Venezuela: Regime versucht erfolglos Internetseiten zu blockieren

dolar

Datum: 12. November 2013
Uhrzeit: 10:37 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Vinicius Love (Leser)
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Rund drei Wochen vor den Kommunalwahlen (8. Dezember) ruft Venezuelas umstrittener Präsident Maduro zum ökonomischen Krieg gegen die Bourgeoisie auf. Als ersten Schritt verordnete er billigere Elektrogüter für die Massen – und sorgte einmal mehr für Chaos im südamerikanischen Land. Am Montag (11.) konnten Besucher unter anderem kurzzeitig nicht auf Seiten wie dolartoday zugreifen, da sie nach Meinung des Ex-Busfahrers weitgehend für die grassierende Inflation im Land verantwortlich sein sollen.

Maduro hatte Samstag (9.) geschworen bis zu sieben Internet-Seiten, die den Wert des Bolivar gegenüber dem Dollar (Schwarzmarkt) veröffentlichen, zu schließen. Der offizielle Wechselkurs liegt bei 6,30 Bolivar pro Dollar, auf dem Parallel Markt betrug der Wechselkurs vor wenigen Tagen allerdings das neunfache. Laut Maduros Argumentation würden die Portale mit ihrer Berichterstattung Panik verbreiten und den von den politischen Gegnern angestachelten Wirtschaftskrieg unterstützen. Allerdings war das Regime nicht einmal dazu in der Lage, kurz nach Schließung waren die Portale bereits wieder online.

Die freie Berichterstattung ist dem Chaoten aus dem Miraflores ein Dorn im Auge. Täglich unters Volk geworfenen Verschwörungstheorien soll jene aberwitzigen Verzerrungen erklären, die Venezuelas Wirtschaft im Jahr eins nach Chávez aufweist. Innerhalb von nur sieben Monaten hat Maduro das riesige politische Erbe seines Vorgängers bereits verspielt. Die von den staatlichen Medien verbreiteten Meldungen entsprechen des öfteren nicht der Wahrheit, werden von einigen dümmlichen Amateur-Bloggern aber gerne übernommen.

„Wenn wir keinen Wirtschaftskrieg in Venezuela hätten, läge die Inflationsrate bei 16 oder 18 Prozent – und vielleicht sogar noch niedriger“, gab Maduro allen Ernstes bekannt.

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  1. 1
    mango

    Ortszeit: 1010 Uhr ist wieder gesperrt

  2. 2
    Caramba

    Die Portale wurden nicht „geschlossen“, das hat Maburro nicht im Kreuz, denn die werden ausserhalb Venezuelas gehostet. Er kann nur versuchen, sie an den Knotenpunkten, an denen die Internetkabel ins Land gehen, oder bei den Providern selbst, ausfiltern zu lassen. Erster Versuch wäre also, nicht die CANTV oder einen Ableger zu beutzen, sondern einen privaten Provider. Auf Margarita gibt/gab es einen, der seine Anbindung über Satellit hat. Sollte er die gezwungen haben, es auch zu filtern, kann ich Firefox und das PlugIn „FoxyProxy“ empfehlen – einfach über „AddOns“ danach suchen und installieren. Dann einen Proxy in den USA auswählen, und schon ist die Webseite wieder da, weil der VE-Server nicht mehr die Anfrage nach „dolartoday“ sieht, sondern nur die nach dem Proxy.
    Wenn DAS nicht klappt, machen sie DPI (deep packet inspection), d.h. sie lesen den INHALT jedes Datenpakets und entscheiden, ob sie es durchlassen oder nicht. Das trau ich ihnen ehrlich gesagt nicht zu – dazu fehlt sowohl KnowHow als auch die nötige Computerpower.
    Würde mich wirklich überraschen……direkt schade, dass ich nicht da bin, Maburros Filter zu hacken würde mir glatt Spass machen!
    Viel Glück, postet, ob´s klappt oder nicht, bitte!
    Saludos
    dd

    • 2.1
      Mango

      Caramba! Danke ! Mit Foxyproxi hats nicht funktioniert, aber habe so ein ähnliches Programm „anonymoX“ in Add-ons“ gefunden und hat sofort funktioniert.

    • 2.2
      Verheiratetohnekinder

      An der power wird’s ihnen nicht fehlen da sie auf renommierte bluecoat SGX mit shaping filtering und inspection setzen. Lediglich allenfalls zu dämlich dies korrekt zu parametrieren

      • 2.2.1
        Caramba

        Interessante Information. Was ist deine Quelle? Oder anders gefragt, bist du sicher?
        Die Art der Sperre, bzw die Art der Lösung sieht mir nicht nach packet inspection aus, sonst würde ein Proxy nicht genügen, die Seite zu kriegen.
        Und wenn das dieselben ITler sind, die die Web- und Mailserver von CANTV betreuen, glaub ich gerne, dass das KnowHow fehlt. Mit denen hatte ich schon zu tun, die meisten davon sind schon mit einem Reverse-MX Eintrag vollkommen überfordert. You pay peanuts, you get monkeys…..

  3. 3
    Caramba

    Sehr schön, freut mich wenns funktioniert!
    Hätte mich gewundert, wenn Maburros IT Truppe gut gewesen wäre……mittelfristig allerdings könnten da natürlich die Freunde aus Peking aushelfen, die sind richtig gut bei Internetzensur. Aber erst müssten sie Hardware besorgen, und zwar viel davon – immerhin geht es um den Internetverkehr eines ganzen Landes, nicht wie in Cuba, wo sie den Zugang zum Internet mehr oder weniger schon über den Zugang zu einem PC kontrollieren. So ein Datacenter stellt man nicht mal eben so hin, das kostet Zeit, viel Geld (in US$) und viel Know How. Und eines wird wohl nicht reichen.
    Was sie allerdings billig hinkriegen würden, wäre das Internet einfach abschalten, komplett. Das glaub ich aber eher nicht, zumindest noch nicht. Da wäre das Geschrei wohl noch zu gross…..

    Und für diesmal bitte weitersagen wie man die Sperre umgeht! Je mehr davon wissen, umso besser…..
    Saludos
    dd

  4. 4
    Herbert Merkelbach

    Eine weitere Möglichkeit wäre „TOR“ oder auch „hotspot shield launch“, das letztere mit einem Server in den USA. „Dolartoday“ hat auf deren web-site eine Softwareprogramm zur Verfügung gestellt, mit dem man eine Sperre umgehen kann.
    Außerhalb Venezuelas ist die „Sperre“ ohne Bedeutung.

    • 4.1
      Mango

      Eine weitere, einfachere , aber bessere Möglichkeit wäre: Más Burro und seine gesamte Gefolgschaft nach Kuba verbannen…..

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