Starkes Erdbeben in Chile fordert mindestens 130 Todesopfer

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Datum: 27. Februar 2010
Uhrzeit: 08:00 Uhr
Ressorts: Chile, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8.8 auf der Richterskala sind in Chile nach ersten Angaben der Regierung in Santiago mindestens 130 Menschen ums Leben gekommen. Präsidentin Michelle Bachelet rief in denRegionen Maule und Araucania den Notstand aus. Für die gesamte Pazifikküste (52 Länder) wurde Tsunami-Alarm ausgelöst. Alle Kommerzielle Flüge von und nach Santiago de Chile wurden nach dem Erdbeben ausgesetzt. Das Unternehmen richtete eine Telefonlinie ein, die über die Entwicklungen der momentanen Situation informiert: 0810-9999-526

Laut Angaben aus Regierungskreisen sind von dem schweren Erdbeben ebenfalls Argentinien,Peru, Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica und Teile der Antarktis betroffen. Die Stärke des Bebens wurde von der U. S. Geological Survey (USGS) auf 8.8 hochgestuft. Zunächst war von 8.3, später von 8.5 die Rede gewesen. Nach Angaben der Seismologen lag das Epizentrum des Bebens 115 Kilometer vor der Küstenstadt Concepción im Pazifik. Das Beben ereignete sich um 3.34 Uhr Ortszeit -06.34 GMT- in 59.4 Kilometern Tiefe in der Región del Maule.

In weiten Teilen des Landes fiel während des rund 1-minütigen Bebens teilweise der Strom aus, die Hauptstadt Santiago lag im Dunkeln. Auch die Versorgung mit Wasser und Erdgas sowie die Telefonverbindungen waren gestört. Die Menschen rannten in Panik aus ihren Behausungen. Polizei und Sicherheitskräfte patrouillieren durch die Strassen. In mehreren Bezirken der Stadt brachen Feuer aus, die U-Bahn-Station bleibt geschlossen. Hunderte von Bussen sind nicht einsatzfähig, da eine Brücke vor dem Hauptterminal zusammenstürzte.

Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet bestätigte soeben den Tod von 130 Menschen, teilte gleichzeitig mit, dass sich die Zahl der Opfer in den nächsten Stunden noch erhöhen wird. Darüber hinaus melden die Behörden weitere Opfer in der Region Araucania. In weiten Teilen des Landes stürzten Häuser ein, Opfer werden unter den Trümmern vermutet. Mehrere Kupfer-Minen sind ebenfalls von dem Beben betroffen. Teile der Eingänge stürzten zusammen, viele Zufahrtsstrassen sind unpassierbar.

„Kein Zweifel, bei einem Erdbeben dieser Art und in dieser Größenordnung können wir nicht ausschließen, dass es möglicherweise noch weitere Todesfälle und Verletzte gibt“, fügte die Präsident hinzu und rief umgehend eine Dringlichkeitssitzung ein. Bachelet gab des weiteren bekannt, dass die Isla Robinson Crusoe, Teil des Juan Fernandez Archipels, von einer Riesen-Welle überflutet wurde. Ein genaues Ausmass der Schäden liegt jedoch noch nicht vor.

„Es war ein Tsunami, ein großer Teil der Welle bewegte sich mitten durch die Stadt“, teilte die Präsidentin nach einem Treffen des Krisenstabes mit. „Die Bevölkerung der Insel flüchtete und wurde in höherliegende Gebiete evakuiert. Eine genaue Zahl der Opfer oder materielle Schäden liegt noch nicht vor“.

Die Regierung in Argentinien meldet ebenfalls leichte Schäden an mehreren Hochhäusern in Buenos Aires. Augenzeugen berichteten von schwankenden Gebäuden in der argentinischen Hauptstadt. Viele Menschen rannten schreiend durch die Strassen, die Notrufzentrale brach unter der Last der Anrufe zusammen. Gemäss Angaben des U. S. Geological Survey (USGS) war dabei in der Provinz Mendoza das Beben am stärksten zu spüren.

Ein Erdbeben der Stärke 4,2 auf der Richterskala erschütterte die peruanische Stadt Ica, an der zentralen Küste des Landes und etwa 300 Kilometer südlich von Lima. Bisher wurden keine Personen-oder Sachschäden registriert.

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