Venezuela: Regierung plant Park pharaonischen Ausmasses für Hugo Chávez

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Datum: 26. August 2013
Uhrzeit: 11:46 Uhr
Ressorts: Panorama, Venezuela
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Redaktion
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► Jede einzelne Schraube muss importiert werden

Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chávez hat noch vor seinem Tod fast 15 Millionen US-Dollar für die Vorarbeiten eines Parks von pharaonischen Ausmassen freigegeben. Nachfolger Nicolás Maduro genehmigte für weitere Arbeiten am „Parque Hugo Chávez“ nun weitere 30 Millionen Dollar. Für den Bau und Gestaltung des zukünftigen Parks ist der von der Queen geadelte britische Stararchitekt Richard George Rogers (Sir Richard Rogers) verantwortlich.

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Um der Bevölkerung den am 5. März verblichenen bolivarischen Führer rund um die Uhr in Erinnerung zu halten, werden auch die viel verpönten Errungenschaften der „bösen Imperialisten“ in Anspruch genommen. Das linksgerichtete Regime hat zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse die propagandierten Phrasen allerdings stets eigenen Regeln unterworfen und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Pritzker-Preisträger von 2007 und Vertreter der High-Tech-Architektur von Caracas beauftragt wurde.

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Rogers wurde international bekannt durch Bauwerke wie das Centre Georges Pompidou in Paris, das Lloyd’s in London, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg und den Millennium Dome in London. Ein weiteres großes Projekt, das bis voraussichtlich 2015 gebaut wird, ist ein neues Gebäude am Ground Zero in New York City. Richard Rogers ist der Architekt des 357 Meter hohen Three World Trade Centers (Turm 3 des neuen World Trade Center Komplexes). Ein weiterer Wolkenkratzer befindet sich in Seoul im Bau, der 338 Meter hohe Parc 1 Tower A. Das Design beider Gebäude ähnelt sich leicht. Für den Bau des „Parque Hugo Chávez“ steht dem Großvater von neun Enkelkindern ein Team von venezolanischen, italienischen, spanischen und englischen Spezialisten zur Seite.

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Nach Angaben der venezolanischen Regierung soll das Bauwerk die bestehende Grünfläche von Caracas pro Einwohner verfünffachen und ist eine Hommage an „Comandante Chávez“. Der Gesetzentwurf sieht auf der rund 844 Hektar großen Fläche unter anderem zwei Stadien (Baseball/Fußball) mit einer Kapazität von jeweils 35.000 und 55.000 Personen vor. Weiterhin sind eine Mehrzweck-Turnhalle, das Hauptquartier für das bolivarische Jugendorchester, Radwege, die neue Zentrale der Bolivarischen Universität und ein Busbahnhof geplant. Der berühmte venezolanische Architekt Oscar Tenreiro berichtet auf seinem Blog, dass für das Projekt fast ausschließlich „Stahl in all seinen Formen“ verwendet werden wird und diese Materialien im Land nicht produziert werden können.

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Die Gilde der venezolanischen Architekten und Stadtplaner hat bereits die Frage aufgeworfen, ob das bisher zur Verfügung gestellte Budget ausreichend ist oder ob der Park ein Fass ohne Boden wird. Wie Tenreiro weisen sie darauf hin, dass die verwendeten Produkte nicht in Venezuela erhältlich sind. Das erdölreichste Land der Welt hat mehr als 14 Jahre seine Industrie vernachlässigt, bestehende Produktsionsanlagen sind hoffnungslos veraltet und marode.

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„Wenn es wie von der Regierung behauptet so viele gute Fachkräfte im Land gibt, warum planen dann Ausländer dieses Projekt. Warum gab es wie gesetzlich vorgeschrieben keine nationale Ausschreibung oder Wettbewerb. Dieses Bauwerk pharaonischen Ausmasses muss bis zur letzten Schraube importiert werden. Ich weiß nicht, ob angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Land dieses Bauwerk überhaupt gerechtfertigt ist“,analysiert Maria Isabel Peña, Direktorin des Instituts für Städtebau an der Zentralen Universität von Venezuela.

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Obwohl Chávez bereits 15 Millionen Dollar für den Bau zu Verfügung gestellt hatte, sind auf dem Gelände keine Anzeichen für einen Baubeginn ersichtlich. Außer Propagandaplakaten und Postern weist nichts darauf hin, dass hier einst der „Parque Hugo Chávez“ die Landschaft zieren wird.

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  1. 1
    Skeptiker

    Ich hoffe nur, dass irgend jemand diese Spinner endlich aufhält.

  2. 2
    hombre

    Nach Manier der „linken“ wurde von den 15 Mill Hugos Gärtner bezahlt und das Wechselgeld versehentlich auf einem Auslandskonto gebucht…
    Im weitesten Sinne für einen Park verwendet…:))

    Eine illegale Regierung im Land und sich dann über die paar Kröten wundern…Da geht einem sogar die Ironie durch!!!

  3. 3
    VE-GE

    Krank – Krank – und noch mehr Krank !

  4. 4
    Silvia W

    Obwohl Chávez bereits 15 Millionen Dollar für den Bau zu Verfügung gestellt hatte, sind auf dem Gelände keine Anzeichen für einen Baubeginn ersichtlich.
    ———————————————————————————————————-
    Das wird dann wohl so ein 170 Meter Ding,wie in Moskau…

  5. Faschistische Gigantomanie !

  6. 6
    pandora

    Mit ansehen zu müssen , wie VE von ’ner Horde stroh-dummer „Teletubbis“ an den Abgrund geführt wird , tut weh , sehr sehr sogar ………

  7. bis es steht ist fraglich …. wie vieles wird es unfertig dann vor sich hingammeln, aber ein paar Leute um Manches reicher sein mit dem Geld…und die assignierte Grünflächen werden von Ranchos „invadiert“ sein in kurzer Zeit. Sollten lieber das Vorhandene erhalten, siehe die verkommenen Krankenhäuser, UCV , etc. etc…

  8. 8
    Der Bettler

    Nun ist die Regierung im Endstadium,der letzte Rest von Gehirnmasse ist auch noch futsch.Die sollen sich nicht zu früh freuen,da wird weder 1 Schraube,noch Stahl und andere Materalien ohne Vorkasse geliefert werden,….und wo nichts ist hat auch ein Kaiser sein Recht verloren. Schon
    der Aushub der 2 Stadien und in Anlehnung einer vernüftigen Infrastruktur
    für den Park,sind die paar Kröten schon weg.Da ist noch kein einziges Gebäude gebaut;was hat den das dämliche Mausoleum gekostet ? auf alle
    Fälle mehr als der ganze Park kosten soll.Da keine Hirnsubstanz mehr zur
    Verfügung steht,brauchen wir uns auch keine Sorgen zu machen daß dieses Projekt je zustande kommt.Die Giganterie wird hier kläglich scheitern.

  9. 9
    Manni

    @Warum gab es wie gesetzlich vorgeschrieben keine nationale Ausschreibung oder Wettbewerb.

    Ganz einfach. Der typische Venezolaner ist schon beim Bau einer Latrine heillos überfordert.

  10. 10
    Marvin Scott

    Zumindest – falls der Park je realisiert wird – schafft er Arbeitsplätze, und zwar doppelt: Beim Bau und dann nochmals beim Abriss…

  11. 11
    helma

    WO SOLL DENN DER TOLLE PARK SEIN????DOCH WOHL IN CARACAS???WO DER JETZIGE FLUGPLATZ IST????

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