Brasilien: Venezuela sucht Hilfe bei Lebensmittelversorgung

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Datum: 10. Mai 2013
Uhrzeit: 09:11 Uhr
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Redaktion
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Von brasilianischen Medien weitgehend unbeachtet hat Nicolás Maduro am Donnerstag (9.) die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff besucht. Bei dem Treffen ging es hauptsächlich darum, Hilfe bei der Lebensmittelversorgung in Venezuela zu erhalten. Das erdölreichste Land der Welt hat es über ein Jahrzehnt versäumt, eine eigene Nahrungsmittelproduktion aufzubauen und investierte seine Erdöleinnahmen lieber in Waffenkäufe.

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„Es gibt Probleme mit der Lieferung von Produkten (Lebensmittel) und Brasilien kann uns sehr kurzfristig helfen“, so Maduro in einer Erklärung an die Presse. „Wir haben Brasilien um mehr Unterstützung für die Agrar-Revolution in Venezuela gebeten. Wir werden mit Hilfe von Brasilien neue Produktionstechniken testen und von der Erfahrung unseres Nachbarlandes lernen“, fügte er hinzu. Brasilianische Medien fügten ironisch an, dass Maduro in jedem zweiten Satz den verstorbenen Hugo Chávez erwähnte. „Nach der Entdeckung von Öl hat Venezuela die produktive Kultur im Land amputiert. Meine Regierung will dies ändern“, gab der 50-jährige Ex-Busfahrer das Ziel vor und überreichte Rousseff ein Porträt des verstorbenen bolivarischen Führers.

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Rousseff drückte ihr Interesse an einer Ausweitung des bilateralen Handels mit Venezuela aus. Im Jahr 2012 erreichte das Handelsvolumen mit Caracas die historische Höchstmarke von 6 Milliarden US-Dollar, die Exporte von Venezuela nach Brasilien betrugen 1 Milliarde Dollar. „Ich sehe durchaus die Möglichkeit einer Ausweitung der Einfuhren aus Venezuela mit Produkten wie Harnstoff und Koks“, so Rousseff.

Der Kampf um die täglichen Lebensmittel ist in Venezuela fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Das morgendliche Szenario ist stets das gleiche und bereits vor Öffnung der Supermärkte bilden sich lange Warteschlangen von ungeduldigen Kunden. Nachdem dies in der Vergangenheit von der Regierung und einigen Regierungs-Propaganda abspulenden Gazetten stets geleugnet wurde, hat Ernährungsminister Félix Osorio diese Tatsache nun eingeräumt und versprochen, eine Lösung zu finden.

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  1. 1
    Der Bettler

    Bin mal gespannt,wie lange der Volldepp noch mit Chavez hausieren geht.
    Der interessiert doch jetzt niemanden mehr.Ist ja schön,daß Brasilien mit Lebensmittel aushilft,ist ja auch ein gutes Geschäft für Brasilien.Aber mit
    was wollen sie bezahlen ? Das geförderte Öl reicht bald nicht mehr fürs eigene Land,und was meint Dilma mit „Koks“ ? Die Inflation wird weiter steigen,übrigens die höchste welteit,und die Infrastruktur Venezuelas bleibt
    genau so besch….. wie all die Jahre.Woher auch nehmen,wenn nicht stehlen !! Die Illegalen haben ja zu tun,damit ihr relativ kleines Volk nicht
    verhungert.

  2. 2
    VE-GE

    Ja, wie wollen sie die Lebensmittel bezahlen? Die Oel Produktion ist ruecklaeufig. Die PDVSA ist pleite oder fast also woher sollen die Einnahmen kommen um die Lebensmittel bezahlen zu koennen?

  3. 3
    Franky

    … harnstoff und koks … ja klar – wie entlarvend und selten komisch

  4. 4
    edith kiechle

    Lebensmittelimporte von Brasilien, muss man aber auch zahlen können, oder stundet der grosse Bruder die Schulden bis ein Vöglein einen Geldsegen vom Himmel pinkelt? Denn mit Einnahmen aus dem Erdöl wird es ja wohl kaum auf Dauer möglich sein.
    Harnstoff + Koks,, das war aber mehr der Bereich des heutigen Vögeleins!!
    Ja, vielleicht schafft es ja eine Landrevolution, sehr gut Herr Maduro, immer hübsch im kommunistischen Jargon weiter, wer wird denn dann auf diesen Kolchosen arbeiten, hoffentlich auch mal ein paar von eurer Sorte. Nein, dorthin werden dann die von der Opposition verbannt, hallo, das heisst dann „bolivarianischer Gulag“
    By, By Maduro, das wird nicht´s mehr, lass den Nächsten ran.

    • 4.1
      Franky

      .. wie gut auf den punkt gebracht, ihr kommentar …

  5. 5
    Eric

    “Wir haben Brasilien um mehr Unterstützung für die Agrar-Revolution in Venezuela gebeten. Wir werden mit Hilfe von Brasilien neue Produktionstechniken testen und von der Erfahrung unseres Nachbarlandes lernen…”

    Da steht nichts von Lebensmittellieferungen, sonder vom Erlernen von Techniken in der Agrarwirtschaft.
    Durch die Währungsabwertung lohnt sich ab jetzt wieder der Anbau im Inland, da Importe zu teuer geworden sind.

  6. 6
    Der Bettler

    Hilfe bei der Lebensmittelversorgung gebeten,heißt für mich schickt uns Lebensmittel !! Es gibt Probleme bei der Versorgung von Lebensmittel und Brasilien kann uns kurzfristig helfen, heißt schickt und Lebensmittel !! Und wenn die Menschen warten müssen,bis die Agrarrevolution in Venezuela irgendwelche Lebensmittel hervorbringt sind sie alle verhungert,mit den letzten Mäusen und Ratten.

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