Venezuela: Investmentbanken setzen auf Nicolás Maduro

Datum: 11. Dezember 2012
Uhrzeit: 08:47 Uhr
Leserecho: 17 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Gemäßigterer Ansatz als unter Hugo Chávez

Investmentbanken und internationale Finanzanalysten bezeichnen Vizepräsident und Außenminister Nicolás Maduro als wichtigsten Nachfolger des erkrankten Präsidenten Hugo Chávez. Bereits vor einer Woche hatte „Credit Suisse“, eines der grössten global tätigen Finanzdienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Zürich, seine Kunden über die Möglichkeit von neuen Präsidentschaftswahlen in Venezuela unterrichtet und Maduro dabei als reife Persönlichkeit bezeichnet.

Ähnliche Kommentare zu Gunsten des Vizepräsidenten sind nicht neu. Wegen der gesundheitlichen Probleme an der Spitze des Staates waren in diesem Jahr ständig Finanzanalysten nach Caracas gereist. Sie trafen sich mit Regierungsvertretern und verknüpften politische Analysen. Maduro wurde stets als Eckpfeiler in der Beziehung mit der kubanischen Regierung bezeichnet, aber mit einer weniger extrem radikalen Position.

„Wenn er (Nicolás Maduro) diese Regierung führen wird, können wir einen gemäßigteren Ansatz als unter Hugo Chávez erwarten“, lautete ein Bericht von „Barclays Capital“ in diesem Jahr. Das japanische Finanzunternehmen „Nomura“ äußerte sich in ähnlicher Weise. „Herr Maduro ist eine weniger polarisierende Figur innerhalb des Chavismus und er ist in der Lage, die verschiedenen vorherrschenden Ströme innerhalb des Regierungslagers schnell zu vereinen“.

Die Zeitung „Wall Street Journal“ hatte der mehrfachen wundersamen Genesung des bolivarischen Führers im Gegensatz zu verschiedenen linken Blättern offensichtlich nie getraut und bereits im Oktober darüber berichtet, dass Chávez nach seiner Wiederwahl Maduro zum Vizepräsidenten ernennen wird. „Er ist einer der sichtbarsten Vertreter der Anti-Washington-Außenpolitik von Chávez und wird von Washington pragmatischer als andere Figuren innerhalb der Regierung gesehen“.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    escéptico

    “Wenn er (Nicolás Maduro) diese Regierung führen wird, können wir einen gemäßigteren Ansatz als unter Hugo Chávez erwarten”
    dazu müsste er erst einmal die ausstehenden Wahlen gewinnen, wenn es dann soweit sein sollte
    wir sind doch hier nicht bei „wünsch dir was“

  2. 2
    hombre

    Jaja…die Banken sind excellente Analysten, siehe Weltfinanzkrise!!!

    Auf den Staatsbankrott von VZ sollte man eher Wetten…totsichere Sache!!!

  3. 3
    Der Bettler

    Das glaube ich auch. Um die drohende Pleite noch abzuwehren,ist ein
    fähiger Kopf nötig,und das ist der Hampelmann von Chavez mit Sicherheit
    nicht.

    • 3.1
      Martin Bauer

      Die drohende Pleite abwenden kann jeder, wenn er denn will. Das Potential Venezuelas ist überwältigend. Man muss nur aufhören, es systematisch auszurauben und freie Im-Exporte zu ermöglichen, also auch ungehinderten Zugang zu Devisen, Ausländische Investoren könnte man sich dann aus einer langen Warteschlange aussuchen, Wirtschaft und Infrasturktur würden sich blitzschnell erholen. Man muss nur alles von der Regierung fernhalten, was nach Sozialismus riecht.

      An Maduro ist das einzig reife sein Nachname. Der würde ratz-fatz zur Marionette von anderen Kräften, das ist er ja auch jetzt. Darauf spekuliert man wohl und formuliert dies lediglich diplomatisch.

      • 3.1.1
        hombre

        Das Zünglein an der Waage dürfte wohl eher die USA sein…! Würde Maduro Richtung Russland und China schielen, jagt er doch damit VZ in die Pleite denn in kürze dürften die Rohölanlagen vollends zum erliegen kommen, wenn er nur Kredittilgung betreibt…! So ist das wenn ein Trio aus Sozialisten zusammen Geschäfte macht…
        Warum sollte also die USA VZ mit guten Oelpreisen helfen, damit dadurch Russland und China mehr Weltmacht bekommen? nicht doch,oder?

  4. 4
    herbert merkelbach

    Ein Moratorium des venez. Staates zeichnet sich am Horizont ab. Mit oder ohne Chávez geht VZ keinen rosigen Zeiten entgegen. Die Auslandsschulden wachsen, Schwierigkeiten bei der Bezahlung der Importe, weniger Rohölexporte in Zukunft in die USA, keine oder fast keine ausländische Investitionen in VZ, ein immer stärker wachsendes Haushaltsdefizit, das nicht durch erhöhte Öllieferungen ausgeglichen werden kann. Hierzu kommt noch die voraussichtliche Abwertung des BF.
    Alles keine guten Indikatoren für eine gut funktionierende Wirtschaft.

