Peru: Wari-Kultur führte operative Öffnung des Schädels durch

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Gefundene Schädel weisen Anzeichen eines operativen Verfahrens auf (Foto: ucsb)
Datum: 21. Dezember 2013
Uhrzeit: 12:47 Uhr
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Vor mehr als 1.000 Jahren gab es im südamerikanischen Land Peru offensichtlich eine große Entwicklung bei der Schädel-Trepanation. Mehrere gefundene Schädel weisen Anzeichen eines operativen Verfahrens auf, mit denen Eingriffe im Schädelinnern vorgenommen wurden. Durch die Senkung des Schädelinnendrucks sollten wahrscheinlich Verletzungen und Krankheiten behandelt werden, die während bewaffneten Konflikten entstanden.

Trepanationen (Schädelöffnungen) können bereits um 10.000 v. Chr. im Natufien und später sogar weltweit nachgewiesen werden. In Südamerika wurden mehrere Gräber (etwa 2.000 Jahre alt) mit trepanierten Schädeln und chirurgischen Werkzeugen gefunden. Die meisten Schädel wiesen Heilungsprozesse auf.

Danielle Kurin und ihre Kollegen von der „University of California“ fanden in der Nähe von Andahuaylas, einer kleinen Stadt in den peruanischen Anden, 35 menschliche Schädel mit Anzeichen von insgesamt 45 Schädelöffnungen. Die Entdeckung erlaubte Kurin einige interessante Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Operationen etwa 200 bis 600 n. Chr. von der Vor-Inka-Zivilisation der Huari durchgeführt wurden.

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Das Reich der Wari (oder: Huari) war eine der vor-inkaischen Regionalkulturen Südamerikas und existierte in der Zeit von etwa 600 bis 1100 n. Chr. entlang der Küstenregion des heutigen Peru. Im 11. Jahrhundert begann der wirtschaftliche Niedergang des Wari-Reiches. Es wird vermutet, dass möglicherweise klimatische Veränderungen im Zusammenhang mit El Niño den Untergang dieser Kultur verursacht haben, ohne dass jedoch bisher genauere Erkenntnisse vorliegen.

Laut Kurin könnte die Zerstörung des Reiches Destabilisierung und bewaffnete Konflikte verursacht haben. Durch einen Anstieg der Verletzungen und Krankheiten bei der Bevölkerung sahen sich die Mediziner der damaligen Zeit gezwungen, Maßnahmen zur Heilung zu entwickeln. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie deshalb Hirn-Trepanationen durchführten“, so Kurin.

Nach ihrer Meinung sollten durch die Schädelöffnung nicht nur Verletzungen und körperliche Schmerzen geheilt werden, sondern auch Schmerzen der Seele (Psyche). Bestimmte Operationen waren erfolgreich, andere weniger. Wenn der Patient nicht überlebte, wurde sein Körper „gespendet“. Ärzte und Wissenschaftler studierten am Leichnam weitere neue Operationsmethoden. Darauf lassen auch die gefundenen Schädel schließen, die eine Reihe von Löchern unterschiedlicher Größe und Tiefe aufweisen.

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  1. 1
    Tomás Fernández

    Das waere jetzt mal interessant ein Roentgenphoto von Don Mad Uro zu sehen um zu vergleichen. Kann ja sein das er sich auch solch einer OP hat unterzogen. Das wuerde dann einiges erklaeren.

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