Haiti: Eine Schule benötigt Hilfe

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Datum: 29. April 2013
Uhrzeit: 15:03 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Otto Hegnauer
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In den Bergen hoch über der Trümmerstadt in Haïti da lebt es sich wieder, die Menschen haben wieder zurückgefunden zu Lebenslust und Zuversicht, zu Frohmut, Klatschen und Gesang, haben die Schrecken unten gelassen in den Trümmern der Millionenstadt, im Giftgas heute wieder unvorstellbarer Autostaus, Vergessen ist angesagt. Auch ich muss vergessen, hatte ich doch eine Wunderresidenz am Meer verloren, mit Türmchen, Flitter und Tand, das Epicenter lag gleich unten dran (Erdbeben 2010), übrig blieb nur ein sehr, sehr trauriger Haufen Schutt, Schlamm und Scherben. Und mein Leben, mit dem ich wieder bei Null anfing. Neubeginn, eine Chance.

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Auch meine Butlerin Melissa hatte ihre Arbeit verloren, sie ist verheiratet und fünffache Mutter. Aus Dankbarkeit habe ich ihr meine AHV überlassen, so nennt man die kleine Altersrente aus der Schweiz, die Rente aus meiner Arbeitsstelle lass ich meiner Familie, die stammt auch aus Haïti. Sie wartet und spart in der Schweiz, für eine unbekannte Zukunft in Haïti.

Ich aber bin hier geblieben und werde das immer. Bei Melissa und ihrem Mann. Aus meiner AHV hat sie, zusammen mit anderen Müttern, eine Schule für Strassenkinder gemacht. Die sonst kein Geld für eine Schule hätten, und nicht Lesen und Schreiben lernen durften. Die ESMONO, Ecole sur les Montagnes Noires. Das erste Jahr haben die Lehrerinnen gratis gearbeitet, mit anfangs 40 Schülern. Heute sind es 100, und Freunde haben ihnen einen kleinen Lohn gespendet. 100 Franken im Monat, die Ferien unbezahlt.

Immer mehr Freunde haben etwas gespendet, meist kleine Beträge, aber zusammen haben die allerhand ergeben. Die 100 Kokorat, wie man hier Strassenkinder nennt, lernen heute in einem richtigen Schulhaus, in drei Zimmern, und bald beginnt das dritte Jahr. Eine liebe Lehrerin hat in der Schweiz Naturalspenden gesammelt, namhafte Fabriken haben gespendet: Lehrmittel, Farbstifte, Hefte, und französische Bücher für eine Bibliothek. Auch ein endgültiges Dach aus Welleternit (Zementfaserplatten) ist dabei, denn das leichte Wellblechdach ist nur provisorisch.

Nun steht der Container vollgestopft noch in der Schweiz, denn der Versand ist teuer. Mit dem 100days-Projekt starten wir eine Sammlung von Spenden, mit denen der Transport bezahlt werden soll. Es wäre nett, wenn auch Du für diese Kinder ein kleines Scherflein beitragen würdest.

Über den Link ist das ganz leicht möglich.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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