Petrocaribe: Länder der Karibik dürfen sich nicht länger auf Venezuela verlassen

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Petrocaribe wird zunehmend zum russisches Roulette (Foto: Archiv)
Datum: 08. Dezember 2013
Uhrzeit: 11:54 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Mit 40 Cent pro Kilowattstunde zahlen die Verbraucher in den karibischen Staaten etwa vier Mal mehr als der Stromverbraucher in den Vereinigten Staaten. Diese hohen Energiekosten sind dem venezolanischen Ölsubventionsprogramm „Petrocaribe“ geschuldet, die günstigen Kondidionen sind nicht nachhaltig. Einige der ärmsten Karibiknationen verschulden sich auf Jahrzehnte und werden von ihrer Schuldenlast erdrückt. Internationale Energieexperten forderten die karibischen Regierungen am Donnerstag (5.) dazu auf, dringendst zuverlässigere Kraftstoffalternativen wie Erdgas zu erkunden.

Christian Gischler, Senior Energie-Spezialist bei der Inter-American Development Bank (IDB), weist darauf hin, dass sich Venezuela in einer Finanz-und Wirtschaftskrise befindet. Erdöllieferungen zum Vorzugspreis werden von Caracas in Zukunft nach oben angepasst werden, zudem spielt Schiefergas (in Tonsteinen gespeichertes Erdgas) eine immer wichtigere Rolle.

„Wir sagen: Jungs, ihr müsst langsam aufwachen und einen Plan für den Übergang haben“, bekräftigt Gerard Johnson, Spezialist für die Karibik bei der IDB. „Es ist nicht klug, jeden Tag russisches Roulette zu spielen. Die Petrocaribe ist ein Glücksspiel und die Hände in den Schoß zu legen wird zunehmend gefährlicher“, fügte er hinzu.

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  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Das wirtschaftliche Glücksspiel wurde von Hugo Chavez Frias inthronisiert. Meiner Meinung nach war dies ein purer politischer Schachzug um die Länder im karibischen Raum an Venezuela zu binden, also eine gewisse Hegemonie auszuüben.
    Guatemala ist in der Zwischenzeit schon abgesprungen. Bleibt abzuwarten, was sonst noch alles in der Zukunft geschehen wird. Jedenfalls ist „Petrocaribe“ kein Programm der Nachhaltigkeit.

    • 1.1
      Caramba

      Ich habe viele der von Chavez unterstützten Inseln besucht, und das dürfen Sie getrost als Fakt darstellen, nicht als ihre Meinung, das IST ein politischer Schachzug. Und die Unterstützung beschränkt sich nicht auf Öllieferungen, in Grenada wird gerade der Markt in St Georges mit Geld aus VE neu gebaut, der Krankenhausanbau und die Ambulanzen sind von VE bezahlt (und mit kubanischen Ärtzen bestückt), in Dominica hilft VE zusammen mit den Chinesen beim Infrastruktur-Ausbau (Strassen, Ölterminals und eine Raffinerie sind in Mache oder im Gespräch), in Bequia, Union und den anderen St.Vincent Inseln laufen die Schulkinder alle mit den Chavez-Laptops rum…..das ist ganz klar Versuch der Einflussnahme. Und es funktioniert – Chavez ist nicht unbedingt Tagesgespräch oder grosses Vorbild, aber doch präsent und beliebt…..
      Wird sich aber erledigen, entweder mit einer anderen Regierung oder wenn der jetzigen das Geld ausgeht. Mal sehn was dann bleibt…..
      Saludos
      dd

      • 1.1.1
        Herbert Merkelbach

        Also war meine Vermutung richtig. Wenn man nicht selbst vor Ort ist KANN man nur vermuten, auf der anderen Seite, die Historie in der Vergangenheit in dieser Beziehung zeigte immer die gleichen Muster auf. Da hilft nur ein klein wenig logisch denken und zwischen den Zeilen lesen.
        Ich gehe davon aus, dass den Chavisten das Geld ausgehen oder besser, dass sie all die „off-shore“ Projekte Venezuelas nicht mehr auf Grund fehlender Mittel finanzieren können. Wenn man sich den Zustand der venezolanischen Ökonomie genau betrachtet, dann dürfte dieser Punkt nicht mehr weit sein.

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