Haiti: Ein Mensch ohne Träume geht zu Grunde

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Datum: 04. Februar 2013
Uhrzeit: 09:26 Uhr
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Autor: Otto Hegnauer
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Der Mensch ohne Träume geht zugrunde, habe ich in der Migros-Pensionierten-Zeitung frech behauptet. Träume sind nicht nur erlaubt, sondern lebensnotwendig, und auch ich habe die meinen. Und die grossen Habenden lesen ja zuweilen auch meine Pamphlete, meine Ideen und so auch meine Träume. Mein jüngster Traum ist bereits bei der Stiftung 3hf platziert und umfasst Kampf gegen Kindersklaverei bis zu Leben durch Selbsthilfe und Schaffung und Bebauung neuen Erdreichs.

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Aber nein keine Angst, ich habe es schon am Südwestfunk gesagt: ich bin kein Deserteur. Unser Hauptprojekt ist und bleibt ESMONO, ESMONO blüht und wird weiter blühen. Dafür tue und gebe ich weiterhin alles. Der neue Traum ist kein Projekt, denn dafür wäre „meine Wenigkeit“ weit überfordert, aber er zeigt Möglichkeiten, mit Hilfe fähiger Kräfte ein Modellbeispiel zu schaffen und nachgeahmt zu werden, um gegen die Kindersklaverei anzutreten, die mir fast unausrottbar scheint (Moderne Sklaverei, nicht nur in Haïti) .

Also ich träume einen neuen Traum, und Träumen ist ja erlaubt. Der ist ZUSÄTZLICH, weil ESMONO so schön Erfolg hat. Wer weiss, vielleicht gelingt dem neuen der Sprung in die Realität auch, es ist ein Rekordweitsprung. Wenn nicht, bleibt auch der Traum ein schöner. Denn, ich wiederhole: Träume sind nötig zum Überleben! Aber bitte, nicht gleich zutode planen und Saläre nach „schlaraffischem Muster“ abschöpfen. Wenn sich unter meinen Lesern Kräfte finden, die gleich denken und auch bei der Finanzierung eines grösseren PROJEKTS helfen möchten, bitte ich diese, meinen Freund Hansjürg Hess zu kontaktieren. Er führt die Stiftung 3hf. Dort wäre das Projekt besser aufgehoben.

Ich träume mit „meinen Leuten“ nicht nur von einem Heim für Kinder, nein, von einer ganzen „Lerngruppe Lebensschule“. Ein Lernmodell mitten in einer „hoffnungslosen“ Mehrmillionenstadt. Waisenhäuser werden allmählich aufgegeben, die Waisen sind verquantet, adoptiert oder verkauft. Die „Hilfswerke“ für „Waisen“ sind ausgezogen. Sie haben getan, was möglich war. Eine dieser Liegenschaften hatte nach dem Beben 150 Waisen gedient und 50 Personal und Stab, sie diente dann als Hotel (Guest House), jetzt ist sie zu haben. Wenn du „18.542717,-72.278519“ bei Google Maps eingibst oder Nouvelle Espoir anklickst, dann kannst du sie sehen. Die künftige Nahrungsquelle inmitten der Stadt. Gerade gut für einen Traum. Den Traum einer Lerngruppe, einer Lebensschule.

Ich bin mitnichten ein Anarchist. Es braucht den Staat und auch Universitäten. Aber von beiden halte ich nicht viel. Zu teuer, zu kompliziert und unrationell. Häufig nicht problemorientiert. Ich halte viel mehr von Synergie, zum Beispiel mit den Lesern, oder eben in einer Lerngruppe.

Ich habe es schon erlebt: Trümmer ermöglichen neue Ideen und Träume. Nicht von Staat und Universitäten vorgekaute, Hirn und Magen sind zum Wiederkauen ungeeignet. Dass der Staat da seinen Mist zettelt, wird auch durch die „Fremdsprache Deutsch“ vereitelt. Ähnlich wie beim Turm zu Babel.

Die „Lerngruppe Lebensschule“ besteht aus einigen fähigen Erwachsenen, die nicht verdienen wollen, aber Verantwortung tragen. und einer Anzahl junger Zöglinge, die sich aus einstigen Kindersklaven, Restavik, Verdingkindern und ähnlichen „Sozial- und Spezialfällen“ zusammenfindet, in der Gruppe ein neues Leben sucht und finden wird,

Kindersklaven erhalten eine neue Hoffnung und Zukunft. Sie lernen leben, sich ernähren, sorgen im zugehörigen Garten für das was gut ist und nährt, und dazwischen erhalten sie passende Ausbildung in Lesen, Schreiben und Rechnen, und was sonst noch nützlich wäre. Natürlich gratis, und ohne Lehrplan, „Lehrplan“ riecht nach „Schule“, und die ist ziemlich abgestanden. Auch ohne Universität, ohne Staat und Erziehungsministerium, und was sonst noch teure Autos, Ethanol und Löhne frisst.

Die „Lerngruppe Lebensschule“ würde genau dem Lernmodell von Johann Heinrich Pestalozzi entsprechen. Erziehung von Kopf, Herz und Hand. Begeisterung heisst Geister wecken, an den Herzen soll es nicht fehlen, Hacken und Schaufeln sind genügend vorhanden. In der Lerngruppe ist für Austausch und Kombination gesorgt, und was entsteht ist Synergie. Es gibt nichts Besseres.

Heut waren wir unten um die Liegenschaft anzusehen, wir kannten sie schon. Sie ist zu verkaufen, sucht eine neue Zweckbestimmung und könnte sich allenfalls als Kinderhaus eignen. Ideen sind da, nun fehlt nur noch das Geld, viel Geld. Das sammelt die Schweizer Stiftung 3hf (Link oben). Und sonst bleibt wenigstens der Traum, wir haben schon viele Träume realisiert. „Nouvelle Espoir“ ist unser neuester Traum.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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