Krise in Venezuela: Nicolás Maduro darf nicht legitimiert werden

Datum: 18. April 2013
Uhrzeit: 22:30 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Ernsthafte Zweifel über das amtliche Ergebnis der Wahlen

Der peruanische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa hat am Donnerstagabend (18.) die Teilnehmer am außerordentlichen Gipfel der Union Südamerikanischer Staaten (Unasur) aufgefordert, Nicolás Maduro nicht als Präsident von Venezuela zu legitimieren.

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„Mit einer Legitimation Maduros legitiminieren Sie gleichzeitig einen Angriff auf die Institutionen (Demokratie und Rechtsstaatlichkeit) in Venezuela. Dies wäre ein Widerspruch zur Gründungsurkunde der Staatenunion und ein sehr unbequemes Signal an das Ausland“, lautete der direkte Appell des sich selbst als „liberalen Demokraten“ bezeichnenden 77-jährigen an Perus Staatsoberhaupt Ollanta Humala. „Ich fordere Sie auf, zu Gunsten der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit zu handeln“.

Peru hat die temporäre Präsidentschaft der Unasur inne. Angesichts der sich zuspitzenden politischen Krise in Venezuela wurde am Donnerstag ein Dringlichkeitsgipfel in der peruanischen Hauptstadt Lima einberufen. Der Staatenbund ist eine Internationale Organisation der zwölf südamerikanischen Staaten. In der Gründungsurkunde heißt es, Ziel der Vereinbarung sei der Kampf gegen „Ungleichheit, soziale Ausgrenzung, Hunger, Armut und Unsicherheit“.

„Es bestehen ernsthafte Zweifel über das amtliche Ergebnis der Wahlen in Venezuela. Die offene Feindseligkeit gegen eine Opposition, die laut der offiziellen Zählung mindestens die Hälfte der Venezolaner entfesselt hat, verlangt eine besonnene Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Diese muss dass im Gange befindliche autoritäre Gehabe der Regierung eindämmen. Wir Peruaner können wie andere Völker Lateinamerikas aus erster Hand über den Mangel an Demokratie und fehlende Solidarität von Regierungen und Behörden berichten. Wir haben lange unter Regierungen gelitten, die ihre Entscheidungen hinter verschlossenen Türen tätigten. Die Pflicht Perus und anderer südamerikanischen Demokratien ist es, im Einklang mit dem, was sie vertreten, zu handeln“, so Llosa.

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Der Aufruf von Llosa scheint zumindest in Peru auf fruchtbaren Boden zu fallen. Quellen innerhalb der Regierung berichten, dass Präsident Humala nicht zur Vereidigung von Maduro nach Caracas reisen wird. Nach seiner Gratulation zum Wahlerfolg des Ex-Busfahrers war er bereits harscher Kritik von verschiedenen Kommunalpolitikern ausgesetzt. Die Teilnahme an der Beerdigung von Hugo Chávez hatte im peruanischen Parlament ebenfalls für Entrüstungsstürme gesorgt. Vor der peruanischen Botschaft in Lima sind Demonstranten aufmarschiert und fordern mit lautem Topfschlagen eine Neuauszählung der Stimmen in Venezuela.

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  1. 1
    VE-AL

    Vielen Dank Peru…….

  2. 2
    Martin Bauer

    Na endlich tut sich was auch in anderen Ländern! Mal gespannt, ob die deutsche Regierung irgendwann mal im Sinne von Gerechtigkeit und Menschenrechten Stellung bezieht! Unser Botschafter in Caracas scheint zwar sehr gute Arbeit zu leisten, aus Berlin kommen aber einfach nicht die längst überfälligen Signale.

  3. 3
    Marco_Calde

    du kennst doch unsere Kanzlerin – die muss erst einmal schauen, wohin der Wind weht.

    • 3.1
      babunda

      zur zeit weht ein scharfer wind gegen die chavisten, hoffentlich kommt was positives bei den auszählungen heraus, was hat denn das militär nach der wahl für urnen per lkw ausgewechselt und verbrannt??

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