Exponaten wahrscheinlich die weltweit bedeutendste Privatsammlung der haitianischen Kunst. Das Museum liegt in Schutt und Asche. Seit dem Beben vor sechs Wochen hat das Galerie-Personal mit dem sorgfältigen Extrahieren der wichtigsten Werke aus den Trümmern begonnen. Hell-farbige Gemälde, viele gerissen und mit Staub beschmiert, sowie leere Holzrahmen werden auf Haufen gestapelt. Holz-und Metall-Skulpturen, einige mit fehlenden Armen und Beinen, bilden ein groteskes Spiegelbild zu den schrecklichen menschlichen Verletzungen, die durch das Erdbeben verursacht wurden.

Georges Nader Jr., 40, Sohn des Museums-Besitzers Georges S. Nader, teilte mit, dass die „Such und Rettungs Phase“ innerhalb des Museums fast vorbei sei. „Wir haben einen Monat nur gegraben und geborgen. Ich denke mit Restaurierungen werden wir rund 50 Prozent der Werke retten können, der Rest ist verloren. Unsere separate Nader Galerie im Bezirk Petionville überlebte das Beben. Über 95 Prozent der haitianischen Sammlung des Museums, darunter Werke von Hector Hyppolite (1894-1948) und Philo Obin (1892-1986), überstanden das Beben unversehrt, weil sie in einem vorderen Teil des eingestürzten Gebäudes untergebracht waren“,  teilte Nader mit. „Einige nicht einmal verkratzt,“ fügte er hinzu. Auf die Frage, ob die Sammlung versichert war,  lachte Nader trocken:“ Wenn ja, wäre ich nicht hier „.

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