Peru: Archäologen entdecken Kinder-Friedhof der Chachapoya-Kultur

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Grabanlage der Chachapoya-Kultur (Foto: Museoleymebamba)
Datum: 28. November 2013
Uhrzeit: 17:34 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien, Peru
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Archäologen haben in der peruanischen Amazonas-Region 35 Särge entdeckt. Die Wissenschaftler ordnen den Fund dem prähistorischen Andenvolk der Chachapoyas zu. Da die Särge durchschnittlich nur etwa 70 Zentimeter groß sind, könnte es sich beim Fundort nach Meinung der Forscher um einen Friedhof handeln, auf dem nur Kinder begraben wurden.

Die Chachapoyas-Kultur (Quechua: Wolkenmenschen oder Nebelkrieger) war eine mächtige Zivilisation, die von etwa 400 bis 500 n. Chr. bis kurz vor der spanischen Eroberung in Peru lebte. Eine bedeutende Festung der Kultur ist das in der Nähe der Stadt Chachapoyas liegende Kuelap. Bereits 1965 entdeckte der Archäologe Federico Kauffmann-Doig die Purunmachus (Alte Männer), Sarkophage der Chachapoya. Bis zu dreißig davon, etwa 60–110 cm groß, stehen in engen Felsnischen der Anden. Sie stellen die Verbindung zu den Ahnen dar.

In den 1990er Jahren wurde im Nordosten Perus, in der Nähe des Kondorsees eine größere Begräbnisstätte mit mumifizierten Leichen gefunden. In diesen und früher entdeckten Gräbern der Chachapoya waren die Toten, die vorher nach Chachapoya-Art begraben waren, ausgegraben und nach Inka-Art neu bestattet worden. Seit dem Jahr 2000 sind die Mumien und weitere Funde der Chachapoya-Kultur im Museum Centro Mallqui in Leymebamba ausgestellt.

Der aktuellste Fund am Berg El Tigre im Distrikt Jazán (Provinz Bongará) wurde bereits im Juli dieses Jahres mit Hilfe einer Super-Zoom-Kamera gemacht. Im September konnten die Forscher das Datenmaterial auswerten und entdeckten die kleinen Sarkophage. Eines der besonderen Merkmale ist die Lage der Gräber. Die Särge waren nach Westen ausgerichtet – untypisch für die bisher gefunden Friedhöfe der Chachapoyas. Manuel López Cabañas vom regionalen Ministerium für Außenhandel und Tourismus bezeichnet den Fund als „einzigartig in der Welt“. Der Fundort müsse nach seinen Worten umgehend geschützt und in den touristischen Kreislauf integriert werden.

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