Kuba: Weiterhin Sippenhaft für Andersdenkende

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Datum: 08. November 2012
Uhrzeit: 08:43 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Minderjährige gewürgt, geschlagen, verhaftet

Auf der Karibikinsel Kuba herrscht weiterhin Sippenhaft. Nach Berichten der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM werden immer wieder Angehörige von Regimekritikern und politischen Gefangenen terrorisiert und diskriminiert, um den Druck auf die eigentlichen Gegner des Regimes auszuüben. Jüngstes Beispiel ist demnach ein Übergriff auf die drei Kinder des Koordinators der oppositionellen „Patriotischen Union Kubas“ (UNPACU), José Daniel Ferrer. Die Kinder im Alter von sieben, neun und vierzehn Jahren sollen am vergangenen Sonntag gewaltsam von Polizisten aus einem Bus nach El Cobre (Santaigo de Cuba) gezerrt, beschimpft, misshandelt und schließlich kurzfristig festgenommen worden sein. Auch die elfjährige Daniela Garces, die bei ihnen war, wurde ebenfalls misshandelt.

Die IGFM kritisiert das gewaltsame Vorgehen der kubanischen Polizei gegen Minderjährige, das eine menschenrechtliche Katastrophe darstellt. „Raúl-Castro hat offensichtlich keinerlei Achtung vor den Rechten Minderjähriger, die von Polizisten misshandelt werden. „Sie riefen uns Obszönitäten zu und zerrten und gewaltsam aus dem Bus. … Wir wurden in einen Polizeibus gedrängt, eine Polizistin packte mich am Genick und würgte mich. Mein Bruder Daniel wurde mehrmals geschlagen“, zitiert die Organisation die vierzehnjährige Martha Beatriz Ferrer. Der neunjährige Daniel und die siebenjährige Fatima wurden nach Aussage von Martha Beatriz Ferrer gemeinsam mit ihrer Mutter Belkis Cantillo kurzzeitig festgenommen, sie selbst und Daniela Garces einfach an einer Busstation zurückgelassen.

Gefängnisse mit Afrokubanern überfüllt
Der Gründer der IGFM-Arbeitsgruppe auf Kuba, Dr. Darsi Ferrer, beklagte gemeinsam mit weiteren Menschenrechtsaktivisten am vergangenen Sonntag die Diskriminierung von Afrokubanern vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte. In den Gefängnissen herrsche eine „groteske Anhäufung“ von afrokubanischen Gefangenen, gegen die häufig völlig ungerechtfertigt vorgegangen würde. Dr. Darsi Ferrer, selbst Afrokubaner, musste als ehemaliger politischer Gefangener die Diskriminierung von Häftlingen mit dunkler Hautfarbe am eigenen Leib erfahren. Ende Juni 2012 emigrierte Ferrer mit seiner Familie in die USA, wo er politisches Asyl erhielt.

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