Haiti: Betteln ist nicht mein Stil

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Datum: 03. April 2013
Uhrzeit: 18:52 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Otto Hegnauer
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Die Reaktionen auf meinen Film , der seit einigen Tagen auf YouTube zu sehen ist sind ganz schön happig und scheinen in die Mitte der Zielscheibe zu treffen. Dies muss ja in einem ersten Schritt noch kein Sammelergebnis betreffen, aber es kann und „tut“ unsere Plattform verbessern, unseren Bekanntheitsgrad aufputschen und das Medien-Image von den „haïtischen Frevlern und Dieben“ ins richtige Licht setzen helfen. Denn es gibt auch hier eine bedeutende und wertvolle Mehrheit von VORBILDLICHEN Menschen!

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Ich erhalte zunehmend Meldungen über erfolgreiche Aktionen, die ihre Ziele ohne viel Aufwand erreicht haben, das betrifft natürlich nicht nur unsere ESMONO, die Schule für Strassenkinder, die stets ohne Spesen und ohne Löhne in unserem Sinne ausgekommen ist. Wenn man all die Hilfsorganisationen zwingen könnte, Kosten für Löhne und Spesen in Prozenten des „Umsatzes“ anzugeben – was ich schon seit Jahren vergeblich gefordert habe, wären wir unumschränkte Spitzenreiter!

Aus dem Schwarzwälder-Boten vom 22.03.2013 entnehme ich, dass die „HHS Haiti-Hilfe Schramberg“ wieder 384.662 Euro nach Haiti überwiesen hat, die für verschiedene Projekte verwendet wurden. So wurde die Wiederaufforstung unterstützt, die Pflanzung von 28.000 Baumsetzlingen finanziert. Du erinnerst dich, dass die Schulen in Haïti den 1. Mai als „Tag des Baumes“ feiern und die Schüler in die Berge steigen, um ihr Bäumchen zu pflanzen, ich habe jedes Jahr darüber berichtet. Auch dieses Jahr planen wir von der ESMONO aus wieder einen entsprechenden Einsatz. Wenn all die Massnahmen nur Tröpfchen auf den heissen Stein darstellen und gleich wieder verdampfen, so sind sie doch geeignet, Kinder und spätere Erwachsene für das Problem zu sensibilisieren. Das Problem, das Bodenabschwemmung, Hunger und Katastrophentod verursacht.

HHS‘ Projekte betreffen denn auch Bodenschutz, Pflanzenschutz und Ernährung erfahren. Sie engagierten sich sich aktiv im Projekt der Schulbeihilfe und Alpabetisierung. Ich erinnere daran, dass wir selbst in der besonders schwierigen und abgelegenen Situation in den Schwarzen Bergen durch einen 2heissen Draht“ Strom hergezogen haben und in einem Container, für dessen Transport wir gegenwärtig sammeln, mehrere Computer bereit liegen, die in der ESMONO bald laufen werden. Bei HHS und bei uns werden entwickelt, wie man mit den heutigen Medien wie Facebook und Internet Grenzen überbrücken und den internen und internationalen Dialog verbessern kann. Nach Eintreffen von Container und Computern ist eine Projektwoche zusammen mit einer Schweizer Schule geplant. Sowohl Menschen mit langer Berufserfahrung wie auch junge Köpfe werden erleben, in welcher Weise sie zur Entwicklungs-Zusammenarbeit beitragen können.

Für die Projekte in Haiti wurden 384.662 Euro überwiesen. Das Kindermissionswerk „Sternsinger“ fügte 63.376 Euro hinzu. Wir von der ESMONO haben uns auch schon an die Sternsinger gewandt. Leider wurde eine Unterstützung von der Teilnahme eines katholischen Bischofs abhängig gamacht.

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Im Februar 12 fand eine ehrenamtliche Besuchsreise zu den Projekten in Haiti mit einer Reihe von Vorträgen statt. Ein besuchtes Projekt betraf die Alphabetisierung. In 68 Kursen bei 13 Gemeinden wurden 1409 Jugendliche und Erwachsene ausgebildet. Die Situation von sieben Pfarreischulen in Ranquitte wurde in Wort und Bild vorgestellt. Sie erhalten von der HHS monatlich einen Zuschuss von 3000 Euro. Er dient hauptsächlich der Finanzierung der 55 Lehrer. Sie unterrichten rund 1600 Schüler. Die eigenen finanziellen Mittel sind dürftig. Hier sieht die Haiti-Hilfe ihren Projektschwerpunkt neben den Kinderpatenschaften .

Du siehst, alles läuft in der richtigen Richtung. Da können griesgrämige Mackerer nicht mehr gross schaden und bremsen.

Und kaum ist dieser Artikel „aus der Feder“, so hat sich schon eine passende Ergänzung eingestellt: die ESMONO bleibt nicht hinter den Schwerzen Bergen und nicht hinter dem Mond. Nachdem sie schon 5 Computer aus der Spendenliste erwartet, wurde ihr soeben ein sechster geschenkt.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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  1. Wenn die Haiti-Hilfe Schramberg Bäume pflanzt und wir von der Haiti-Kinderhilfe und Haiti-Care tut’s auch: Das sind schon drei Tropfen, die den heißen Stein etwas abkühlen können! Wir sind sicher, wir sind auf dem richtigen, wenn auch langen Weg. Viel Glück für euer Tun.

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