Brasilien: Ausweisung illegaler Holzfäller im Gebiet der Awá

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Den Awá droht die Vernichtung als Volk (Foto: Toby Nicholas/Survival)
Datum: 07. November 2013
Uhrzeit: 07:57 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Brasilien hat die ersten Schritte eingeleitet, um Tausende illegaler Holzfäller und Siedler vom Land der Awá zu entfernen. Die Ureinwohner gelten als das bedrohteste indigene Volk der Welt . Demnach liegen der internationalen Nichtregierungsorganisation „Survival International“ Berichte von Brasiliens Indigenen-Behörde FUNAI vor. Diese soll Siedlern, die illegal Regenwald abgeholzt haben, empfehlen, diese nicht fortzusetzen, da sie das Land vor Beginn der nächsten Ernte verlassen müssten.

Die Awá sind eines der letzten nomadisch lebenden Völker in Brasilien. Ihnen droht die Vernichtung, da seit den 1970er Jahren immer neue Wellen illegaler Holzfäller, Siedler und Viehzüchter über ihr Land rollen. Die Eindringlinge haben große Teile des Waldes der Awá bereits zerstört und ganze Familien des Volkes massakriert. Laut Survival duldet die Ausweisung der Eindringlinge keinen Aufschub mehr, da im Dezember die Regenzeit beginnt. Dann wäre es nahezu unmöglich für die von der Regierung geschickten Teams, die Räumungen noch vorzunehmen.

Die Nachricht der bevorstehenden Ausweisung hat sich verbreitet – Viehzüchter und Holzfäller organisieren Proteste gegen ihre drohende Entfernung und fordern, das Land der Awá müsse seinen Status als indigenes Gebiet verlieren. Einige behaupten sogar, es gebe gar kein Volk der Awá. Im Juni diesen Jahres war eine Operation gestartet worden, die sich gegen die Abholzung rund um das Land der Awá richtete. Es gelang allerdings nicht, die Holzfäller vom Gebiet der Awá zu vertreiben, wo der illegale Holzeinschlag besonders drastisch ist.

Brasiliens Justizminister hat bislang schon über 54.000 Protestbriefe von Survival-Unterstützern aus der ganzen Welt erhalten. Außerdem bekommt der Minister täglich ein Foto eines sogenannten “Awáicon” per Post, um ihn zum Handeln zu drängen. Nach einer Petition, die von Survival und der brasilianischen Nichtregierungsorganisation CIMI eingereicht worden war, sieht sich Brasiliens Regierung mit Ermittlungen der führenden gesamtamerikanischen Menschenrechtsinstitution wegen der Notlage der Awá konfrontiert. Viele Prominente wie Hollywood-Schauspielerin Gillian Anderson, die britische Modedesignerin Vivienne Westwood, der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado und Schauspieler Colin Firth unterstützen die Kampagne.

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