Chinesisches Konsortium soll Nicaragua-Kanal bauen

Nicaraguasee

Datum: 06. Juni 2013
Uhrzeit: 17:06 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)
► Investitionsvolumen von 40 Milliarden US-Dollar

Ein chinesisches Konsortium soll den in Nicaragua geplanten Kanal zwischen Atlantik und Pazifik bauen. Laut Parlamentspräsident Rene Núñez soll der Bau der rund 200 Kilometer langen Wasserstraße 40 Milliarden US-Dollar kosten (inclusive Eisenbahnlinie, zwei Flughäfen sowie eine Ölpipeline) und Tausenden Menschen der veramten zentralamerikanischen Nation Arbeitsplätze bieten. Bereits im Juli 2012 hatte das Parlament einem Gesetzesentwurf zum Bau des Nicaraguakanals zugestimmt. 85 der 91 Abgeordneten sprachen sich für das Bauprojekt aus.

Nicaraguasee

„Der Investor für den Gran Canal ist ein Konsortium von chinesischen Investoren“, gab Núñez vor lokalen Medien bekannt. „Dies ist ein Projekt, das sehr wichtig für das Land ist. Dementsprechend verfolgen wir die Realisierung mit aller Dringlichkeit. Nach Abschluss der Arbeiten wird das chinesische Unternehmen eine Betreiberkonzession für 100 Jahren erhalten“, fügte er hinzu.

Damit das Kanalprojekt die Spannungen zwischen Nicaragua und dem südlichen Nachbarland Costa Rica nicht weiter verschärft, hat Präsident Daniel Ortega eingelenkt. Die geplante Route durch den Río San Juan wurde aufgegeben und wird weiter nördlich durch die Gewässer des Großen Nicaragua-See führen.

Der Nicaragua-Kanal ist eine bisher nicht realisierte Kanalverbindung zwischen Atlantik und Pazifik, die durch Nicaragua führen soll. Bereits in der frühen Kolonialzeit (1550) wiesen spanische Ingenieure ihre Herrscher auf die Möglichkeit eines Kanals hin und unterstrichen, dass mittels eines solchen leichter Produkte aus Peru importiert werden könnten und Spanien mit den Händlern des fernen Ostens rivalisieren könnte.

Da der Panamakanal für einige Panamax-Frachter zu eng geworden ist, wurden nicht nur in Nicaragua, sondern auch in Mexiko und Kolumbien alte und neue Pläne für einen Kanal erwogen. Auch Panama arbeitet an einem ähnlichen Vorhaben. Dies wäre wesentlich günstiger, weil Panamas Landbrücke deutlich enger als die von Nicaragua ist.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden. Bildnachweis: Archiv

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Eric

    „Auch Panama arbeitet an einem ähnlichen Vorhaben. Dies wäre wesentlich günstiger, weil Panamas Landbrücke deutlich enger als die von Nicaragua ist.“

    Nur gehört Panama den USA und die könnten den Kanal für die Chinesen sperren lassen. Das sind reine geo-politische Überlegungen der Chinesen und keine ökonomischen.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!