Preisdiktat in Venezuela: Händler dürfen Gewinnspanne von 30% nicht überschreiten

preisdiktat

Maximale Anzahl von Produkten (5) scheint nicht für alle Kunden zu gelten (Foto: Twitter)
Datum: 13. November 2013
Uhrzeit: 11:54 Uhr
Leserecho: 13 Kommentare
Autor: Redaktion
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Auch am fünften Tag nach den von der venezolanischen Regierung angeordneten Preissenkungen ist es landesweit zu mehreren Plünderungen gekommen. Dabei setzte die Polizei Tränengas ein, viele Geschäfte öffneten aus Angst vor Radale erst gar nicht ihre Türen. In der Stadt Caracas wurden mehrere Geschäfte von der Staatsanwaltschaft geschlossen. Diese war bereits in den frühen Morgenstunden des Mittwoch (13.) mit Einheiten der Miliz in den Geschäften aufgetaucht, um die aktuelle Preisgestaltung zu überwachen.

„Das Verbrechen des Wuchers wird mit Gefängnis bestraft. Alle Händler wurden aufgefordert, ihre Rechnungen und Bücher bereit zu halten“, so die Staatsanwalt vor Geschäften in Sambil, einem der größten Einkaufszentren in Caracas. Oberst Rafael García, Leiter der Miliz, warnte davor, dass die Händler die von Präsident Maduro vorgegebene Gewinnspanne von 30% nicht überschreiten dürfen. Mit Unterstützung der Nationalgarde schloss er ein Geschäft. „In den nächsten 72 Stunden werden wir alle Preise für Auto-Erzeugnisse, Teile, Reifen und Batterien regeln“, gab Maduro bekannt.

Der Ex-Busfahrer im Miraflores schob für das eigene Unvermögen wie gewohnt die Schuld auf die Opposition. Diese würden die „glücklichen Kunden“ infiltrieren und für Randale in den Geschäften sorgen. „Ich rufe die Menschen zu Frieden auf, lasst Euch nicht provozieren. Diese gelben Parasiten wollen Chaos und Plünderungen“, so Maduro während eine Rede in Caracas.

Ray Zucaro, der für Anleihen aus Schwellenländern bei SW Asset Management LLC verantwortlich ist, gab gegenüber “Bloomberg News” bekannt, was die Spatzen in Venezuela schon längst von den Dächern pfeifen. “In den 20 Jahren, in denen ich für dieses Segment zuständig bin, habe ich noch nie so eine Misswirtschaft wie in Venezuela gesehen. Diese Regierung fördert effektiv die Anarchie. Diese Loslösung von der Realität habe ich noch nie auf so einem Niveau erlebt”, so der international anerkannte Experte.

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  1. „Gelbe Parasiten“….meint der die Chinesen,das könnte aber zu diplomatischen Verwicklungen führen :) .Wenn sie dann alle Firmen und Geschäfte kaputt kriegen,dann können sie ja vormachen wie man Waren zu „gerechten“ Preisen einkauft und verkauft.Angesichts der angeblich 7,3 Millionen „Sozialisten“ fragt man sich dann doch nur ,warum haben sie es denn in 15 Jahren nicht vorgemacht ?Also ,dann wenn alle Lager geplündert sind,können sie ja die Ärmel hochkrempeln !

    • 1.1
      Skeptiker

      das waren auch meine ersten Gedanken
      heute wird der DIPS in Margarita belagert
      schaun wir uns die Läden dann mal in ein, zwei Wochen an

      feliz navidad Venezuela

  2. 2
    Gast

    Nicht mehr wie 30% Gewinn OK.
    Bitte ein Erschießungskommando zur nächsten Auktion bestellen den der Dollar kostet dann
    nur 8,45.Bollo und nicht mehr.

    • 2.1
      Skeptiker

      noch liegt der Dollar bei 6,3 ;)

    • 2.2
      Caramba

      Wen soll das Kommando denn erschiessen, und warum? Und der Dollar 8,45? Verkaufen Sie zu dem Preis? Ich bin interessiert…….
      Oder versteh ich´s wieder mal nicht?
      Saludos
      dd

  3. Gadivi 6,3 und Sicad zwischen 12-15 ,also 2 offizielle Wechselkurse, so many confusion. @ Skeptiker : wo kann ich den für 6,3 frei kaufen,mach dann auch gern ne stundenlange cola !Die Warteschlange würde sich zumidest lohnen :)

    • 3.1
      Skeptiker

      es geht hier doch nicht um den Kauf vom Dollar
      „zur nächsten Auktion bestellen den der Dollar kostet dann nur 8,45.Bollo“

