Internationaler Agrarministergipfel: 80 Staaten bekennen sich zum entschlossenen Kampf gegen den Hunger

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Datum: 21. Januar 2013
Uhrzeit: 09:28 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Landwirtschaft Schlüssel zur Lösung des Problems

Zum Abschluss des 5. Internationalen Agrarministergipfels am Samstag (19.) in Berlin haben sich Minister aus rund 80 Staaten der Welt zu einem entschlossenen Kampf gegen den Hunger bekannt und eine deutliche Steigerung der Investitionen in die Land- und Ernährungswirtschaft besonders in Entwicklungsländern gefordert. Die rund 80 teilnehmenden Staaten, darunter Brasilien, die Dominikanische Republik und Ecuador, präsentieren insgesamt knapp fünf Milliarden Einwohner und damit etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung . Die Teilnehmer betonten im Abschlusskommuniqué des Gipfels die besondere Bedeutung von verantwortungsvollen öffentlichen und privaten Investitionen in die Landwirtschaft.

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Als Initiatorin und Leiterin des Gipfeltreffens erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner: „Hunger herrscht vor allem in ländlichen Regionen, und viele der Betroffenen sind Kleinbauern. Deswegen müssen wir bei der Landwirtschaft ansetzen – sie ist der Schlüssel zur Lösung des Problems. Nahrungsmittel müssen vor allem dort produziert werden, wo man sie braucht. Unser Ziel ist es, das vorhandene Agrarpotenzial weltweit nachhaltig zu nutzen, Reserven zu erschließen und gleichzeitig den Umwelt- und Klimaschutz zu berücksichtigen. Dazu bedarf es einer deutlichen Steigerung von verantwortungsvollen Investitionen in den Agrarbereich. Entscheidend dabei ist, dass bestimmte Kriterien berücksichtigt werden müssen, wie der Schutz von Klima und Umwelt sowie die Einhaltung der Menschenrechte und sozialer Standards. Und alle Investitionen müssen transparent sein.“

Die teilnehmenden Staaten, die auf Regierungsebene vertreten waren, sowie die hochrangig vertretenen internationalen Organisation erklärten bei der Konferenz im Auswärtigen Amt, dass der Kapitalbedarf zur Entwicklung einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft für die Welternährung zwar groß sei, dass aber im Grundsatz das notwendige Kapital hierzu vorhanden sei. Daher bedürfe es insbesondere der passenden Rahmenbedingungen und Instrumente, um Kapital in den ländlichen Raum zu lenken, es dort gezielt einzusetzen und dabei auf die Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen. Voraussetzungen dafür seien politische Stabilität und die Entschlossenheit, der Landwirtschaft den entsprechenden Stellenwert einzuräumen. So können verantwortungsvolle Investitionen letztlich einen wichtigen Beitrag leisten zur sozialen Stabilität, Konfliktbekämpfung und Friedenssicherung.

„Die Kleinbauern sind ein Schlüssel zur Lösung vieler Ernährungsprobleme. Können sie erfolgreich wirtschaften, produzieren sie nicht nur dringend benötigte Lebensmittel, sondern sorgen auch für neue Arbeitsplätze und für Wertschöpfung in schlecht entwickelten Regionen“, sagte Aigner. Kleinbauern, Frauen und lokale Gemeinschaften seien die tragenden Säulen für die Agrarerzeugung im ländlichen Raum in Entwicklungsländern. Ihnen fehle es häufig nicht nur an Kapital, Wissen und Technik. Hinzu komme, dass auch ihre Rechtsstellung häufig schwach sei. „Daher müssen sie in den Mittelpunkt der Strategie zur Steigerung von verantwortungsvollen Investitionen gerückt werden.“

Das Abschlusskommuniqué zum 5. Berliner Agrarministergipfel wurde am Samstag von Bundesministerin Aigner an den Vorsitzenden des Ausschusses für Welternährungssicherung der Vereinten Nationen, Herrn Yaya Olaniran, übergeben. Aigner erklärte dabei: „Wir sind uns einig: Der Kampf gegen den Hunger muss noch entschlossener geführt werden. Das Menschenrecht auf Nahrung darf nicht nur auf dem Papier stehen. Die Staatengemeinschaft, der Privatsektor und die Zivilgesellschaft sind gefordert, die Erarbeitung von freiwilligen Prinzipien für verantwortungsvolle Agrarinvestitionen insbesondere im Rahmen des UN-Welternährungsausschusses zu unterstützen und sich aktiv an dem Prozess zu beteiligen. Mit dem heutigen Gipfel haben wir hier einen wichtigen Impuls gesetzt. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung können wir diese globalen Herausforderungen bewältigen.“

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