Streit um die Malvinas: Argentinien schaltet Anzeige im „Guardian“

arg

Datum: 03. Januar 2013
Uhrzeit: 12:40 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Unverhohlener Akt des Kolonialismus des 19. Jahrhunderts

Durch das Einrichten eines Flottenstützpunkts am 3. Januar 1833 hat Großbritannien die Kontrolle über die Falklandinseln erhalten. 180 Jahre nach dem von Argentinien als unverhohlener Akt des Kolonialismus bezeichneten historischen Tag hat die argentinische Präsidentin Christina Fernández de Kirchner eine Anzeige in der Zeitung „The Guardian“ geschaltet und in dem Offenen Brief an Premierminister David Cameron Gespräche über die Rückgabe der Inseln im Südatlantik an Argentinien gefordert.

arg

In dem Schreiben wandte sich Kirchner direkt an Cameron und setzte als weiteren Empfänger UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in den Briefkopf. „Vor exakt 180 Jahren, am 3. Januar, hat Großbritannien in einem unverhohlenen Akt des Kolonialismus des 19. Jahrhunderts Argentinien die Malvinas gewaltsam entrissen. Diese befinden sich 14.000 Kilometer (8.700 Meilen) von London entfernt“, schreibt das Staatsoberhaupt.

Inzwischen hat „The Guardian“ den Brief als „bösartigen Angriff“ bezeichnet und erklärt, dass die argentinische Regierung „das Rennen neu startet“. Weniger glimpflich titelt die britische Zeitung „The Telegraph“ und bezeichnet die Forderungen von Kirchner als wahnhaft, beleidigend und voll von historischen Unwahrheiten. „Cristina Kirchner ist eine zunehmend unpopuläre Figur, deren Regierung vor dem Zusammenbruch steht und sich einer täglich wachsenden internationalen Isolation ausgesetzt sieht. Das ganze ist ein pathetischer Akt der Verzweiflung“ so die Zeitung.

Die Falklandinseln (Islas Malvinas) sind eine Inselgruppe im südlichen Atlantik. Sie gehören geographisch zu Südamerika und liegen 395 Kilometer östlich von Südargentinien und Feuerland. Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet mit innerer Autonomie. Das Vereinigte Königreich übernimmt Verteidigung und Außenpolitik. Seit 1833 werden sie von Argentinien beansprucht.

Die militärische Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falklandkrieg aus: Großbritannien reagierte und landete sieben Wochen später mit Truppen auf den Inseln. Nach kurzen, aber blutigen Kämpfen konnten die britischen Truppen Argentinien am 14. Juni 1982 zur Aufgabe bewegen. Es fielen ca. 900 Soldaten, davon 649 Argentinier.

Im letzten Jahrzehnt hatte sich der latente Konflikt zwar in der allgemeinen Wahrnehmung etwas entspannt. Seitdem hier 60 Milliarden Barrel Öl vermutet werden, haben sich aber viele lateinamerikanische Regierungen mit Argentinien solidarisiert. Argentinien erneuert jedes Jahr seinen Anspruch auf die Inseln, Großbritannien wies bisher alle Forderungen nach Verhandlungen über eine Souveränität der rund 3.000 Bewohner der Inselgruppe ab.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: Divulgação

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    herbert merkelbach

    Das Moratorium vor Augen ist es natürlich, dass Frau Kirchner jetzt die Erdölvorkommen der Falklandinseln ausplündern möchte. Nur, einen militärischen Einsatz wie im Jahre 1982, kann sie sich auch finanziell zur Zeit nicht leisten. Dass Hugo ihr einmal Unterstützung zugesagt hat, kann man auch vergessen. In Bezug auf die anderen südamerikanischen Ländern wird sie auch nicht mehr als Lippenbekenntnisse erhalten.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!