AF 445: Air France Maschine von Rio nach Paris muss in Marokko notlanden

Datum: 16. November 2012
Uhrzeit: 20:41 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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► Zwischenfall erinnert an verheerendes Unglück von AF 447 in 2009

Auf der Flugroute Rio de Janeiro – Paris hat es erneut einen Zwischenfall mit einer Maschine der französischen Fluggesellschaft Air France gegeben. Am Freitag (16.) musste Flug AF 445 auf dem Weg von der brasilianischen Metropole in die französische Hauptstadt aufgrund eines Triebwerksschadens in Casablanca in Marokko notlanden. Die 201 Passagiere wurden vom lokalen Bodenpersonal der Airline betreut und noch am gleichen Tag mit anderen Maschinen nach Frankreich gebracht.

Laut Air France soll es sich bei dem Zwischenfall um eine Fehlfunktion an einem der beiden Motoren des Airbus A 330 gehandelt haben, der Flug sei vollständig unter Kontrolle gewesen. Die Notlandung um 8:51 Uhr Ortszeit sei vom Piloten aus „reinen Sicherheitsgründen“ durchgeführt worden. Experten haben inzwischen die Suche nach der technischen Ursache der Fehlfunktion aufgenommen. Flug AF 445 war am Donnerstagabend vom Internationalen Flughafen Tom Jobim (Galeão) gestartet und wurde am Vormittag in Paris erwartet.

Der auf diesem Flug verwendete Airbus A 330 ist der identische Flugzeugtyp wie beim verheerenden Unglück von Flug AF 447 am 01. Juni 2009. Zudem handelt es sich um die selbige Strecke mit identischen Flugzeiten. Damals war die Maschine vor der brasilianischen Küste ins Meer gestürzt, alle 228 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben. Direkt nach der Tragödie hatte Air France die Flugnummer AF 447 auf AF 445 abgeändert.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Eine Notlandung liegt vor, wenn ein Flugzeug nicht mehr voll kontrollierbar oder nur noch für kurze Zeit flugfähig ist. Dies war hier nicht der Fall. Die Maschine hätte bequem ihr Ziel erreichen können. Vielmehr handelte es sich um eine Sicherheitslandung, die vorsorglich durchgeführt wurde, für den eventuellen Fall weiterer technischer Probleme, für die dann möglicherweise nicht mehr genügend Reserven vorhanden gewesen wären.

    Die Air France hat zwar in der Vergangenheit mehr Airbusse zerstört, als jede andere Airline und war zu Recht Gegenstand heftiger Kritik. In diesem Fall haben sie aber haben richtig und verantwortungsvoll gehandelt. Das sollte man auch anerkennen.

  2. 2
    Marc Zehnder

    Ob die Maschine ihr Ziel bequem hätte erreichen können, wissen wir als aussenstehnde nicht. Die Gesellschaft kommuniziert nur das, was Sie als notwendig erachtet. Angesichts dessen, dass Air France in den letzten Jahren und auch im 2012 einige Triebwerksprobleme hatte, lässt vermuten, dass des Images wegen nur halbwahrheiten in die Medien gelangen.

    • 2.1
      Martin Bauer

      Die Piloten (nicht die Air France) haben den Vorfall als „Sicherheitslandung“ deklariert, also sollte es kein grösseres Problem gegeben haben. Wenn doch, dann kriegen sie ganz böse eins auf die Mütze, auch von ihrem Arbeitgeber, und die Presse hat ein gefundenes Fressen.

      Sie haben aber z.T. Recht. Ich wollte eigentlich ausdrücken, es lag per Definition kein Notfall vor, der eine unverzügliche Landung erzwang. Hätte beispielsweise der Flug mit nur einem Triebwerk, ohne weitere nicht erwähnte Probleme, zu viel Sprit verbraucht, um das Ziel Paris noch zu erreichen, dann wäre auch dies noch in den Rahmen einer Sicherheitslandung gefallen und hätte gegenüber der Presse nicht erwähnt werden müssen. Auf dieser Route gelten einige Flughäfen Nordwest Afrikas als reguläre Alternative Airports, so dass die Spritreserven auch im Normalfall nicht über Paris hinaus reichen müssen, ausser für eine gewisse Holding Zeit. Der späteste Punkt der Entscheidung kommt ein gutes Stück nach Passieren der Kanaren. Aber auch danach bleiben noch zahllose Flughäfen in Portugal und Südfrankreich, falls wirklich ein Notfall eintritt.

      Wie dem auch sei, es bleibt den Piloten gar kein und der Airline nur sehr wenig Spielraum, etwas zu kommunizieren, das anschliessend durch Auswertung von Voice Recorder, Flight Recordern und Cockpit Kameras widerlegt werden kann. Eine Untersuchung durch offzizielle Stellen ist nämlich in einem solchen Fall unausweichlich. Nicht nur die Störungsursache des Triebwerks wird untersucht, sondern auch jedes gesprochene Wort, jede Entscheidung und Handlung der Piloten, nötigenfalls zurück bis zur Flugplanunung, Betankung und Beladung des Flugzeuges, sowie die einschlägigen Richtlinien und Trainingsverfahren der Airline und dem Flight Crew Operating Manual von Airbus.

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