  5. 5
    Flow

    Wie schätzen die regen Forumschreiber die Fähigkeiten von dem potenziellen Opposiotionskandidaten Capriles ein? Über ihn wird keine Silbe verloren, etwa weil er eh keine Chance hat? Ist das auch nur so ein Trainingsanzug tragender Korruptionslatino?

    • 5.1
      Martin Bauer

      Ich halte Capriles für fähig und für integer. Allerdings ist sein Umfeld, bzw. seine Hintermänner, zum Teil noch mit Vorstellungen aus der Feudalzeit und Leibeigenschaft behaftet. Er wird nicht so können, wie er möchte. Soziale Demokraten, die sich an der Neuzeit orientieren, sind in Venezuela zwar vorhanden, aber fern aller Machtstrukturen.

      Die nächste Regierung sollte sich mehr Europa annähern und von den USA etwas (nicht total) abrücken. Danach sieht es allerdings auch bei der Opposition nicht aus. Dennoch ist jede Alternative besser, als der Status-Quo.

  6. 6
    hombre

    Selbst wenn Capriles ein Gott wäre, ohne ausländische Hilfe wird es VZ genauso gehen wie Russland beim Fall des eisernen Vorhanges…
    Nur haben halt hier die Russen und Chinesen mit irrsinnigen Krediten bereits ihre Griffel drin, da wird kein Ami die Hand anlegen, denk ich!
    Wenn da ein Capriles nicht umgehend das Volk hinter sich vereint und diese ganzen Plünderer, sei es die Russen, Chinesen und Cavistas aus dem Land schmeist, dürfte VZ sich vergleichen mit Afrika…

  7. 7
    Martin Bauer

    Also, ich halte mich gewiss nicht für ein gott-ähnliches Wesen. Aber wenn ich Venezuela ab sofort zu managen hätte und mein Regierungsstab würde auf breiter Basis mitziehen, wäre es in kürzester Zeit saniert und ginge danach blühenden Zeiten entgegen. Das Potential ist da. Was fehlt, ist die ethische Einstelung im Lande. Jeder denkt nur an seine eigene Börse, der Rest ist ihm egal.

    • 7.1
      hugo

      ja, ja herr bauer for president. wie kann man nur so von sich überzeugt sein, alles zu können. kommt mir vor die zuschauer im fußballstadion. die sind auch immer alle besser als der schiedsrichter auf dem platz. zumindest mit der klappe.

      • 7.1.1
        Martin Bauer

        Babbel net! Ich kann gewiss nicht alles. Ein Land mit den grössten Mineralölvorkommen der Welt und einem breiten, wohlhabenden Mittelstand zu Reichtum und humanen Lebensbedingungen zu führen, kann jeder, der eine Bäckerei oder einen Klempnerbetrieb führen kann. Man muss ihn nur machen lassen.

        Wenn Sie sich das nicht zutrauen, sagt das auch was aus.

      • 7.1.2
        hugo

        herr bauer, große reden schwingen ist das eine und dies kann jeder. die realitäten vor ort sind das andere. sie schreiben ja…“mein Regierungsstab würde auf breiter Basis mitziehen“…genau dies müssten sie erst schaffen. sie würden dann schnell erkennen, dass politik ein sehr schmutziges geschäft ist und angelernte (wenn überhaupt) volks- und/oder betriebswirtschaftliche kenntnisse bei weitem nicht ausreichen ein marodes land aus der krise zu führen. schon gar nicht für alle – und genau an diesem punkt fangen die schwierigkeiten an.

      • 7.1.3
        Martin Bauer

        Erstens bin ich lange genug auf der Welt, um zu wissen, wovon ich rede. „Den Mund zu voll nehmen“ war noch niemals meine Devise.
        Zweitens, besser als dieser kriminelle Kommunistenhaufen, der jetzt an der Macht ist, kann es jeder Vollidiot machen.
        Aber seien Sie beruhigt! Ich habe mein Geschäft und keinerlei politische Ambitionen.

      • 7.1.4
        hugo

        obwohl sie schreiben, dass sie schon lange genug auf der welt sind, bin ich immer wieder über ihre despektierlichen pauschalierungen ganzer bevölkerungsteile überrascht. dies zeigt von wenig lebenserfahrung. wie wohl ich zugeben muß dass diese art der verächtlichmachung andersdenkender in dieser kommentarspalte zum guten ton gehört. leider.

      • 7.1.5
        Martin Bauer

        Wenn es die Kommunisten beim Andersdenken belassen würden, hätte wohl kaum jemand ein Problem mit ihnen. Aber einer Laus im Pelz, die Blut trinken will, kann man kaum mit Toleranz und Respekt begegnen.

  8. 8
    alexandro

    an den grossen Reflektor Hugo. Merken Sie eigentlich nicht, das Sie genau das tun was Sie anderen vorzuwerfen versuchen. auf den Innhalt des obigen Artikels gehen sie ja nicht ein. Leider hab ich mich mit diesem Beitrag auf Ihr Niveau begeben

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