Lateinamerika: Wettbewerbsindex – Schlechter als Venezuela ist nur noch Haiti

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Datum: 04. September 2013
Uhrzeit: 09:36 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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► Wohlstand immer stärker von Innovation abhängig

Gemäß dem am Mittwoch (4.) vom Weltwirtschaftsforums in Genf veröffentlichten „Global Competitiveness Report 2013-2014“ wird die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft immer stärker durch Innovation und das institutionelle Umfeld eines Landes bestimmt. Trotz eines soliden Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren ist die Produktivität in Lateinamerika nach wie vor relativ gering und insgesamt stagniert die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit. Chile (34.) führt die regionale Rangliste weiterhin an, dahinter folgen als relativ stabile Volkswirtschaften Panama (40.), Costa Rica (54.) und Mexiko (55.). Den letzten Platz in der Rangliste von 148 Ländern nimmt in der Region Haiti ein (143), das weltweit erdölreichste Land Venezuela belegt den letzten Platz in Südamerika (134).

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Gemessen am Global Competitiveness Index (GCI) dieses Berichts belegt die Schweiz im fünften Jahr in Folge den Spitzenplatz. Singapur verbleibt an zweiter und Finnland an dritter Stelle, während Deutschland zwei Ränge zulegt (4.) und die USA sich nach einem vierjährigen Abwärtstrend wieder um zwei Ränge auf Platz 5 verbessert. Auch Hongkong (7.) und Japan (9.) verringern den Abstand zu den wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften, während Schweden (6.), die Niederlande (8.) und Großbritannien (10.) an Boden verlieren.

Einige der weltweit größten Schwellenländer sehen sich ebenfalls gezwungen, längst überfällige Reformen anzugehen. Die fünf BRICS-Staaten werden weiterhin von der Volksrepublik China (29.) angeführt, gefolgt von Südafrika (53.), Brasilien (56.), Indien (60.) und Russland (64.). Russland macht drei Ränge gut und ist damit der einzige BRICS-Staat, der sich in der Rangliste verbessert, während Brasilien acht Ränge einbüßt.

„Die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, Wohlstand zu generieren, ist immer stärker von Innovation abhängig“, erklärt Klaus Schwab, Gründer und Executive Chairman des World Economic Forum. „Meine Vorhersage lautet, dass wir langsam aber sicher nicht mehr zwischen Industriestaaten und weniger entwickelten Ländern unterscheiden werden, sondern stattdessen eher von innovationsreichen und innovationsarmen Ländern sprechen werden. Deswegen ist es unabdingbar, dass Privatwirtschaft, öffentliche Hand und Zivilgesellschaft in enger Zusammenarbeit innovationsfreundliche Bildungssysteme und Rahmenbedingungen schaffen“, fügt er hinzu.

Die Rangliste der Wettbewerbsfähigkeit des Global Competitiveness Report basiert auf dem GCI, den das Weltwirtschaftsforum 2004 eingeführt hat. Der Begriff „Wettbewerbsfähigkeit“ wird dabei als Gesamtheit der Institutionen, politischen Maßnahmen und Faktoren, die das Produktivitätsniveau eines Landes bestimmen, definiert. Die GCI-Punktzahl ergibt sich durch die Erhebung landesweiter Daten in 12 Kategorien – den Säulen der Wettbewerbsfähigkeit –, die miteinander verknüpft ein umfassendes Bild der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes vermitteln.

Diese 12 Säulen sind: Institutionen, Infrastruktur, makroökonomisches Umfeld, Gesundheit und Grundschulbildung, Hochschulbildung und Ausbildung, Effizienz der Gütermärkte, Arbeitsmarkteffizienz, Entwicklungsgrad der Finanzmärkte, technologischer Entwicklungsgrad, Marktgröße, Entwicklungsgrad der Unternehmen und Innovation.

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  1. Verstehe ich nicht warum Venezuela soweit zurückliegt.Wir haben doch eine Innovationreiche Regierung! Jeden Tag erfinden sie neue Spielregeln und Lügengeschichten um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen,das ist doch auch eine Leistung!

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