  4. 4
    Der Bettler

    Leute,es waren schon 2 Auktiones der Regierung für Händler zum Preis zwischen 10 und 15 BsF per Dollar.Was ist das für ein Land,daß nicht mal ein Baby versorgen kann.Bei der nächsten Abwertung verdienen dann vollbeschäftigte Venezulanos halt noch 20 Dollar im Monat.Skeptiker es kann nicht sein,daß Sie in diesen Land leben,sonst würden Sie einfach sowas nicht von sich geben.Skeptiker ich wohne auf Margarita,was ich heute vor DIPS gesehen habe beschreibt jeder Vorstellungskraft eines Europäers.Mindestens 1 Kilometer Schlange in 3 er Reihen,weil Dips die Preise für 25 % senken mußte.Allerdings ziemlich gesittet,und da bin ich stolz auf meinen Ort.Ungefähr 5 Stunden hat die Aktion gedauert,mit Militär,ohne Zwischenfälle.Aber da frage ich mich,als Deutscher,wo gibt es auf dieser Erde noch Länder,wo ich für ein Grundnahrungsmittel stundenlang anstehen muß,und ich weiß
    daß es vor 18 Jahren hier alles gegeben hat.Versuche gerade einen Flug nach Deutschland im Mai 2014 zu bekommen,Auskunft nur mehr Firstclas mit Lufthansa.Viva Venezuela!!!!!

    • 4.1
      Annaconda

      Hallo hier gibt,s einen Spruch der heisst : Lo barato sale caro…… in dem Sinne werden diese erzwungenen Preissenkungen auf Dauer sehr teuer kommen. Aber wenn man nur an einen momentanen Vorteil denken kann,dürfen sich die Meisten,welche die perverse Lage im Augenblick ,ausnutzen sich kurz nach den Wahlen nicht wundern.Dann kommst faustdick.@ Bettler ich habe heut Tickets für Deutschland April/ Mai gekauft……noch günstig.Allerdings kannst du schwer einen Lufthansa Direktflug (ausser Businessclass) jetzt finden.Das liegt z.t auch an den nichtbeglichenen Schulden der Regierung mit mehreren Airlines u.a zusammen.Kombinationsflüge z,b mit TAP(Zwischenlandung in Lissabon) für den Hinflug und mit LUFTHANSA für den Rückflug(direkt) bekommt man noch.Allerdings muss sich das Reisebüro echt dahinterklemmen……also Geduld in die Seiten der Reservierung reinzukommen.Je näher an der Hochsaison also Juli/August desto schwerer.Für März/April/Mai etwa zwischen 20000Bsf.-33000Bsf.

    • 4.2
      der Reisende

      Bettler ich habe heute einen Flug nach Deutschland mit Air Europa ueber Madrid fuer 18500 Bs
      gekauft .Fuer den Monat April und hat noch genug Platz `ohne Schlange stehen
      inclu..2 Gepaeckstuecke a 23 kg Scheiss auf die Lufthansa viel zu teuer.

    • 4.3
      pandora

      Vor dem Dips standen auch heute noch Leute . Vor dem chiciticos ging es recht gesittet zu , anders beim hogar .
      Dafür ging heute nix mehr im Bereich des Terminal ( Juan Griego ) , der „sozialistische Markt unter freiem Himmel“ zog tausende Menschen an , da wurde es auch handgreiflich . Immerhin gabs da das Wichtigste : Grundnahrungsmittel . Allerdings weiß ich nicht , wie lange das begehrte Gut reichte ….
      PS : der @Skeptiker hat seinen Sarkasmus gezeigt ( $ 6,3 + smilie )und das andere war ein Zitat vom @Gast ( $ 8,4 ) Manchmal muss /sollte man auch zwischen den Zeilen lesen können und nicht gleich immer „angreifen“
      Saludos

  5. 5
    Der Bettler

    Danke,danke,es wird doch noch klappen im Mai einen Flug zu bekommen.

  6. 6
    Herbert Merkelbach

    Eine Gewinnspannenmarge führt zu nichts. In vielen Spanischschreibenden Medien wird der Vergleich mit Zimbabwe aus dem Jahr 2007 herbeigeführt, als Mr. Mugabe ein solches Diktat einführte. Die Folgen kann man ersehen, die der Wirtschaft Zimbabwes entstanden sind. Kritiker meinen, dass es eine Superinflation wie in dem afrikanischen Land nicht geben wird ?, eine weiterer Anstieg der Geldentwertung wird jedoch nicht ausbleiben. Man wird sehen, was nach den Wahlen am 8.12.13 in Vzla geschehen wird. Entweder druckt die Geldpresse der BCV noch mehr „dinero inorgánico“ oder Maduro wird nichts anderes übrig bleiben als eine Abwertung vorzunehmen. Die Höhe der Abwertung wäre schon interessant zu erfahren. R. Ramirez hatte vor wenigen Tagen vollmundig erklärt, dass eine Abwertung der Währung nicht in Frage kommt. In der Beziehung lasse ich mich überraschen.

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