Lateinamerika: Präsidenten der Pazifik-Allianz treffen sich in Cartagena

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Die Präsidenten der Pazifik-Allianz wollen Handelsabkommen unterzeichnen (Foto: Archiv)
Datum: 23. Dezember 2013
Uhrzeit: 09:05 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Die Präsidenten der Pazifik-Allianz werden sich am 10. Februar 2014 in der kolumbianischen Stadt Cartagena (Hauptstadt des Departements Bolívar) treffen. Dies gab am Sonntag (22.) die kolumbianische Außenministerin María Ángela Holguín in einem Interview bekannt. Die „Alianza del Pacífico“ ist eine lateinamerikanische Freihandelszone mit Ziel einer Zollunion, Reise- und Visafreiheit und gemeinsamem Börsenplatz. Am 28. April 2011 wurde in Lima (Peru) auf Initiative des damaligen peruanischen Präsidenten Alan García ein Abkommen zur Gründung zwischen den vier Länder Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru unterzeicht. Am 6. Juni 2012 wurde die Allianz gegründet.

Bei dem Treffen an der Karibikküste im Norden Kolumbiens wollen die vier Staatsoberhäupter ein gemeinsames Handelsabkommen unterzeichnen und weitere Integrationsmaßnahmen wie die Abschaffung der Visa-Pflicht zwischen ihren Ländern verhandeln. Die vier Gründungsmitglieder, Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru, erzielten 2011 etwa 39 % des gesamten BIPs Lateinamerikas. Mit mehr als 2 Billionen US-Dollar war ihre Wirtschaftsleistung größer als jene der weltweit neunt grössten Nation Indien. Laut Welthandelsorganisation exportierten die vier Länder Waren im Wert von mehr als 445 Milliarden US-Dollar, und übertrafen damit den Wirtschaftsbund Mercosur um fast 60 Prozent.

An sich haben die Länder Lateinamerikas den Ruf, boomende El Dorados zu sein. Unrühmliche Ausnahme sind einmal mehr Venezuela und Argentinien, die deshalb nicht einmal zu den assoziierten Staaten der Pazifik-Allianz zählen. Die peruanischen und chilenischen Volkswirtschaften waren die am schnellsten wachsenden in Südamerika im letzten Jahr ( 6,3% bzw. 5,6%). Die kolumbianische und mexikanische Wirtschaft wuchs langsamer, überflügelte aber immer noch den regionalen Durchschnitt. Alle vier Länder richten ihren Blick nach außen, mit einem besonderen Interesse an asiatischen Märkten. Chile hat mehr Freihandelsabkommen als jedes andere Land in der Welt und Mexiko liegt nicht weit dahinter.

Folgerichtig haben die als Wachstumsmotoren bekannten Volkswirtschaften erkannt, dass sich der Mercosur in einer Sackgasse befindet. War die Anfangszeit des “Gemeinsamen Marktes des Südens” noch von neoliberalen Ansätzen geprägt, änderte sich dies parallel zur zunehmenden Bedeutung linker Regierungen in Lateinamerika. Längst steht der 1990er so typische “offene Regionalismus”, der sich durch eine hohe wirtschaftliche Offenheit gegenüber Dritten auszeichnete, nicht mehr im Vordergrund, sondern das Primat der Politik. Mit der umstrittenen Aufnahme Venezuelas und dem temporären Ausschluss Paraguays aus politischen Gründen hatte der Staatenbund zudem deutlich gemacht, dass er in Lateinamerika mehr an einer horizontalen Erweiterung nach politischen Kriterien interessiert ist als daran, die Integration unter den Mitgliedsländern des bestehenden Blockes zu vertiefen und zu festigen.

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  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Der „Mercosur“ ist, wie bereits mehrfach erwähnt, ein reiner Debattierclub ohne irgendwelche erfolgversprechende Ergebnisse für die entsprechenden Volkswirtschaften der Mitgliedsländer. Die Rivalität zwischen Brasilien und Argentinien ist zu groß, Paraguay und Uruguay sind zu klein um eine gewichtige Rolle zu spielen und Venezuela ist der Abladeplatz für die Produkte, die in den vorgenannten Ländern produziert werden ohne selbst bedeutende Produkte auszuführen (Erdöl wird außen vorgehalten).
    Die „Alianza del Pacifico“ scheint aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein. Das liegt aber auch an seinen Präsidenten, die, zumindest drei davon, Wirtschaftsfachleute sind. Ich bin überzeugt davon, dass in 5-10 Jahren der Lebensstandard in diesen Mitgliedsländern ziemlich in die Höhe gehen wird. Auch wenn man vermuten könnte, das in Chile mit Bachelet eine andere Wirtschaftspolitik Einzug einhalten würde; Bachelet hat doch selbst an eigenem Leibe die Mangelwirtschaft in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands erfahren. Sie wird sich hüten, einen Sozialismus a la Sowjetunion einzuführen. Sie hat es in ihrer ersten Amtsperiode auch nicht gemacht.

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