Korruptions-Skandal in Argentinien: Ermittelnder Staatsanwalt erhält Morddrohungen

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Datum: 08. Mai 2013
Uhrzeit: 19:28 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner im Korruptionszyklon

Néstor Kirchner, der verstorbene Ex-Präsident Argentiniens, soll eine “unglaubliche Struktur” mit Korruptionsgeldern unterhalten haben. Im engsten Zentrum dieses Korruptionszyklon sitzen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, ihre Familie und engste Mitarbeiter. Dabei geht es – unter anderem – um Geldwäsche, Scheinkäufe von Immobilien, illegalem Waffenhandel und versteckten Konten im Ausland. Der ermittelnde Staatsanwalt, Guillermo Marijuan, hat nun telefonische Morddrohungen erhalten.

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Der Skandal wurde das erste Mal im April publik. Der bekannte argentinische Journalist und Schriftsteller Jorge Ernesto Lanata hatte in seiner Sendung “Periodismo para todos” (Journalismus für alle) einen Insider vor versteckter Kamera zum Reden gebracht. Die Aussagen des Insiders, zusammen mit Dokumenten, brachten das Bild einer korrupten Polit-Elite zutage.

Ein System von Korruption und Geldwäscherei der „Primera Familia“ (erste Familie im Staat) soll wie eine perfekt geölte Maschine funktioniert haben, ein Vermögen in der unvorstellbaren Höhe von 5 Milliarden Dollar soll säckeweise mit der Präsidentenmaschine Tango 01 in die Heimatprovinz der Kirchners nach Santa Cruz in Patagonien verlagert worden sein. Dort besitzt Kirchner zwei Privatwohnungen, in denen sich ein eigens angefertigter Tresor befinden soll. Laut Qurioga soll das Schwarzgeld dort regelrecht “gebunkert” worden sein.

Diese Aussagen bestätigte vor wenigen Tagen Elisabeth Miriam Quiroga, ehemalige Sekretärin und angebliche Gespielin von Ex-Präsident Néstor Kirchner. Nach eigenen Worten will sie ihr Gewissen erleichtern und beschuldigt unter anderem die Präsidentin der Korruption und Geldwäsche in großem Stil.

Am Mittwoch (8.) gab Staatsanwalt Marijuan bekannt, dass ein anonymer Anrufer damit drohte, seine Töchter zu töten. Bereits am Sonntag hatte er eine ähnliche Bedrohung erhalten. Marijuan lehnt vorerst einen zusätzlichen Schutz für seine Person ab. Aktuell untersucht die Bundesanwaltschaft Anschuldigungen gegen den Geschäftsmann Lázaro Báez, ein enger Freund der Präsidentenfamilie.

In das „Lázarogate“ sollen verschiedene Schweizer Banken involviert sein. Die Genfer Traditionsbank Lombard Odier gerät dabei in einen Geldwäschereistrudel mit politischem Zündstoff. Gemäss den Recherchen von “Periodismo Para Todos” zeigen Dokumente, dass Teegan Inc. auch ein Konto bei Lombard Odier über 1,5 Millionen Dollar hatte. Das Geld auf dem Teegan-Konto soll aus den nächtlichen „Bargeld-Flügen“ der Kirchners stammen.

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  1. 1
    babunda

    in europa würde die kirchner schon längst im gefängnis sitzen.warum wird interpol nicht schneller aktiv, und warum macht die opos. in argentinien keine anzeige, damit das das gelagerte geld den staat zu gute kommt.

  2. 2
    Alex

    Als ob. In Europa würde gegen Kirchner noch nicht ein mal ermittelt, unsere Staatsanwälte sind bedeutend korrupter. Die ermitteln nur dann, wenn sie das Go dafür bekommen.

  3. 3
    Der Bettler

    Kann man jetzt noch einen größeren Mist schreiben Herr Alex ? In Deutschland wird wegen jeden verkehrten Furz ermittelt,ob Millionär,Berühmtheit oder führende Politiker.In Italien ist Berlusconi gerade zu 4 Jahren Haft verurteilt worden.Wenn Sie schon keine Ahnung haben,und sich nicht informieren über die gewaltigen Unterschiede zwischen S.A. und Europa,dann sollten Sie nicht so einen unqualifizierten
    Dreck hier schreiben.

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