„Sozialismus des 21. Jahrhunderts“: Zeitungen in Venezuela geht das Papier aus

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Datum: 24. August 2013
Uhrzeit: 12:07 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Gescheiterte sozialistische Planwirtschaft

Der seit Jahren nicht funktionierende „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ sorgt in Venezuela nicht nur für leere Supermarktregale und fehlendes Toilettenpapier. Neuestes Beispiel für das gescheiterte System ist ein eklatanter Mangel an Zeitungsdruckpapier. Laut Rogelio Díaz, Sprecher der Vereinigung der regionalen Tageszeitungen, sind über 25 Zeitungen betroffen – fünf sind kurz davor ihren Betrieb einzustellen.

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Demnach besitzen die Presseorgane El Caribazo, La Hora und El Caribe (Nueva Esparta) und Los Llanos und El Espacio (Barinas) kein für der Druck erforderliches Papier. Über 25 Zeitungen haben ihre Not-Reserven und Material für 12 oder 15 Tage bereits angebrochen. Viele der Verleger erklärten, dass sie keinen Zugang zur Devisenverwaltungsbehörde CADIVI erhalten und dadurch gezwungen werden, sich an andere Anbieter zu wenden.

Im südamerikanischen Land besteht seit dem Jahr 2002 eine strenge Devisenkontrolle, die dazu führt, dass venezolanische Importeure die zur Bezahlung des ausländischen Lieferanten benötigten Devisen noch vor Versand der Ware beantragen müssen. Zuständig dafür ist CADIVI, welche nach inner-venezolanischer Überprüfung (mangelnde oder nicht vorhandene lokale Produktion) die Devisenzuteilung autorisiert. Diese ineffiziente Praxis führt dazu, dass venezolanische Firmen Schulden bei ihren ausländischen Lieferaten in Milliardenhöhe angehäuft haben, Zahlungsrückstände von mehr als 250 Tagen sind Tatsache.

Mehrere Verleger sprechen von einer vorsätzlichen Politik der Regierung, die das erscheinen der in der Regel regierungskritischen Zeitungen verhindern will.

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  1. 1
    VE-GE

    auf das habe ich gewartet….jetzt gibt es bald keine Zeitung mehr also auch nix negatives mehr ueber die Regierung !

  2. 2
    Der Bettler

    Ist ja schon ein saudummer Zufall,daß ausgerechnet regierungskritische
    Betriebe kein Papier mehr bekommen,sowas aber auch. Hoffentlich werden
    nicht auch noch alle regierungskritischen Menschen dazu gekennzeichnet,
    so wie damals die Juden bei Hitler.

  3. Also kein kritischer Fernsehsender mehr,dann bald keine Zeitungen mehr,kritische Radiosender geschlossen,was will man mehr….ach ja fehlt noch Internet komplett zensieren.Trotzdem nützt auch nicht,denn wenn man auf die Strasse geht, erfährt man auch so dank „Radio Bemba“ nicht gerade Positives vom sogenannten Sozialismus des XXI Jahrhunderts!.

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