Lateinamerika erhöht seine Abhängigkeit von US-Brennstoffen

Datum: 17. November 2013
Uhrzeit: 13:51 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Trotz der riesigen Ölreserven in der Region hat Lateinamerika seine Käufe von Brennstoffen aus den USA in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Die boomenden Staaten müssen ihre Volkswirtschaften am Laufen halten, ihre technischen Verfahren zur Reinigung, Veredlung, Trennung und/oder Konzentration von Rohstoffen (Raffination) sind allerdings unzureichend und wie im Fall von Venezuela hoffnungslos veraltet.

Nach aktuellen Daten des Amtes für Energiestatistik innerhalb des US-amerikanischen Energieministeriums (U.S. Energy Information Administration, EIA) verkaufen/liefern die 12 größten US-Kraftstoff Importeure durchschnittlich 1,36 Millionen Barrel Brennstoff pro Tag (bpd) nach Lateinamerika. Dies ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2008 (657.000 Barrel).

Zur gleichen Zeit fielen die Lieferungen von Rohöl von den großen regionalen Erzeugern wie Mexiko, Venezuela, Ecuador, Brasilien, Argentinien und Peru in die Vereinigten Staaten um 18,6 Prozent auf 2,4 Millionen Barrel. Nur das südamerikanische Land Kolumbien verbuchte eine signifikante Zunahme der Exporte in die befreundete Nation aus dem Norden.

Die Zeit der Abhängigkeit von ausländischem Öl geht für die USA zu Ende. In naher Zukunft werden die Karten komplett neu gemischt. In den vergangenen Jahren hat sich in den USA eine Energiewende vollzogen – weg von den Energieimporten und hin zu einer positiven Handelsbilanz. Durch das Anbohren, Aufbrechen (»Fracking«) und das Sammeln von Gasen und Ölen, die in tiefen Gesteinsschichten eingeschlossen waren, sind die Vereinigten Staaten auf dem Weg, der größte Gas- und Ölerzeuger der Welt vor Russland und Saudi-Arabien zu werden. Man schätzt, dass sich die Menge förderbaren Öls alleine in Utah und Colorado auf drei Billionen Barrel beläuft – drei Mal mehr, als die ganze Welt während der letzten 100 Jahre verbraucht hat.

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  1. 1
    babunda

    irgendwann braucht die usa kein öl mehr aus venezuela, wer soll dann das produkt kaufen?

    • 1.1
      Herbert Merkelbach

      Solange die CITGO in den USA noch der PDVSA gehört, wird der Fluss des Erdöls in die USA nicht gänzlich versiegen: NUR: Die Importe der USA werden aufgrund der im Artikel gen. Gründe zurückgehen.
      Seit 2010 versuchte der ehemalige Präsident H. Chavez die CITGO zu verkaufen, da diese Firma mit Verlusten arbeitete. Mit wenig Erfolg. Es bleibt die spannende Frage: was geschieht mit den US-Importen von Erdöl aus Vzla, sollte es der PDVSA gelingen, seine Tochter in den USA zu verkaufen?
      Venezolanisches Erdöl wird nicht nur in die USA sondern auch nach China und Indien verkauft. Hier stellt sich die Frage: zu welchem Preis? Die Chinesen bezahlen jetzt schon nicht den von der OPEC errechneten Preis sondern mit einem Abschlag von, ich glaube, 25%. Bei den Indern bin ich mir nicht sicher. Vzla hat den Nachteil, dass es nicht vor der Haustür Chinas liegt. Erdöl aus dem Vorderen Orient ist preisgünstiger und auch nicht so schwefelhaltig, wie das venezolanische. Bevor es in einer Raffinerie verarbeitet wird, muss das venezolanische noch aufbereitet werden.
      Ich lasse die Lieferungen des Öls nach Kuba aussen vor.
      Die spannende Frage, die sich mir stellt, ist, wann wird der Zeitpunkt kommen, an dem die US-Ölimporteure nur noch „Spotlieferungen“ aus Venezuela in Betracht ziehen. Nicht sehr weit kann dieser Zeitpunkt nicht mehr sein.

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