Venezuela: Resignation und angebliche Führungskrise bei der Opposition

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Maduro begrüßt Oppositionsführer Capriles per Handschlag (Foto: Archiv)
Datum: 24. Januar 2014
Uhrzeit: 11:33 Uhr
Leserecho: 29 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die venezolanische Opposition befindet sich in einer Führungskrise. Diese Meinung vertritt Diego Arria, ehemaliger Vertreter Venezuelas im UN-Sicherheitsrat. Demnach widme sich Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski in den letzten Wochen hauptsächlich seinen Aufgaben als Gouverneur des Bundesstaates Miranda. In einem Interview vor wenigen Tagen war bereits eine gewisse „Resignation“ beim ehemaligen Präsidentschaftskandidaten feststellbar gewesen.

„Die Leute kritisieren viel, aber bei den Kommunalwahlen am 8. Dezember haben die Menschen nicht reagiert und nicht das getan, was sie eigentlich denken“, hatte Capriles in einem Interview betont. Gleichzeit bekräftigte er sein Engagement, weiterhin für die Demokratie im südamerikanischen Land zu kämpfen. Nach seinen Worten ist der Dialog eine Möglichkeit, um die politischen und sozialen Prozesse im Land zu ändern.

Kritik erntete Capriles vor allem aus den eigenen Reihen. Bei einem Treffen mit Präsident Maduro und anderen Gouverneuren im Präsidentenpalast hatte er diesem die Hand gereicht. Das Foto wurde als Symbol dafür gewertet, dass die Oppositionspartei „Tisch der demokratischen Einheit“ (MUD) formal gegen Maduro kapituliert hätte. „Wir haben die Präsidentschaftswahlen am 14. April gewonnen. Es kann nicht sein, dass diese Tatsache beiseite gelegt wird und Capriles einem Betrüger die Hand schüttelt“, argumentierte Arria.

Dieser Handschlag kam nach seinen Worten zu einem absolut ungünstigen Zeitpunkt. „Der Zusammenbruch des Wirtschaftsmodells von Chávez wird immer offensichtlicher. Die Öleinnahmen reichen schon längst nicht mehr aus, um die jahrelange Subventionspolitik aufrecht zu erhalten. Der Wirtschafts-Kollaps steht bevor und Venezuela hat sich zu einem Land der Warteschlangen entwickelt. Stundenlanges Anstehen gehört zum täglichen Ritual für Millionen. Diese Regierung bedarf keiner Schonung und der einzige Mechanismus, der Venezuela zur Verhinderung der Katastrophe noch bleibt, ist der Protest auf der Straße“.

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  1. 1
    Alexander

    Hat Capriles nach der Wahl den offiziellen Rechtsweg eingeschlagen und beim Wahlrat Beschwerde eingelegt? Soweit das hier angekommen ist, hat er nie offiziell Beschwerde eingelegt und die Wahl angefochten.

    • 1.1
      Caramba

      Na da is aber einer wieder toll informiert.
      Ja, hat er, war international in den Medien……erst informieren, dann posten.

      • 1.1.1
        Martin Bauer

        Ja, da ist wieder einer aus Pankow am Labern.

  2. 2
    Caramba

    Der Herr Arria hat recht. Der Handschlag mit einem Betrüger legalisiert den Mad Burro quasi, und um mit Dialog irgendetwas zu ändern ist es läääängst zu spät.
    Also Venezolanos, entweder ihr bewegt endlich euren Hintern aus dem Sofa (oder der Warteschlange) auf die Strasse, oder ihr findet euch damit ab, dass euer Land in den Ar…. geht und da laange Zeit bleibt. Wenn ihr auf Herrn no bolas – Capriles wartet, könnt ihr warten bis ihr verhungert seid.

  3. 3
    Marco Calde

    Es war klar, dass wenn die Kommunalwahlen nicht erfolgreich werden, Capriles den Rückhalt verliert. Die weiße Dame bringt sich ja schon seit einiger Zeit in Position.

  4. 4
    Jens

    Ja, die Opositionsparteien haben die Präsidentschaftswahlen angefochten. Die Wahlbehörde hat darüber allerdings negativ entschieden. Dies war auch hier zu lesen.
    Gleichwohl ist die Kritik an Herrn Capriles unberechtigt, denn er verhält sich absolut verfassungskonform. Er ist Gouveneur und muss mit der Zentralregierung zusammen arbeiten.
    Tut er das nicht, gilt der alte Grundsatz von Josef Stalin, Oposition sofort erschiessen.

