Wenig Spielraum für Venezuelas neuen Präsidenten

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Datum: 06. April 2013
Uhrzeit: 21:41 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Verschlechterung des politischen und wirtschaftlichen Klimas

Laut den letzten Umfragen wird Venezuelas Übergangspräsident Nicolás Maduro die Präsidentschaftswahlen am 14. April gewinnen. Die Herausforderung für den Erben des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez wird später kommen, sein Spielraum wird als minimal bezeichnet.

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Meinungsforscher warnten am Samstag (6.) vor einer Verschlechterung des politischen und wirtschaftlichen Klimas im südamerikanischen Land, welches durch die unkontrollierbare Inflation und andauernde Lebensmittelknappheit geschürt wird. Demnach ist die Bevölkerung der hohen Lebenshaltungskosten müde.

„Maduro hat sich die Präsidentschaftswahl gesichert – was danach kommt, ist sehr komplex“, erklärt Oscar Schemel, Präsident des Meinungsforschungsinstituts Hinterlaces. Dessen jüngste Studie prognostiziert einen Sieg für Maduro mit 17 Punkten Vorsprung.

Laut Luis Vicente León, Präsident des renommierten Meinungsforschungsinstituts Datanálisis, ist Maduro im Gegensatz zu seinem verstorbenen politischen Ziehvater kein emotionaler Stabilisator. „Der Spielraum für den Wahlsieger ist minimal. Die Wirtschaftskrise im Land wird umgehend über seinem Kopf explodieren“, twitterte der Analyst.

Die kumulierten Verbraucherpreise stiegen im Januar und Februar um 5 Prozent, inmitten einer Verknappung von lebenswichtigen Gütern von rund 20 Prozent. Hinterlaces will einen Anstieg der Intoleranz festgestellt haben – die Menschen haben ihre alltäglichen Probleme erkannt. „Seit dem Tod des Präsidenten ist eine deutliche und wachsende Polarisierungsmüdigkeit feststellbar. Venezuela hat keinen Führer mehr und Maduro ist eher ein Imitator, was seine Position zukünftig schwächen wird“.

Die venezolanische Bevölkerung hatte in der Vergangenheit Unsicherheit und Kriminalität an die Spitze ihre Probleme gestellt. Umfragen der letzten Monate zeigen, dass die Lebenshaltungskosten und der von der aktuellen Regierung stets geleugnete Mangel an Grundnahrungsmitteln eine noch größere Sorge ist.

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„Gebt mir die Chance zu beweisen, dass ich dies ändern kann“, gab Präsidentschaftskandidat Capriles am Samstag während einer Wahlkampfveranstaltung im westlichen Bundesstaat Falcón bekannt. Auf der Halbinsel Paraguaná im zentralen Norden des Staates gibt es viele Ölraffinerien, die Bevölkerung wird von häufigen Stromausfälle und Engpässen in den Supermärkten geplagt. „Die Inflation verhindert, dass wir genügend zu essen haben. Wenn das so weitergeht, landen wir bei 30-40 Prozent in diesem Jahr“, so Capriles.

In einer Erklärung gab der größte Produzent von Nahrungsmitteln in Venezuela (Empresas Polar) bekannt, dass das chronische Fehlen von Devisen seine Operationen verhindert und die dringend benötigten Rohstoffe nicht importiert werden können. Übergangspräsident Maduro wurde aufgefordert, endlich eine Lösung zu präsentieren.

Analysten sind sich darüber einig, dass eine neue Regierung bei Nichtlösung der aktuellen Probleme innerhalb einer überschaubaren Zeit, einen radikalen Vertrauensverlust in der Bevölkerung erleiden wird. Eine eventuelle Wahlniederlage der Opposition wird deshalb nicht als Katastrophe bezeichnet, da sie bei diesem von vielen Experten erwarteten Szenario gestärkt aus der Krise hervorgehen würde.

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  1. 1
    hugito

    das passt doch vorne und hinten nicht zusammen, das volk weiss um die probleme, aber gewinnen wird wieder die alte unfähige garde…, die haben wohl beim täglichen stuhlgang ihr gehirn mit rausbeförtert….. #so depperd ist wohl kein volk der welt mehr!

  2. 2
    Der Bettler

    Sag ich schon die ganze Zeit,daß sich der Trottel nicht lange als Präsident halten wird.Capriles kann getrost abwarten,bis sich der Vogel selbst disqualifiziert.Capriles macht einen guten Wahlkampf und wird gestärkt daraus hervorgehen.

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