Kommunalwahlen in Venezuela: „Caracas bewegt sich für den Wandel“

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"Caracas bewegt sich für den Wandel" (Foto: Prensa Capriles)
Datum: 27. November 2013
Uhrzeit: 16:28 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Bei den am 8. Dezember stattfindenden Kommunalwahlen in Venezuela werden 335 Bürgermeister, 2.435 Abgeordnete der Lokalparlamente, 69 indigene Vertreter, zwei Oberbürgermeister in den Stadtbezirken Caracas und Alto Apure – sowie 20 Abgeordnete in den Exekutivräten dieser beiden Metropolitanregionen gewählt. Für den kommenden Sonntag (1.) hat die Opposition eine Karawane durch die wichtigsten Straßen der Hauptstadt angekündigt.

„Caracas bewegt sich für den Wandel“, lautet das Motto der Veranstaltung. Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski wird den Konvoi anführen, begleitet wird er von Bürgermeister Antonio Ledezma, Ismael García (Kandidat für die Wiederwahl zum Bürgermeister von Libertador), Carlos Ocariz (Kandidat für die Wiederwahl zum Bürgermeister von Sucre) und weiteren Hoffnungsträgern der Opposition.

Antonio Ledezma sicherte sich bei der Regionalwahl im November 2008 mit 52 Prozent das Amt des „Alcalde Mayors“ der Sechs-Millionen-Metropole Caracas – gegen den Kandidaten des linkspopulistischen und inzwischen verstorbenen Staatschefs Hugo Chávez. Der Erfolg rührte vor allem darauf, dass sein sozialistischer Vorgänger außer Korruptionsaffären und offiziell nicht bewiesen Verbindungen zur Drogenszene nicht viel vorzuweisen hatte.

Im Dezember 2008 wurde der Oppositionspolitiker vereidigt. Ein Oppositioneller auf dem Bürgermeistersessel der Hauptstadt passte dem Caudillo aus dem Miraflores allerdings nicht ins Konzept. Kurz nach der Zeremonie stürmten Chávez-Anhänger mit der Waffe im Anschlag das Rathaus, im Januar besetzten regierungsnahe Gruppen weitere Gebäude der Stadtverwaltung. Die von Chávez kontrollierte Nationalversammlung ordnete dem offiziell gewählten Stadtoberhaupt im April flugs eine Art Gouverneur über, ein Amt, das bereits in ähnlicher Form in den neunziger Jahren existierte und dann abgeschafft wurde – und ironischerweise auch einmal von Ledezma ausgeübt wurde.

Als neue „Regierungschefin des Hauptstadtdistriktes“ ernannte der bolivarische Führer dann höchstpersönlich Ex-Umweltministerin Jacqueline Faría. Die Ledezma Übergeordnete erfüllte nämlich ein wichtiges Kriterium des Regimes: Sie ist Chávista.

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  1. 1
    Caramba

    Und damals, in 2008, hätte man schon deutlich sehen können/müssen, wohin die Reise geht.
    Wer es heute noch nicht sieht, darf sich später nicht beschweren……
    Saludos
    dd

  2. 2
    babunda

    es wird leider so weiter gehen wie bisher, die oposition hat aus der vergangenheit nicht viel dazu gelernt.

    • 2.1
      Tomás Fernández

      Das ist doch pure Schwarzmalerei was du betreibst, sorry. woher kommt deine Vermutung das von Seitens der Opposition sich nichts viel mehr zum positiven habe entwickelt? Ihr solltet alle mehr positiv denken und die Chance maßnehmen die sich am 8. bietet und nicht schon vorher den Kopf in den Sand stecken. Unser toller Vogelflüsterer wird nicht mehr sehr lange das sein was er momentan zu sein meint. Auch wenn die Herren in Miraflores wieder mal versuchen den kleinen Mann mit „Geschenken“ zu ködern, sie werden am ende schäumen vor Wut. Bei jedem der bei den kleinen Wahlen seine Stimme abgeben kann liegt eigentlich ja die Entscheidung. Und dieses mal werden noch viel mehr ausländische Beobachter Augen und Ohren offen halten.
      honduras hat die linken doch vermutlich auch weitgehenst geblockt. Das können wir auch. Jeder von Euch ist gefragt. Und natürlich bei der Demo … nicht labern sondern aktiv werden. Danke

