Venezuela: Wahlkampf-Farce wird offensichtlich

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Datum: 12. Dezember 2012
Uhrzeit: 10:53 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Angesichts der „erneuten“ Krebserkrankung von Präsident Hugo Chávez wird das wahre Ausmaß der Wahlkampf-Farce vom vergangenen Oktober offensichtlich. Inzwischen dürfte selbst dem dümmsten Chávez-Wähler aufgefallen sein, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Weshalb sich ihr bolivarischer Führer einem in der Verfassung vorgeschriebenen Gesundheits-Check verweigerte, liegt auf der Hand.

In fast jedem anderen Land – Kuba, Iran und Nordkorea ausgeschlossen – wäre dies unmöglich gewesen. Man erinnere sich der Diskussionen angesichts des im Rollstuhl sitzenden amtierenden Bundesministers der Finanzen, Wolfgang Schäuble, in Deutschland. „Wir können keinen Kanzler im Rollstuhl präsentieren, er kann kein Kanzlerkandidat sein“, erklärte die CDU in Bezug auf die Kanzlerfrage.

Anders in Venezuela. Durch erneutes Aushebeln der Verfassung war es möglich, einen Schwerkranken zum Präsidenten zu wählen. Dass der 58-jährige kurz vor dem Wahlkampf vollkommen geheilt war und erst danach erneut an Krebs erkrankte, dürften wohl nur einige verblendete Linkspopulisten und Rote Fähnchenschwenker glauben. Nach seiner Operation auf Kuba muss befürchtet werden, dass er am 10. Januar 2013 irgendwie an der Vereidigung für eine weitere Amtszeit teilnehmen kann und danach „erneut“ erkrankt.

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  1. 1
    jose

    “Wir können keinen Kanzler im Rollstuhl präsentieren, er kann kein Kanzlerkandidat sein”, erklärte die CDU in Bezug auf die Kanzlerfrage.

    Wer hat das wann im Namen der CDU erklärt???
    Bitte dringend um Angabe der Quelle.
    Velen Dank im Voraus!

    • 1.1
      Ramon

      Diese „Aussage“ habe ich auch noch nie gehört. Außerdem wäre das gegen alle anti Diskriminierungsgesetze im Europa.

    • 1.2
      herbert merkelbach

      Diese sog. Aussage der CDU nicht in der Tat nicht gemacht worden. Jedoch hierzu ein Artikel des Spiegels online.de:
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17375684.html
      aus dem ich einen Paragraphen kopiert habe:
      August 1998 Ingeborg Schäuble löst mit einem Interview großen Wirbel aus: „Ich glaube im Übrigen, dass es nicht leicht wäre, der Öffentlichkeit das Bild eines Kanzlers im Rollstuhl zu vermitteln. Ich habe da sehr große Bedenken.“ Auf die Frage nach der Kanzlerschaft sagt sie: „Mir geht es wie meinem Mann. Ich hoffe, dass die Frage sich gar nicht erst stellt.“

      Es ist nur vorstellbar, das die CDU anlässlich der Bundestagswahlen im Jahre 1998 einen behinderten Kandidaten Schäuble insgeheim ablehnte, jedoch auf der anderen Seite Altkanzler Kohl seine Ambitionen durchgesetzt hatte und gegen Gerhard Schröder im Jahre 1998 zur Wahl antrat.

  2. 2
    Werner

    Jeder Mitteleuropäer im Alter von sechs Jahren kennt Google. Einfach die Suchfunktion benutzen. Da werden selbst Sie geholfen.

    • 2.1
      Alexander

      Mag ja sein, aber einen Menschen das Recht der Bekleidung eines öffentlichen Amtes auf Grund einer Einschränkung oder Behinderung zu verwehren würde eher ein Aufschrei der Entrüstung entfachen.

      Was soll überhaupt ein Gesundheitscheck? So kann man unliebsame Protagonisten austauschen, was ist, wenn jemand an HIV erkrankt ist oder regelmäßig zur Dialyse muss? Keiner diese Menschen hätte nach der hiesigen Auffassung das Recht zu kandidieren.

      Zu dem Zitat, das stammte von der Frau von Schäuble und nicht aus der CDU und es lautete, auch ein wenig anders: “ Ich glaube
      im übrigen, daß es nicht leicht wäre, der Öffentlichkeit das
      Bild eines Kanzlers im Rollstuhl zu vermitteln. “

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7959256.html

      Man sollte schon richtig recherchieren.

    • 2.2
      jose

      Vielen Dank für den heißen Tipp, Herr Werner!

      Weder google, bing, ixqwick noch metager kennen diese wörtlich zitierte Aussage der CDU.
      Da werde selbst ich leider überhaupt nicht geholfen.

      Vielleicht sollte ich mal im reichen Zitatenschatz des Freiherrn von und zu Guttenberg (bösartig manchmal auch Baron von Münchhausen genannt) suchen, aber der kannte ja auch jahrelang nicht die Bedeutung von Anführungszeichen.

