Petrocaribe: Jamaika liefert Zementklinker nach Venezuela

Datum: 21. Dezember 2013
Uhrzeit: 11:09 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Die Karibikinsel Jamaika ist Nutznießer des Pertocaribe-Abkommen und erhält Erdöllieferungen zum Vorzugspreis von Venezuela. Das Abkommen erlaubt Käufe zum Marktpreis, aber nur 40 % müssen bei einem Ölpreis von über 100 US-Dollar innerhalb einer Frist von 90 Tagen gezahlt werden. Der Rest kann über 25 Jahre zum Zinssatz von 1 % geschuldet werden. Die Karibikstaaten, darunter Haiti, die Dominikanische Republik und Kuba, können zu diesen Konditionen bis zu 185.000 Barrel am Tag erwerben. Auch Bezahlungen mit Waren oder Dienstleistungen (Tauschhandel) sind möglich. Bereits Anfang des Monats Dezember hat Jamaika zur Begleichung seiner Schulden mit der ersten Lieferung von Zementklinkern nach Venezuela begonnen.

Kingston hatte den Vertrag über das Abkommen bereits am 7. September 2005 unterzeichnet und profitiert seit dieser Zeit vom latenten Finanzierungsmechanismus. Die Vereinbarung umfasst auch einen Handelskompensationsmechanismus, der es der Karibiknation erlaubt, einen Teil der Darlehenstilgungen an Venezuela mit lokal produzierten Waren und Dienstleistungen zu Vorzugspreisen bezahlen können.

Laut Angaben der jamaikanischen Regierung ist es das erste Mal, dass die Regierung den Klinker-Deal zum Begleichen ihrer Verbindlichkeiten nutzt. Anlässlich der ersten Lieferung begrüßte Premierministerin Portia Simpson Miller die Initiative des venezolanischen Staates und wies darauf hin, dass es sich bei Petrocaribe nicht nur um eine Geste des guten Willens vom ehemaligen Präsidenten Chávez Frías handelte.

Nach ihren Worten soll durch das Abkommen ein Netz erdölindustrieller Anlagen geschaffen werden, durch das die Versorgung der Staaten der Region nachhaltig gewährleistet wird. Zudem biete es eine gegenseitig vorteilhafte Gelegenheit, um den Handel zu fördern und die Süd-Süd-Kooperation zu vertiefen.

„Diese besonderen Bedingungen erlauben es uns auch, das lobenswerte und ehrgeizige Wohnprojekt La Gran Misión Vivienda Venezuela zu unterstützen“, so Miller. Sie wies darauf hin, dass Jamaika bisher alle seine Schuldendienstverpflichtungen nach Venezuela nachgekommen sei.

Demnach betrug die erste Lieferung von Klinkern nach Venezuela rund 20.000 Tonnen, die von der Karibik Cement Company Ltd (CCL) aus ihrem Werk in Kingston an die Corporación Socialista del Cemento in Venezuela geliefert wird. Bis zum April 2014 rechnet das Unternehmen mit weiteren Lieferungen von rund 100.000 Tonnen – in einem Gesamtwert von etwa 8,5 Millionen US-Dollar.

Portlandzementklinker wird durch Sinterung einer genau festgelegten Rohstoffmischung hergestellt. Die Rohstoffmischung muss fein gemahlen, gut gemischt und homogen sein. Die jamaikanischen Klinker haben eine Zementgehalt von 77 Prozent.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Abgesehen davon, dass ein Teil der Schulden von Jamaika bezahlt wird, gestaltet sich der Ausgleich der Schulden durch Jamaika als „barter“, Tauschhandel, ein „vorsintflutliches“ Geschäftsmodell, obwohl die SBZ gegen Ende der 70er Jahre bis 1989 diese Art Geschäft betrieb. Sogenannte Dreiecksgeschäfte. Ist mir noch als ehemaliger Arbeitnehmer in der grosschemischen Industrie bekannt.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!