Paraguay: Indigene angeblich durch deutschen Farmer vertrieben

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Datum: 18. April 2013
Uhrzeit: 09:54 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Regierung Entscheidung offenbar nicht umgesetzt

Eine Gruppe von Enxet-Indigenen im westlichen Paraguay ist eigenständig auf ihr angestammtes Land zurückgekehrt, nachdem sie fast 20 Jahre am Rande einer Schnellstraße darauf gewartet haben, dass ihr Gebiet ihnen offiziell zurückübertragen wird. Dies berichtet die Nichtregierungsorganisation Survival und weist darauf hin, dass die Enxet-Gemeinde in Sawhoyamaxa 1995 von dem deutschen Rancher Heribert Rödel vertrieben wurde. Dieser soll in den dichten Wäldern im Westen Paraguays zum Großgrundbesitzer aufgestiegen sein.

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„Ein Großteil von Rödels Vermögen stammt wohl aus einem Betrug an deutschen Investoren, die er in den 1980er Jahren davon überzeugte, in Paraguay in Land zu investieren. Das Gebiet wird inzwischen von einem anderen indigenen Volk, den Ayoreo-Totobiegosode, beansprucht. Rödel gab damals vor, das Geld in der Verbesserung des Landes zu investieren, aber wirtschaftete in die eigene Tasche. Er wurde dafür zu einer Haftstrafe verurteilt und mit einem internationalen Haftbefehl gesucht“, so die NGO.

Nach Jahren der Vernachlässigung durch die Regierung Paraguays, in welchen neunzehn Mitglieder der Gemeinde, darunter Kinder, Angaben zufolge aus vermeidbaren Gründen verstarben, zogen die Enxet der Sawhoyamaxa-Gemeinde vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte. Unterstützt wurden sie dabei von der lokalen Organisation Tierraviva. 2006 entschied das Gericht, dass die Regierung über 12.000 Hektar Land innerhalb von drei Jahren an die Indigenen übergeben muss – einen Bruchteil ihres ursprünglichen Gebietes.

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Survival beklagt, dass die Regierung die Entscheidung nicht umgesetzt hat. Deshalb soll die Gemeinde nun entschieden haben, auf eigene Faust auf ihr angestammtes Land zurückzukehren – ungeachtet des Risikos einer erneuten Vertreibung.

In der Vergangenheit hat Survival Sawhoyamaxa- und Enxet-Gemeinden unterstützt, die das Recht auf ihr Land beansprucht haben. Viele kämpfen noch um ihr Überleben, leben vertrieben und unbeachtet vom paraguayischen Staat.

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