  3. 3
    Robin

    Kann mir mal bitte jemand erklären, warum die Wahl in Venezuela nicht für ungültig erklärt wird und somit eine Neuwahl stattfindet? Es wird lamentiert, sich aufgeregt, aber niemand, noch nicht mal der Gegenkanidat Capriles ist dazu bereit. Im Gegenteil, er wünscht den Amtsantritt von einem Scheintoten. Ich verstehe das Land und die Leute überhaupt nicht mehr. Soviel Gehirnwäsche an einem Volk kann ich mir einfach nicht mehr erklären.
    Da ist es doch nun wirklich egal, was in Deutschland gesagt oder nicht gesagt wurde. Ich finde, es ist an der Zeit, das eigene Land erst mal wieder auf die Reihe zu bringen.

  4. 4
    Vinicius

    Der Journalist Hans-Peter Schütz hat ein Buch über Wolfgang Schäuble geschrieben und zitiert:.

    Gegen Schäuble gab es nach dem Attentat in der CDU massive Bedenken: „Wir können keinen Kanzler im Rollstuhl präsentieren, er kann kein Kanzlerkandidat sein.“

    Im übrigen geht es mir in meinem Artikel nicht um Herrn Schäuble sondern um Herrn Chavez, der Wahlbetrug begangen hat.

    • 4.1
      jose

      Danke für Ihre Antwort Vinicius Love.

      Mir ging es NUR darum die Quelle zu erfahren, aus der Sie das Zitat bzgl. Herrn Schäuble haben,
      keineswegs darum, von Herrn Chavez abzulenken.
      Und nichts lag mir ferner, als einen Forumswind auszulösen.
      Welches CDU-Mitglied auch immer gegenüber dem Autoren H.-P. Schütz diese Äußerung gemacht hat, so hat er diese sicherlich nicht öffentlich und nicht im Namen der CDU getan.
      Anderenfalls hätten hier nicht nur die Behindertenverbände einen Proteststurm entwickelt, sondern auch christliche Parteifreunde, von der Opposition ganz zu schweigen.
      http://www.perlentaucher.de/buch/hans-peter-schuetz/wolfgang-schaeuble.html
      s. SZ 18.09. 2012

      @Renate Lose
      Was ist so ungewöhnlich daran, nach der Quelle von Zitaten zu fragen?

  5. 5
    Renate Lose

    Daran müssen Sie sich gewöhnen, Vinicius. Nichts liegt dem linken Plunzenheimer näher, als von den Tatsachen abzulenken. Ja aber………..

  6. 6
    Martin Bauer

    Es gibt zahllose Berufe und Tätigkeiten, die nur von Personen ausgeübt werden dürfen, die den Nachweis erbracht haben, dass ihre körperliche und geistige Verfassung es ihnen dies ermöglicht, ohne erhöhte Gefahr für sich und andere. So kann nach meiner Ansicht ein Rollstuhlfahrer sehr gut Bundeskanzler oder Präsident eines jeden Landes sein – Franklin D. Roosevelt hat dies sehr deutlich bewiesen – aber unmöglich Pilot eines Verkehrs- oder Kampfflugzeuges. Eine an Altzheimer erkrankte Person wäre weder für das Eine noch das Andere denkbar. Eine Diskriminierung von Behinderten ist dabei so lange nicht gegeben, wie ein solcher Ausschluss nur den oben erwähnten Sicherheitsbelangen dient, nicht aber nur als Vorwand, um eine ungeliebte Person abzuschieben.

    Die Situation im Falle des Hugo Chávez ist natürlich ganz extrem. Er kann seinen Pflichten aus mehreren Gründen nicht nachkommen:
    1 – Offensichtsichtle geistige Unzurechnungsfähigkeit und Paranoia, die sich anhand von zahllosen Zitaten und Taten des Präsidenten zweifelsfrei belegen lassen, ohne dass man dazu mediziner sein muss.
    2 – Schwere Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium, deren Forlgen und zahlreiche Behandlungen im Ausland ihn in der Vergangenheit mehrfach daran hinderte, seine Amtsgeschäfte auszuüben. So steht es auch momentan.

    Dass darüber hinaus zahlreiche ihm vorgeworfene Kapitalverbrechen, von Millardenraub, über Mordbefehle, bis hin zu Hochverrat, nur deshalb nicht zur Anklage kommen, weil er selber die Gerichte kontrolliert und dominiert, so dass so gut wie jeder ihm nicht gewogene Jurist seinen Beruf nicht ausüben darf, sondern von Jobs wie Taxifahren lebt oder ins Auslnad geflohen ist, kommt erschwerend hinzu. Wäre Chávez heute „gesundgeschrieben“, also physisch wie psychisch fähig, das Amt des Präsidenten auszuüben, so müsste doch die Justitz ihn erst mal aburteilen, was hoch wahrscheinlich lebenslängliche Haft für ihn zu Folge hätte.

  7. 7
    Annaconda

    Die Wahlkampffarce war uns immer offensichtlich ,schon die auf Oktober vorgezogene Präsidentschaftswahl,hatte nur eine Logik.Nämlich, dass Chavez und sein Wahlkampfteam sich klar waren,dass die Lage sich für ihn gesundheitlich verschlechtern würde bis im Dezember.Alles andere waren nur Lügen,Propaganda und zweifelhafte illegale Manöver zum Zweck des Machterhalts.

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