Kuba: Bürgerrechtlerin seit 15 Monaten ohne Urteil in Haft

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Datum: 11. Juni 2013
Uhrzeit: 07:04 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Unmenschliche Haftbedingungen in Strafzelle

igDie laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) seit 15 Monaten unschuldig in Havannas Frauengefängnis Guatao inhaftierte Bürgerrechtlerin Sonia Garro Álfonso wurde vor 10 Tagen in eine Strafzelle verlegt, in der unmenschliche hygienische Bedingungen herrschen. Garro Álfonso ist Mitglied der Bürgerrechtsbewegung „Damen in Weiß“ und setzt sich für die Rechte Farbiger auf Kuba ein. In der Haft bekam sie nach Angaben von IGFM eine Hautinfektion, die sich drastisch verschlechtert, weil sie sich nicht einmal waschen kann, da ihre Zelle keine Wasserversorgung hat; das Bettlaken wurde noch nie gewechselt. Die Sprecherin der „Damen in Weiß“ Berta Soler bezeichnet die Haftbedingungen als „äußerst menschenunwürdig“. Die IGFM fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung der Bürgerrechtlerin.

IFGM berichtet, dass im Fernsehraum des Gefängnisses Sonia Garro Álfonso von zwei Gefangenen mit unflätigen Worten beleidigt und gedrängt wurde, ein Papier mit regimekritischen Parolen zu unterzeichnen. Sie soll den Vorfall einer Aufseherin gemeldet haben, die sie nur anwies, das Problem so gut wie möglich selbst zu lösen. Als Garro Álfonso daraufhin das Stromkabel des Fernsehers ausstecken wollte, riss es ab. Das war für die Gefängnisbehörden Vorwand genug, die Dissidentin in eine Strafzelle einzuweisen.

Wie die IGFM erläutert, organisierte Sonia Garro Álfonso am 17. März 2012 mit den „Damen in Weiß“ einen Protestmarsch durch Havanna. Anlass war der 9. Jahrestag des so genannten kubanischen „Schwarzen Frühlings“ – einer groß angelegten Verhaftungswelle gegen Dissidenten. Am Tag darauf wurden sie und ihr Ehemann Ramón Alejandro Muñoz gewaltsam verhaftet. Seither wird die Afrokubanerin immer wieder Opfer rassistischer Anfeindungen des Gefängnispersonals, wird gedemütigt und geschlagen.

Politisches Patenschaftsprogramm der IGFM: Abgeordnete setzen ein Zeichen für die Menschenrechte
Die IGFM bedankt sich bei Dr. Renate Sommer, Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Mitglied des EVP-Vorstandes, sowie bei Prof. Dr. Maria Böhmer, Mitglied des Deutschen Bundestags und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, für die Übernahme der politischen Patenschaft für Sonia Garro Álfonso. „Sie setzen damit ein starkes Zeichen für die Menschenrechte und tragen wesentlich dazu bei, die öffentliche Aufmerksamkeit auf diesen wichtigen Fall zu lenken“, so IGFM-Vorstandssprecher Lessenthin.

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