  3. 3
    Der Bettler

    Ehrlich gesagt,Herr Fernandez,mir ist es als Ausländer zu gefährlich mit zu maschieren. Mir reicht es noch vom Generalstreik 2002,sowas möchte ich nicht mehr erleben.Ich wohne zwar auf der Isla,aber da ist auch einiges geboten.Ich mag schon gar nicht mehr einkaufen gehen,weil in jeden Laden,ob groß oder klein lümmelt das Militär rum.Ich fühle mich gar nicht mehr wohl in meiner Haut. 14 Jahre
    hoffe ich auf die Wende,aber es wird immer schlimmer.Ich glaube auch nicht mehr daran,daß sich was ändert.Jedes Mal die große Enttäuschung nach der Wahl.Es wird wieder in die Hose gehen,und man fragt sich warum wählen Venezolaner so ein Regime.Sollte es anders ausgehen wäre ich freudig überrascht,aber bis wieder eine Normalität einkehrt,dauert das Jahre,würde ich aber gerne in Kauf nehmen.

    • 3.1
      Tomás Fernández

      Ich muss ehrlich gestehen das ich 2002 beruflich nicht im Land war und auch erst 2009 zurück gekommen bin. Das hatte allerdings nichts mit irgendeiner Flucht zu tun sondern einfach mit meinem beruflichen Werdegang. Ich habe viel zeit in Asien und Europa verbracht sowie auch in Uruguay, Argentinien, Panama, Honduras,USA und Brasilien. Ich habe viel gesehen und gelernt, auch was gewisse Regime betrifft. Jedoch hab ich meinen Hauptwohnsitz und die liebe zu meinem Land nieaufgegeben. genauso wenig wird die Hoffnung nicht sterben welche eine Wende vom eingeschlagenen Kurs bedeuten wird. Miraflores versteht es den Leuten so etwas wie eine Gehirnwäsche zu verpassen. Für jeden der nicht gelernt hat wie solche Systeme die leute beinflussen können erscheinen die letzten wahlen schier ein Rätsel. Ganz abgesehen davon das betrogen ohne ende wurde.
      Aber viele Leute sind tatsächlich so etwas überzeugt davon das der Vogelflüsterer die wahrheit sagt, dass es einem schon die Sprache verschlagen kann. Da wirst du angepöbelt und mit Waffen teilweise bedroht. das sind diese Gebiete im platten Land die echte Probleme sind. Man weis echt nicht wie man da Argumentieren soll. Nur wir sind jetzt an der Stelle angekommen wo wir dicht vor einem Militärputsch stehen. In den Augen der Militärs ist Maduro nur eine Marionette mit beschränkter Intelligenz. Genau das was er ja eigentlich ist. Nichts gegen den Beruf eines Busfahrers. Aber ich glaube da war er auch kein guter von. jajajaja
      Nein, es ist nicht fünf vor zwölf, es ist viel später. Sollten wir es nicht schaffen bei den Wahlen zu siegen sehe ich echt schwarz. Dann werden ganz ganz schlimme Jahre folgen mit bisher unabsehbaren Folgen. Ich glaube viele der extranjeros haben den ernst der Lage noch gar nicht voll erfasst. Ich will ihnen bei leibe keine Angst machen weil ich überzeugt bin das meine Landsleute begriffen haben um was es geht.

      • 3.1.1
        Caramba

        Ich muss Ihnen leider voll und ganz recht geben. Sowohl was die Gehirnwäsche Ihrer Landsleute angeht als auch dass viele der noch in VE lebenden Ausländer noch nicht begriffen haben, wie ernst die Lage ist. Ich hoffe sehr, dass die meisten davon noch rechtzeitig wegkommen, wenns losgeht……
        Und ich bewundere Ihren Optimismus, der sie tatsächlich an Wahlen glauben lässt.
        Ich kann ihn nur nicht teilen, ich bin überzeugt, dass das Wahlergebnis längst feststeht – ein knappes Ergebnis wie letztes Mal riskieren die Paviane nicht noch einmal, diesmal sind sie vorbereitet, da würde ich wetten. Dafür hat Hr Castro sicher gesorgt……ich höre 68% in der Gerüchteküche.
        Trotzdem wünsche ich Ihnen und allen gleichgesinnten Landsleuten viel Glück!
        Saludos
        dd

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