Mord an Waldschützer in Ecuador

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Datum: 07. März 2010
Uhrzeit: 02:53 Uhr
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Autor: Klaus Schenck
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In Ecuador sind die beiden zur Unternehmensgruppe Durini gehörenden Sperrholzhersteller Botrosa und Endesa ein Synonym für die Regenwaldabholzung. Nach über 40 Jahre andauernder Rodung ist die ehemals grüne Provinz Esmeraldas weitgehend entwaldet worden. Die traditionellen Lebensformen der indianischen und schwarzen Gemeinden wurden ruiniert. Ihre Lebensgrundlagen sind zerstört, genauso wie die einst vorhandene reichhaltige Artenvielfalt.

Wenige Tage vor der Ermordung Jose Aguilars und seiner Frau Yola Garofalo Valverde hatte der Radiosender La Luna in Quito seine dramatische Zeugenaussage ausgestrahlt. Unter Tränen berichtete der Bauer, wie er am 25. Oktober 2000 entführt und drei Tage gefoltert wurde, bis er eine Erklärung unterschrieb, mit der er sein Land an die Firma Botrosa abtrat. Zusammen mit ihm wurden sechs weitere Nachbarn von ihrer 350 Hektar umfassenden Waldfläche vertrieben.

Doch Jose Aguilar gab nicht auf und kämpfte mutig weiter um den Wald und seine Rechte. Mit fingierten Anschuldigungen kriminalisierte die Sperrholzfirma den Bauern. Nun wurde er für immer zum Schweigen gebracht. Bereits 1997 hatten Umweltschützer angezeigt, dass Botrosa im Schutzwald von El Pambilar holzt, der zum staatlichen Waldbesitz (Patrimonia Forestal, Block 10) gehört. In den folgenden Jahren eignete sich die Firma das Land illegal an und begann, dort industrielle Holzplantagen anzulegen. Wo früher Wildnis wucherte, stehen jetzt schnell wachsende Wirtschaftsbäume in Reih und Glied.

2002 hatte das Verfassungsgericht entschieden, dass sich Botrosa das Land illegal angeeignet hatte und es zurückgeben müsse. Doch die zuständigen Behörden blieben untätig. Die Durini-Gruppe repräsentiert eine der mächtigsten Familien Ecuadors und Roberto Peña Durini war damals Außenhandels- und Industrieminister. Im November 2009 wurde der Fall vom ecuadorianischen Parlament neu aufgerollt. Nach einem erneuten richterlichen Urteil sollte das Land bis zum 4. März an den Staat zurückgegeben werden.

Nicht weit von El Pambilar entfernt liegt eine weitere Holzplantage desselben Unternehmens. Die 8.400 Hektar große Rio Pitzara-Plantage trägt seit April 2004 das Siegel des Bonner Vereins Forest Stewardship Council (FSC). Vergeben wurde das Label für „verantwortungsvolle Waldwirtschaft“ vom FSC-Zertifizierer GFA Terra Systems mit Sitz in Hamburg. Die Zertifizierung durch GFAwar für die Zehntausende von Kleinbauern in Esmeraldas, deren Wald von Endesa-Botrosa abgeholzt und geraubt wurde, ein Schlag ins Gesicht. 18 Monate später (27. Nov. 2008) wurde Endesa-Botrosa das Siegel wieder aberkannt, weil ein verbotenes Pestizid auf der Plantage gefunden wurde. Ein Jahr später (21. Dez. 2009) wurde der Firma das Siegel zurückgegeben.

Ununterbrochen keuchen die mit Urwaldstämmen schwer beladenen Laster des Konzerns von der ecuadorianischen Küste die Anden hinauf zu den beiden Sperrholzfabriken in der Landeshauptstadt. Zirka 70 Prozent der von Endesa-Botrosa produzierten Sperrholzplatten gehen unter dem Markennamen “Sandeply“ in den Export, vor allem in die USA. Kunden sollen FSC-zertifizierte Produkte mit gutem Gewissen kaufen. Dafür werben auch große Umweltorganisationen wie WWF, BUND und Nabu.

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