Präsidentschaftswahlen in Venezuela: David gegen Goliath

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Datum: 18. März 2013
Uhrzeit: 12:07 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Venezuelas Oppositionskandidat Henrique Capriles Radonski zieht erneut in den Wahlkampf. Die am 14. April stattfindenden Präsidentschaftswahlen sind der Kampf von David gegen Goliath, den der 40-jährige Herausforderer wohl kaum gewinnen dürfte. Capriles musste kandidieren und hatte kaum eine andere Wahl. Es wäre eine Katastrophe für die Opposition gewesen, das Handtuch zu werfen und nicht einmal zu versuchen, den Regierungskandidaten Nicolás Maduro zu schlagen. Nach dem zu erwartenden Sieg wird der „Sohn Chávez“ das Wahlergebnis als Beweis dafür werten, wie beliebt der Chavismus im südamerikanischen Land ist.

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Ein fairer Wahlkampf sind freilich anders aus. Die Krankheit von Chávez wurde über Monate auf der Tagesordnung gehalten, woraus sich ein riesiger Propaganda-Vorteil für Maduro ergibt. Er wird nicht nur von der Nähe der Vergöttlichung des verstorbenen Präsidenten in den staatlich kontrollierten Medien profitieren, sondern auch in der Lage sein, die fast tägliche organisierten Feierlichkeiten und Rückblicke zu Wahlkampfreden zu nutzen.

Zweitens hatte Maduro viel mehr Zeit als Capriles, seine Wahlmaschine zu organisieren. Das Volk wurde über Monate darüber getäuscht, dass sich die Gesundheit des bolivarischen Führers angeblich verbessere und dass es keine Notwendigkeit für eine Wahl gebe. Kurz nach dem Ableben des Caudillo gab Maduro allerdings bekannt: „Wir wussten, wie schlecht es um Chávez steht“. Die Warmhaltetechnik der Linkspopulisten war perfekt, äußerten Medien Zweifel am realen Zustand des Führers, wurden die Meldungen wütend als“CIA-Lügen deklariert“.

Selbstredend wird die Regierung natürlich auch keine neutrale internationale Wahlbeobachter, wie die Wahlbeobachtungsmissionen der Europäischen Union oder der Organisation Amerikanischer Staaten, zulassen. Die Nationale Wahlbehörde und der Oberste Gerichtshof werden von Pro-Regierungs-Beamten verwaltet. Venezuela Generalstaatsanwältin ist nicht nur eine Regierungs- Unterstützerin – sie ist die Ehefrau von Maduro.

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  1. 1
    gerda müller

    generalstaatsanwältin = ehefrau von maduro ?

    wenn das mal blos nicht in eeiner familiendynasti endet?

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