Venezuela: Eine Schmierenkomödie ist zu Ende

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Datum: 06. März 2013
Uhrzeit: 12:46 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Martin Schmidt, Berlin (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Hugo Chávez an Krebs gestorben

Mit dem Ableben von Hugo Chávez wurde am Dienstag in Venezuela eine Schmierenkomödie beendet, die aus der Feder der Gebrüder Grimm hätte stammen können. Der bolivarische Comandante, der von seinen eigenen Adlaten fast ein viertel Jahr unter Verschluss gehalten wurde, hat endlich sterben dürfen. Entgegen aller Geheimhaltung war es längst offensichtlich gewesen, dass Hugo „Jesus“ Chávez nach zweimonatiger Behandlung seines Krebsleidens auf Kuba vor zwei Wochen nicht etwa nach Venezuela zurückgekehrt war, weil es ihm besser gegangen wäre.

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Hugo Chávez, der „Christus der Armen“, hat dieses Kaspertheater um sein Ableben nicht verdient. Unabhängig davon, dass das Projekt „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ schon längst gescheitert war, hat der Messias vom Orinoko viel für die Armen seines Landes bewegt. Statt den Tod des charismatischen Führers zu akzeptieren, machte die offensichtlich unter fortschreitender Paranoia leidende Führungsspitze die „Feinde“ des Landes für dessen Krebserkrankung verantwortlich. Der ehemalige Busfahrer und durch Führers Gnaden zum Vizepräsidenten beförderte Nicolas Maduro schloss allen Ernstes nicht aus, dass die schwere Krebserkrankung des Staatschefs auf eine gezielte Infizierung zurückzuführen. Die Regierung werde deshalb genauestens prüfen, wie die im Juni 2011 bei Chávez diagnostizierte Krebserkankung entstanden sei.

Nichtsdestotrotz dürfte Maduro bei den nun anstehenden Neuwahlen Hugo II. werden. Der Schulabbrecher hat bisher zwar nur durch Chavez-Zitate geglänzt, verschaffte sich aber bei den meist aus der Unterschicht stammenden Chavistas mit Sprüchen wie „Snobs, Schwuchteln und Faschisten“ gegen Capriles Radonski und Leopoldo López bereits gehörigen Respekt.

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  1. 1
    Der Bettler

    Es war einzig und allein Chavez,der das Land gespalten hat,die 100 Misiones nie ausgefuehrt oder zu Ende gebracht wurden,die Kriminalitaet sich verzehnfacht hat,die Infrastruktur sich auf bedenkliches Niveau zurueckgebildet,das Gesundheit und Bildungswesen auf Bananenrepublik gesunken,und die Freiheit der Menschen auf ein Minimum beschraenkt wurde.So gesehen waere die Schmierenkomoedie zu Ende,aber da sind
    die Nachfolger der Bande,die ich noch schlimmer einschaetze,denn die haben den Kragen noch nicht voll,und die Auslandskonten nicht gefuellt.
    Ich glaube Capriles ist gut beraten,wenn er sich nicht als Kandidat bei den
    Neuwahlen stellt,denn diesen Sauhaufen den H.C. hinterlassen hat,kann auch er nicht mehr richten.Soll doch der noch mehr beschraenkte Maduro
    Praesident werden,dann gibt es mit Sicherheit bald den Venez. Fruehling.

  2. 2
    babunda

    das wäre für die opos. fatal, wenn sie die regierung übernehmen müßte, da ist keine besserung in sicht, das land wird bald zahlungsunfähig bei diesen schulden. es müßten riesen milliardensummen ins ölgeschäft und in die zukunft des landes investiert werden, wo soll das geld herkommen, wenn man die mercalläden, das benzin und vieles mehr subvensionieren muß.

    • 2.1
      Martin Bauer

      Weltweit private Konten von PSUV Mitgliedern einfrieren und nach rechtlicher Klärung, soweit dann möglich, nach Venezuela zurückführen. Da käme eine satt dreistellige Milliardenzahl zusammen. Und parallel Produktion und Geschäfte der PDVSA sanieren. Die Finanzen wären dann ganz schnell in Ordnung, das internationale Vertrauen käme dann auch bald wieder. Ein paar andere, mentalitätsbedingte Dinge, wären schwieriger zu bewältigen…

  3. 3
    Martin Bauer

    Wenn es mit rechten Dingen zugehen würde, müsste Maduro erst einmal wegen zahlloser Delikte vor Gericht gestellt werden. Hierzu gehört nicht nur, dass er permanent das Volk belogen hat, sondern vor allen die Amtsanmassung des Vizepräsidenten, die ihm seit dem 10 Januar nicht zustand, mit anderen Worten. Staatsstreich!

  4. 4
    herbert merkelbach

    Es mag zynisch klingen aber die ganze Bande, die zur Zeit VZ führt wird erst einmal einen guten Schluck aus der Pulle nehmen wollen, d. h. sich einen außerordentlichen finanziellen Bonus für „gute“ Regierungspolitik genehmigen.

  5. 5
    hans

    zu einer sachlichen berichterstattung, wie man das von serioesen medien erwarten kann und muss, seid ihr einfach nicht in der lage. hauptsache mainstriem und herumkotzen!. hier zeigt ihr, wes geistes kind ihr seid. was waere, wenn eure politischen vormacher krepieren wuerden? keine staatstrauer, kein mitgefuehl?

    • 5.1
      Martin Bauer

      Trauer? Auf welchem Planeten? Die Venezolaner, die ich kenne, sind mit wenigen Ausnahmen am Jubeln, auch wenn ihnen bewusst ist, dass die PSUV-Halunken sich weiterhin an die Macht klammern werden. Aber wenigstens ist ihr Leithammel weg, der Initiator des Elends.

    • 5.2
      babunda

      hans, ziehe endlich das rote hemd aus, deine zeit ist abgelaufen, du bist ein ewig gestriger. es wurde nicht sachlich von der regierungspartei berichtet, nür lügen.

  6. 6
    Marlene

    @zu einer sachlichen berichterstattung, wie man das von serioesen medien erwarten kann und muss, seid ihr einfach nicht in der lage.

    Bei Leser-Berichten handelt es sich von Nutzern eingesandte Manuskripte oder längere Kommentare zu bestimmten Artikeln, die wir hier als eigenständigen Artikel publizieren. Sie geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Einsendungen richten Sie bitte immer an unsere Redaktionsadresse oder verwenden Sie das Kontaktformular.

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Linkes Vollpföstchen.

  7. 7
    hans

    DANKE FUER DIESE QUALUFIZIERUNG. ZU MEHR SCHEINEN SIE NICHT IN DER LAGE ZU SEIN. DIE ENTWICKLUNG AUF UNSEREM PLANETEN WIRD MIR RECHT GEBEN. ICH WILL NICHT UNBEDINGT RECHT HABEN. ABER INSER VOLK WILL SICH, WIE AUCH DIE AMIS, UEBERALL EINMISCHEN. UND DANN STEHEN WIR WIEDER AM PRANGER. ABER DAS STOERT SIE JA WOHL NICHT. DA WILL ICH LIEBER EIN LINKES VOLLPOESTCHEN SEIN…

  8. 8
    hans

    babunda, muss ihnen leider mituteilen, dass ich alles andgere als eine rote socke bin. habe 1973 die ddr und spaeter d deswegen schon vor jahren verlassen. bin aber faehig, die menschen und nicht nur deren politische richtgung objektiv zu beurteilen, wozu sie betimmt nicht in der lage sind.

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