    Sollte die Regierung in Caracas tatsächlich die Versorgung mit Lebensmitteln und Devisen nicht sicher stellen können, haben wir in Lateinamerika ein Problem.

  5. 5
    der Reisende

    Capriles hat keine Eier in der Hose er hatte zwei mal die Chance das ganze Ding zu wenden. Er hatte mehr als 8 Millionen Venezolaner hinter sich und was hat dieser Wasch-lumpen gemacht, fliegt nach Rom in der Erwartung das man ihm den Friedensnobelpreis de la paz ueberreicht.Und so eine Blendgranate wollte President werden.Ich hoffe und denke das Leopoldo Lopez mehr Arsch in der Hose hat als der Hosen……er Caprile.

  6. 6
    fideldödeldumm

    Sr. Arria hat Recht! Für die einfältigen Venezolaner – wovon es ja ein paar von geben soll – sieht es so aus, als ob er sich mit dem Pack arrangieren würde.

  7. 7
    pandora

    Auf die Venezolanos selbst kommt es an , und diese haben doch bei der Wahl gezeigt , wen oder was sie wollen !!!
    Jetzt Capriles ein Versagen bzw die Schuld in die Schuhe zu schieben , ist ja soooo einfach

    Fazit : es muss noch dicker kommen , bevor endlich der letzte Venezolano ( und Extranjero ) begreift , dass es so nicht weiter gehen kann / darf

  8. 8
    Lothar Wannhoff

    Die Opposition, wie sich auch an den Beiträgen hier zeigt, ist untereinander völlig zerstritten und ohne jedes Konzept oder personelle Alternative zur bolivarischen Revolution. Alle Wahlen in den letzten 14 Jahren verloren ,völlig inkompetente Führungskräfte. Capriles kann seine Landsleute nicht verstehen,dass sie ihn auch bei den Kommunalwahlen abgestraft haben. Es ist halt sehr schwierig gegen die erfolgreichste Regierung in der Geschichte Venezuelas zu argumentieren. So erreichte Venezuela die stärkste Armutsreduzierung in ganz Lateinamerika laut Cepal. ( soziales Panorama in Lateinamerika 2013 ).Es ist also nicht verwunderlich,dass die grosse Mehrheit der Venozolanern Präsident Maduro unterstützt.

    • 8.1
      Der Sachse

      Lieber Herr, kommen Sie doch einfach mal her und leben 3 bis 6 Monate mit einer Inflationsrate von ueber 57 % mit all seinen Konsequenzen . Dann reden wir mal tacheles ueber diese dollen und erfolgreichen Zustaende hier in Venezuela. Glauben Sie, Sie schaffen das?

    • 8.2
      Martin Bauer

      Alle Wahlen nach 1998 hat die Regierung durch Betrug, Mord, Repressalien und Stimmenkauf „gewonnen“. Eine Mehrheit hatte sie, zumindest seit dem Massaker von 2002, nie mehr hinter sich. Wahrheitsverdreher aus Deutschland ändern daran nichts.

      Evolución = El pueblo acaba con la mierda poco a poco.
      Revolución = La mierda acaba con el pueblo.
      Contra-Revolución = El pueblo acaba con la mierda en una vez y para siempre.

    • 8.3
      Herbert Merkelbach

      Lesen Sie bitte die folgenden Sätze: 15 años de robolución bobolivariana, y Venezuela cada dia que pasa se convierte más en un verdadero país progresista, en el que predominan las igualidades, es decir, todos comienden mierda por igual, con excepción del presidente y sus compinches. El único inconviente es que la mierda también la tienen que racionar porque no alcanza para todos.

      Wenn Sie das verstanden haben, dann haben Sie den wahrhaftigen Zustand der venezolanischen Ökonomie vor Augen.
      Ich hoffe auch, dass einfach strukturierte Menschen wie Sie, diesen Zustand begreifen.

