„Hurrikansaison 2013“: New York plant Präventionen in Höhe von 19,5 Milliarden Dollar

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Datum: 12. Juni 2013
Uhrzeit: 08:25 Uhr
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Autor: Redaktion
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► Wunden von Hurrikan "Sandy" noch nicht verheilt

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hat am Dienstag (11.) seinen ehrgeizigen Plan präsentiert, mit dem die Stadt widerstandsfähiger gegen künftige Hurrikane werden soll. Das 19,5 Milliarden US-Dollar Projekt sieht den Bau einer Wohnsiedlung (Seaport City), die Errichtung von Staudämmen und ein System von „doppelten Dünen“ vor. Nach seinen Worten sind die Wunden von Hurrikan „Sandy“ noch nicht verheilt und Prognosen deuten darauf hin, dass die Weltstadt an der Ostküste der Vereinigten Staaten bis 2050 viel anfälliger für Überschwemmungen durch den Anstieg des Meeresspiegels wird.

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„Das ist New York. Nichts hat unseren Geist gebrochen, nichts hindert uns am Weiterkommen. Wir haben einen Plan, der getan werden muss und wir wissen, dass wir nicht warten können“, so Bloomberg bei einer Pressekonferenz. Der 70-jährige wies darauf hin, dass sich New York von der Insel Manhattan ausgedehnt hat und als spitze Felszunge zwischen Hudson und East River vorstößt. Die Megametropole umschließt die Mündungen des Hudson River und des East River in den Atlantischen Ozean und erhebt sich durchschnittlich sechs Meter über den Meeresspiegel. Gebäude und Infrastruktur der Stadt greifen von den Flussufern in einer Fülle von Vorstädten auf andere Großstädte über und reichen weit ins Land hinein. Der Hudson öffnet den wichtigsten natürlichen Weg ins Hinterland und ermöglicht es, über den Mohawk River bzw. den Lake Champlain zu den Großen Seen im Nordwesten bzw. dem Sankt-Lorenz-Strom im Norden zu gelangen.

„Bis Mitte des Jahrhunderts könnte ein Viertel der Fläche New Yorks Hochwasserrisiko Bereich sein. Wenn wir weiter abwarten, könnten sich die Kosten in einigen Jahren auf über 90 Milliarden Dollar belaufen“, so Bloomberg. Er wies darauf hin, dass Hurrikan „Sandy“ Schäden in Höhe von 19 Milliarden Dollar hinterlassen hat. „In Zukunft werden mehr Stürme vom Kaliber Sandy oder sogar noch noch schlimmer erwartet. Der Klimawandel führt auch zu einem Anstieg des Meeresspiegels, weshalb ein wenig mächtiger Sturm auch einen extrem hohen Schaden anrichten kann. Die bedeutet eine Menge Arbeit, aber nichts ist unmöglich. Viele Dinge können wir bereits in den nächsten sechs Monaten tun“, schloss Bloomberg.

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Am 19. Oktober 2012 begann das Nationale Hurrikan Center (NHC) ein Gebiet mit niedrigem Luftdruck im östlichen Karibischen Meer nördlich der Küste von Südamerika zu beobachten. Dieses entwickelte sich sehr rasant, und das NHC konstatierte schon am folgenden Tag eine hohe Chance zur Entstehung einer tropischen Zyklons. Am 22. Oktober hatte sich das System so verstärkt, dass die andauernden Winde an der Oberfläche Sturmstärke erreicht hatten und im Verlauf des 24. Oktobers, etwa 105 km südlich von Kingston, zu einem Hurrikan der Kategorie 1 hochgestuft wurde. Die mittlere Windgeschwindigkeit betrug beim Eintritt auf Kuba 175 km/h und damit fast Hurrikan-Kategorie-3, mit weit höheren Spitzen und schwächte sich auf dem Weg über die Insel kaum ab.

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Am 29. Oktober 2012 traf das extreme Windfeld Sandys auf die Ostküste der Vereinigten Staaten. In New York und anderen betroffenen Regionen kam es zu Stromausfällen und zu Stromabschaltungen. Nach einer Explosion in einem Umspannwerk waren 250.000 New Yorker ohne Strom. Der Ausfall des Notstromaggregates führte zu einer kompletten Evakuierung des Langone Medical Centers der New York University. Alle 200 Patienten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. „Sandy“ hat in der amerikanischen Öffentlichkeit bewusster gemacht, dass es offenbar eine Globale Erwärmung („climate change“) gibt. Der Sturm hat auch deshalb so viel zerstört, weil der Meeresspiegel in hundert Jahren um 30 Zentimeter gestiegen ist. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sagte, es sei falsch, von einer „Jahrhundertflut“ zu sprechen. Stürme wie Sandy würden zur neuen Normalität gehören.

Durch Auswirkungen des Sturms kamen mindestens 285 Menschen ums Leben. Davon allein 161 in den USA (48 in New York) und 104 in Haiti.

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