Blumenau: Fachwerk unter Palmen

Blumenau

Datum: 04. März 2010
Uhrzeit: 09:43 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Stadt Blumenau wurde am 2. September 1850 von deutschen Einwanderern unter der Leitung von Bruno Otto Blumenau gegründet und ist mit ihren Spitzdächern, der Küche und den gepflegten Gärten der Inbegriff der deutschen Besiedlung Brasiliens. Die Stadt liegt am Fluss  Itajaí-Açu, 140km von Florianópolis entfernt und ist seit 1960 auch ein wichtiges touristisches Ziel im Süden Brasiliens.

Ungefähr in den ersten 100 Jahren nach der Gründung der Kolonie war Deutsch die vorherrschende Sprache in Blumenau. Sie wurde zunächst als einzige Sprache verwendet, da die ersten Kolonisten ausschließlich aus Deutschland kamen. Mit zunehmender Einwanderung aus anderen europäischen Ländern und brasilianischer Binnenwanderung wurden in Blumenau auch andere Sprachen (insbesondere Italienisch und Polnisch) gesprochen.

Tradition wird in Blumenau groß geschrieben. Die Stadt hat 34 Schützenvereine. Die „Schützenvereine“, wie sie in der Deutschen Sprache genannt werden, sind ein Erbe der deutschen Einwanderer, welche diese Ideen mit nach Brasilien brachten. Heute sind die Enkel und Urenkel der Immigranten Mitglieder der zahlreichen Schützenvereine und halten so die Tradition aufrecht welche 1850 begann. Alljährlich findet ein grosses Schützenfest statt, wo der beste Schütze zum „Rei do Tiro“ (Schützenkönig) gekrönt wird. Immer im Monat Juni treffen sich die Liebhaber Italienischer Musik, Gastronomie und Lebensfreude in Blumenau. Das  Ereignis, veranstaltet von der Stadt, gilt als grösstes italienisches Fest in Südbrasilien. Das Fest bewahrt eine Tradition, welche vor 125 Jahren mit der Ankunft der ersten italienischen Einwanderer begann.

Die Hauptatraktion findet jedoch im Oktober jeden Jahres statt. O´zapft” wird  pünktlich am 1. Oktober: Das grösste deutsche Volksfest des amerikanischen Kontinents findet traditionell vom 1. bis zum 18. Oktober im südbrasilianischen Blumenau statt. 1984 wurde in Anlehnung an das Münchner Original das erste Oktoberfest in Blumenau abgehalten. Anlass hierfür war der Bedarf an Finanzmitteln für die notwendigen Wiederaufbaumaßnahmen nach der großen Überschwemmung 1983. Schon in der dritten Ausgabe wurde es notwendig einen dritten Pavillion zu bauen, welcher die Besucherströme aus ganz Brasilien und auch aus den Nachbarländern Argentinien und Uruguay aufnehmen konnte.

Seit 1987 ist das Oktoberfest zu einer festen Instanz geworden. Besucher aus der ganzen Welt, angezogen durch die Schönheit der Landschaft im „Vale do Itajai“, die Fröhlichkeit der Menschen und natürlich durch das Bier, welches die Besucher 18 Tage lang in seinen Bann zieht. In den letzten Jahren hat sich das Fest mit über 690.000 Besuchern als das nach dem Karneval in Rio zweitgrößte Volksfest Brasiliens etabliert.

Blumenau ist eine Reise wert. Eigenschaften wie Gastfreundschaft, herausragende Architektur, Bräuche und Traditionen sowie die deutsche Gastronomie, die grosse Auswahl an Textilprodukten und Glasbläsereien haben das Interesse und den Bekanntheitsgrad der Stadt auch in Deutschland gesteigert.

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