Venezuela: Der Kampf um Milch und Zucker

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Datum: 02. Februar 2013
Uhrzeit: 16:28 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 10 Kommentare
Autor: Vinicius Love (Leser)
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Der Mangel an Produkten in den Regalen der Lebensmittelmärkte in Venezuela verärgert zunehmend die Bevölkerung. Die Regierung reagiert mit seit Jahren gleichlautenden Phrasen und macht für die taumelnde Wirtschaft einmal mehr die Oligarchie verantwortlich.

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„Das Problem ist schrecklich. In den Supermärkten des Landes kämpfen Menschen für ein Stück Huhn oder einen Sack Mehl. Dieses Szenen erinnern an ein Kriegszenario, als sich die Bevölkerung um abgeworfene Lebensmittelpakete aus einem Flugzeug prügelte“, beklagt sich Roberto León Parilli, Präsident des Nationalen Verbraucherverbandes im Interview mit „El Nuevo Herald“.

Schwierigkeiten bei der Lebensmittelbeschaffung/Bereitstellung in den Geschäften ist ein chronisches Problem des Bolivarischen Modells, hat sich seit Dezember 2012 intensiviert und den Höchststand seit 2008 erreicht. Diese Fakten werden von der linkspopulistischen Regierung verleugnet, die Reaktion ist immer die gleiche: Unternehmen werden der Hortung von Produkten beschuldigt, Umsturzpläne unter das Volk gestreut.

„Die Bourgeoisie versucht mit dem Hunger der Menschen zu spielen“, so die Reaktion auf die zunehmenden Verknappung durch Vizepräsident Nicolas Maduro. Im Eifer des Gefechtes wurden beim Getränkehersteller Pepsi Tonnen von Rohrzucker beschlagnahmt, die mit dem Zuckermangel in den Lebensmittelmärkten nicht das geringste zu tun haben. Selbstverständlich müssen auch die Medien herhalten und werden der Aussaat von Panik unter den Menschen beschuldigt.

Seit der bolivarische Führer abgetaucht ist (10. Dezember) wird die Misere immer deutlicher. Er hat seit 1999 die Verfassung in seinem ihm üblichen diktatorischen Sinn geändert, die Wirtschaft mit abenteuerlichen Geschenken und Überweisungen an „befreundete“ Staaten ruiniert. Dass die Chinesen der Regierung im Dezember keine neue Kredidlinie eingeräumt haben, spricht Bände.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    VE-GE

    Genau so ist es und anstatt sich um die probleme des Landes zu kuemmern wird nur zwischen Caracas und Cuba hin und her geflogen und das Geld mit vollen Haenden zum Fenster hinaus geworfen! Scheiss Rote Bande.

  2. 2
    margarta

    Viva la revolution…..Sozialismo, patria o muerte….

    Vor Hunger, wenn sich die Situation nicht bald ändert !!!

    Viele stellen Ihre Produktion ein, auch wir, da das Grundmaterial nicht mehr vorhanden ist….aber eins steht fest, die Ärmsten wird es bald ganz hart treffen.

    Saludos de Venezuela

  3. 3
    VE-GE

    Das hoffe ich dann wachen diese hoffentlich mal auf !

  4. 4
    herbert merkelbach

    Es ist beschämend, dass ein solches Land wie VZ durch eine Clique von „Traumtänzern“ in Regierung und wahrscheinlich auch in der übrigen Administration vollkommen platt gemacht wird. Das Schlimme in der jetzigen Situation ist, dass es keinen Entscheidungsträger gibt. Die dringenden ökonomischen Probleme werden einfach nicht angepackt und versucht, eine Lösung zu finden. Ich möchte es nicht hoffen aber es könnte Zoff geben, wenn die Ärmsten, die treuesten Chavisten, nichts mehr zu knabbern haben.

  5. 5
    Steffen

    Es ist eine allgemeine Tatsache, dass über die Hälfte des venezolanischen Volkes in den staatlich subventionierten Lebensmittelmärkten einkauft.
    Jedoch sind die Preise in diesen Einkaufsmärkten so extrem niedrig, dass krimminelle Elemente dies zu ihrer persönlichen Bereicherung ausnutzen und viele Produkte massenhaft wegkaufen und dann den privaten Lebensmittelmärkten zur Verfügung stellen, wo diese Waren dann wieder teurer verkauft werden.
    Und hier muss die Regierung aktiv werden und entweder den Verkauf in den staatlichen Märkten durch elektronische „Kredit-Karten“ überwachen oder die privaten Lebensmittelmärkte, ihre Händler und Zwischenhändler besser kontrollieren und ein transparentes, zurückverfolgbares System der Zuliefererketten schaffen.

    • 5.1
      Mango

      Du bist ein Allwissender: In den staatlich subentionierten Lebensmittelmärkte, sitzen alles Rothemden, und wenn was zu haben ist bekommst du pro Person nur 2 Päcken. Z. B. nur 2 Kilo Maismehl, 2 Kilo Zucker usw. sofern was vorhanden ist. Aber die meiste Zeit sind auch dort die Regale leer. Die En gros Händler, auf die ich angewießen bin, verkaufen schon wochenweise keine 10er oder 12er Packungen Maismehl, Reis, Zucker,Weizenmehl, Milch usw. (die Liste wäre noch lang ),denn täglich bekommen sie Besuch der Berhörde, die dann , die im Verhältniss kleinen 10er Packungen, beschlagnahmen, und wie ich erfahren habe dann auf eigene Rechnung verkaufen.

    • 5.2
      Mango

      Steffen ! Sicher warst du schon X mal hier in Venezuela, aber nur mit dem Finger aud der Landkarte, ansonsten würdest du nicht so eine Schei…e schreiben.

  6. 6
    margarta

    @Steffen, du wirst es nie kapieren, was hier abläuft, bzw. abgelaufen ist, denn wir sind fast am Ende des Weges angekommen !!!
    Wenn keine neuen Kredite aus China kommen, dann ist Venezuela zahlungsunfähig…..es wurde versäumt funktionierende Produktionen aufzubauen, stattdessen wurden diese enteignet und ausgeblutet, den Preis für diese Misswirtschaft werden wir bald bezahlen müssen. Aber die Verantwortlichen werden dann schon längst Ihr Luxusleben in anderen Teilen der Erde fortsetzen.

    Du musst jetzt endlich mal ehrlich zu Dir selbst sein, der Sozialismus hat auch hier versagt, weil wie überall ein ganz wichtiger Faktor übersehen wurde…..und von diesem Faktor hat damals schon Marx gesprochen : Der Mensch und dessen Egoismus !!

    Aber was wirklich hart werden wird : danach muss der ganze Dreck weggeräumt und wieder aufgebaut werden, die Deutschen haben es damals sehr erfolgreich hingekriegt, weil sie von Fleiß, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Intelligenz getrieben wurden….alles Faktoren, die bei den Venezolanern nur sehr begrenzt vorhanden sind.

    • 6.1
      Steffen

      Junge, dir scheint nicht bewusst zu sein, wie wichtig Erdöl ist.
      Und Venezuela hat die größten Erdölvorkommen der Welt.
      Und wenn das Land um die 15 bis 20% des BIP Schulden hat, dann ist das verschwindend gering.

      PS: Die Schulden werden nur für den Wohnungsbau gebraucht und ist zeitlich begrenzt.

  7. 7
    VE-GE

    Steffen@…..Du redest so einen Scheiss das es einem wirklich schlecht werden kann.

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