Gefangen in Venezuela: Hunderte Kubaner im rechtlichen Schwebezustand

cuba

Datum: 21. Januar 2014
Uhrzeit: 15:44 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Hunderte von kubanischen Fachleuten haben das unter der Regierung von Hugo Cháve initiierte Programm „Barrio Adentro“ (Hinein ins Viertel) verlassen und sind in einem juristischen Schwebezustand gefangen. Die US-Behörden haben ihnen die Möglichkeit zu emigrieren verweigert. Beim Projekt „Barrio Adentro“ arbeiten vor allem kubanische Ärzte, die sich bereit erklärt haben für eine gewisse Zeit in den Armenvierteln zu leben und die Menschen zu behandeln.

Für das Projekt sind mehrere tausend kubanische Ärzte von Kuba nach Venezuela gekommen. Dies ist Teil des kubanischen Internationalismus, der die bolivarianische Revolution in Venezuela unterstützt und zudem Bestandteil des Programms „Ärzte gegen Öl“, bei dem Kuba als Gegenleistung für die Entsendung von Ärzten mit venezolanischem Öl versorgt wird.

Viele der Ärzte und medizinisches Hilfspersonal halten sich illegal im südamerikanischen Land auf. Dieser Personenkreis arbeitet nicht und lebt in ständiger Angst vor Entdeckung durch Vertreter des Regimes. Sollte dies geschehen würden sie verhaftet und auf die Kommunisteninsel überstellt. „Ich bin verzweifelt. Ich habe keinen Job und kann mich an keinem Ort lange aufhalten“, berichtet die kubanische Krankenschwester Lázaro Gabella, die sich 2007 absetzte.

Wie Gabella gibt es Hunderte von kubanischen Überläufern, deren Traum von der Auswanderung in die Vereinigten Staaten durch das State Department abgelehnt wurde. Das US-Regierungsprogramm zur Abwerbung kubanischer Ärzte „Parole para Profesionales Médicos Cubanos“ (CMPP) ist im Gegensatz zu den Meldungen der kommunistischen Propagandapresse und deren Helfershelfern äußerst erfolgreich. Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation „Solidarität ohne Grenzen“ haben über 8.000 kubanische Fachkräfte in den letzten Jahren ein US-Visum erhalten. Inzwischen verweigern die US-Behörden zwischen 10 und 15 Prozent der Anfragen.

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