Brasilien: Forscher suchen einen der seltensten Meteoriten der Welt

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Ein im Jahre 1784 im Hinterland von Salvador da Bahia entdeckter Meteorit (Foto: ibahia)
Datum: 08. November 2013
Uhrzeit: 09:31 Uhr
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Forscher und Studenten der Geologie- und Astronomie werden am kommenden Wochenende in Angra dos Reis (Küste Costa Verde in Rio de Janeiro) eine Expedition starten und nach Bruchstücken eines der seltensten und wertvollsten Meteoriten suchen. Der Festkörper kosmischen Ursprungs stürzte bereits vor 150 Jahren ins Meer, die Expedition mit Teilnehmern aus mehreren Ländern ist eine der Aktivitäten anlässlich des 4. internationalen Treffens über Meteoriten und Vulkane 2013 (Encontro Internacional de Meteoritos e Vulcões 2013).

Zwei violettfarbene und mir einer glänzenden Kruste überzogene Steine wurden von Wissenschaftlern bereits entdeckt, nun beginnt die Suche nach dem dritten Stück. Laut Elizabeth Zucolotto, Geologin und eine der Koordinatoren der Expedition, ist der Meteorit mit 4,56 Milliarden Jahre fast so alt wie das Sonnensystem. „Es gibt nichts vergleichbares. Dieser Meteorit ist einzigartig und für die Wissenschaft fast wie ein Stein der Weisen. Wir könnten nun herausfinden, wie sich das Sonnensystem so schnell gebildet hat. Je mehr Materialien wir finden, desto besser für die Forschung“, analaysiert die Expertin.

Einer der bereits gefundenen Steine (70 Gramm) wurde dem Nationalmuseum gespendet, ein mehr als 6 Kilogramm schwerer Brocken im Wert von über eine Million US-Dollar ist verschwunden. Das im Jahr 1997 dem Museum übergebene Fragment wurde ebenfalls gestohlen, konnte aber wieder aufgefunden werden. „Sie versuchten ihn an Sammler zu verkaufen (10.000 Dollar pro Gramm). Zum Glück konnte der Meteorit am Flughafen vor seinem Transport in die Vereinigten Staaten abgefangen werden“, so Zucolotto.

Im südamerikanischen Land gibt es 62 wissenschaftlich anerkannte Funde von Meteoriten – eine vergleichsweise niedrige Zahl verglichen mit den USA (über 2.000). Zucolotto erinnerte daran, dass viele Meteoriten gar nicht erkannt werden. Für die offizielle Anerkennung muss der Fund einem Nominierungsausschuss vorgelegt und das Ergebnis anschließend im Anzeiger „Meteoritical Bulletin“ veröffentlicht werden. Darüber hinaus sei eine Probe von mindestens 20 Gramm bei einem akkreditierten Museum notwendig und 30 Gramm müssten einem Forschungslabor übergeben werden.

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