Argentinien: Río Matanza-Riachuelo gehört zu den schmutzigsten Orten der Welt

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Tausende Industrieunternehmen leiten ihre Abwässer in den Río Matanza-Riachuelo (Foto: © Yanina Budkin/World Bank)
Datum: 05. November 2013
Uhrzeit: 20:30 Uhr
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Die unabhängige Umweltorganisation „Green Cross“ Schweiz hat am Dienstag (5.) in Zusammenarbeit mit dem „Blacksmith Institute“ (USA) eine Liste der zehn weltweit am stärksten verschmutzten Orte vorgelegt. Diese zehn Orte verteilen sich auf acht Länder: Argentinien, Bangladesh, Ghana, Indonesien und Russland (jeweils zwei Orte) Nigeria, Sambia und die Ukraine. Der Report 2013 zeigt auf, dass die gesundheitlichen Auswirkungen der Umweltgifte einigen der gefährlichsten Krankheiten weltweit gleichgestellt werden können oder diese noch übertreffen und Millionen von Leben bedrohen.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 20 Prozent der Todesfälle in den Entwicklungsländern direkt durch Umwelteinflüsse verursacht werden. Zudem ist man der Ansicht, dass weltweit nahezu ein Fünftel der Krebserkrankungen auf Umweltgifte zurückzuführen sind. Dieser auffallend hohe Prozentsatz zuordenbarer Krebsquoten ist in Entwicklungsländern sogar noch höher. Weltweit sind rund 200 Millionen Menschen von den Umweltverschmutzungen gesundheitlich betroffen.

Die zehn am meisten verschmutzten Orte weisen Umweltgiftquellen auf, denen die Menschen frei ausgesetzt sind. Orte mit Schadstoffen, die die Bewohner über direkte Inhalation, Nahrungsmittelaufnahme oder durch Hautkontakt beeinträchtigen, wurden priorisiert. Diese Schadstoffe sind Blei, Cadmium, Chrom, Öl, Pestizide, Phenole, Quecksilber, Sarin, Radionuklide und VOC.

Laut der Studie befindet sich einer der giftigsten Orte auf der Welt in Argentinien. Der Río Matanza-Riachuelo, besser bekannt als Riachuelo, ist ein 64 km langer Fluss in der Provinz Buenos Aires. Umweltschützern zufolge leiten Tausende Industrieunternehmen ihre Abwässer in den Fluss, an dessen Wasserlauf zahlreiche Armensiedlungen entstanden sind. Zu den gefährlichsten Schadstoffen gehören Schwermetalle und Schmutzwasser aus den nicht mehr aufnahmefähigen Bodenschichten des Stromgebietes. Etwa die Hälfte der Slumbewohner hat nach Angaben von „Green Cross“ keinen Zugang zu Trinkwasser.

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