Chile: „Schwarzes Loch“ zerfetzt Gaswolke

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This simulation of a gas cloud passing close to the supermassive black hole at the centre of the galaxy shows the situation in mid-2013. Observations with ESO’s Very Large Telescope confirm that the cloud is now so stretched that the front part of it has passed the closest point and is travelling away from the black hole at more than 10 million km/h, whilst the tail is still falling towards it.
Datum: 17. Juli 2013
Uhrzeit: 15:27 Uhr
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Autor: Redaktion
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► von Astronomen weltweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt

Neue Beobachtungen vom Very Large Telescope der ESO, durchgeführt von Astronomen des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik in Garching bei München, zeigen erstmals wie eine Gaswolke vom supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum unserer Heimatgalaxie der Milchstraße zerrissen wird. Die Wolke ist mittlerweile so stark auseinandergezogen, dass ihr vorderer Teil den Punkt der größten Annäherung an das Schwarze Loch passiert hat und sich bereits wieder mit mehr als 10 Millionen km/h davon entfernt, während der hintere Teil der Wolke weiterhin auf das Schwarze Loch zu fällt.

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Im Jahr 2011 entdeckte das Very Large Telescope (VLT) der ESO eine Gaswolke mit einer Masse, die mehreren Erdmassen entspricht, und die in Richtung auf das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße beschleunigt wurde. Zur Zeit befindet sich diese Wolke im Punkt ihrer größten Annäherung, und neue VLT-Beobachtungen zeigen, wie sie im starken Gravitationsfeld des Schwarzen Lochs deutlich in die Länge gezogen wird.

„Das Gas im vorderen Teil der Wolke ist mittlerweile über mehr als 160 Milliarden Kilometer um den Punkt der größten Annäherung auf der Umlaufbahn der Wolke um das Schwarze Loch verteilt. Der minimale Abstand beträgt nur 25 Milliarden Kilometer – die Wolke schafft es damit gerade eben so, nicht direkt in das Schwarze Loch hineinzufallen“, erläutert Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching, der das Beobachterteam leitet. „Die Wolke ist inzwischen so langgestreckt, dass ihre Passage am Schwarzen Loch nicht einfach nur ein kurzes Ereignis ist, sondern ein langwieriger Prozess, der mindestens ein Jahr lang andauern wird.“

Durch die Dehnung wird die Wolke schwächer und ist schwieriger zu beobachten. Mit einer Belichtungszeit von mehr als 20 Stunden mit dem SINFONI-Instrument am VLT – der längsten jemals durchgeführten Beobachtung dieser Himmelsregion mit einem Integralfeldspektrometer überhaupt – konnte das Wissenschaftlerteam aber dennoch die Geschwindigkeiten der verschiedenen Teile der Wolke in unmittelbarer Nähe des Schwarzen Loches messen.

„Das aufregende an den neuen Messungen ist, dass wir derzeit den vorderen Teil der Wolke schon wieder auf uns zukommen sehen – und das mit einer Bahngeschwindigkeit von mehr als 10 Millionen km/h, also etwa 1% der Lichtgeschwindigkeit. Das bedeutet, dass dieser Teil der Wolke den Punkt der größten Annäherung an das Schwarze Loch bereits passiert hat“, ergänzt Reinhard Genzel, der die Arbeitsgruppe leitet, die Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße nun seit mittlerweile 20 Jahren untersucht.

Der Ursprung der Gaswolke ist nach wie vor ungeklärt, an möglichen Erklärungsansätzen herrscht allerdings kein Mangel. Die neuen Beobachtungen tragen daher auch dazu bei, die Möglichkeiten einzugrenzen.

„Man kann genau sehen, wie die Wolke regelrecht zu Spaghetti wird. Genauso müßte es einem unglücklichen Astronauten in einem Science Fiction-Film ergehen, der dem Schwarzen Loch zu nahe kommt“, schließt Gillessen. „Für die Wolke bedeutet das, dass sie wahrscheinlich keine Sterne enthält. Wir gehen aber derzeit davon aus, dass von den Sternen stammt, die das Schwarze Loch umkreisen“

Die gerade stattfindende Hochphase dieser einzigartigen kosmischen Begegnung im Zentrum unserer Milchstraße wird von Astronomen weltweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Diese ausgedehnte Beobachtungskampagne wird einen wahren Datenschatz liefern, der nicht nur weitere Details über die Gaswolke selber aufdecken wird, sondern auch die unmittelbare Umgebung des schwarzen Lochs näher beleuchten und die Auswirkungen extrem starker Gravitationsfelder untersuchen wird.

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