      • 8.3.1
        Caramba

        Die gefallen mir! Ist das von Ihnen oder ein Zitat? Anders gefragt, darf ich das an anderer Stelle weiterverwenden? Lange keine knappere und treffendere Beschreibung mehr gelesen…..*gg*
        Saludos
        dd

      • 8.3.2
        Caramba

        Vor lauter Begeisterung vergessen: ich fürchte, für Herrn Wannhoff werden Sie das übersetzen müssen. Bei der Ahnung, die er offensichtlich von Venezuela hat, bezweifle ich sehr, dass er der Sprache mächtig ist. Der spanischen, meine ich…..lol

  9. 9
    Herbert Merkelbach

    Senor Caramba:
    Zuerst muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich abwechselnd in den Betriebssystemen Windows 7 und Linux Opensuse 12.3 navigiere. Im Falle von Linux bin ich Neuling und das gibt es manchmal Probleme in den Fremdsprachen mit gewissen zu setzenden Zeichen, wie zum Beispiel dem Wort senor.
    Zum Text. Ich bin ehrlich. Den habe ich aus einer Leserzuschrift in „El tiempo.co“ kopiert. Er ist also nicht von mir und erschient von ca. 3 Jahren. Zu dem Zeitpunkt lebte Chavez noch, allerdings zeichnete sich damals bereits die Wirtschaftskrise in Venezuela deutlich ab. Ich habe den Text etwas geändert, in dem ich die Jahreszahl geändert habe sowie ..del presidente.. stand …del dictador..
    Besonders gute und treffende Leserzuschriften habe ich zum Teil kopiert. Ich muss mal meine „Dokumente“ im Computer durchforsten. Da waren ein paar sehr gute dabei. Wenn man tagtäglich von den EEUU bis zum tierra de la fuega unterwegs ist, im Internet natürlich, dann laufen einem so manch gute Texte in Form von Leserzuschriften über den Weg.
    Der Text ist urheberrechtlich nicht geschützt. Also auch denen weitersagen, die noch vom Chavismus und dem Sozialismus des 21. Jahrhunderts überzeugt sind. Vielleicht ändern sie ihre Meinung.

  10. 10
    Herbert Merkelbach

    Senor Caramba: Korrektion: …zum tierra del fuego…

    • 10.1
      Caramba

      Vielen Dank! Meine Frau hat´s schon auf ihrem Gesichtsbuch gepostet……und freut sich über die vielen Antworten! :-)
      Eigentlich ist es ja zum Weinen, aber wir lachen das irre Lachen der Verzweifelten….. *gg*
      Saludos
      dd

      • 10.1.1
        Herbert Merkelbach

        Da werden sich bestimmt einige Landsleute Ihrer Frau den Galgenhumor nicht verkneifen lassen.
        Dieser Text und viele andere noch zynischere entstanden während Uribe Präsident Kolumbiens war und es diesen Zwist mit Venezuela wegen der Entsendung US-amerikanischer Truppen zwecks Bekämpfung der Drogenlieferungen ex Kolumbien in die USA gab. Chavez drohte damals sogar mit einem Krieg mit Kolumbien, sollten US-amerikanische Truppen das Gebiet Venezuelas verletzen. Auch seine Gegnerschaft in Bezug auf Stationierung von GI’s in Kolumbien war vielfachem Spott in der kolumbianischen Presse ausgesetzt. Ich habe die Kommentare in „el tiempo.co“ mit Genuss gelesen.
        Leider muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich die Kommentare, die ich kopierte, zwischenzeitlich gelöst habe. Jetzt hätte ich diese gut gebrauchen können. Meine „documents“ haben nichts mehr hergegeben. Lo siento, senor.

    • 10.2
      Marco Calde

      Ich finde es ziemlich daneben, dass jetzt auf Capriles eingeprügelt wird. Natürlich hat er nicht das erreicht, was man sich erhofft hat, nur jetzt zu behaupten, dass er keine Eier in der Hose hat finde ich ziemlich daneben.
      Ich glaube schon, dass er sich verdient gemacht hat, aber wie immer lassen sich von Zuhause immer leicht hohe Töne anstimmen.

      @Merkelbach: In Linux lassen sich relativ einfach mehrere Sprachen für die Texteingabe installieren. Ich habe bei mir auch EN, DE, ES installiert. Im Panel kann man so recht leicht mit 2klicks das Tastaturlayout ändern. Wenn sie noch Einsteiger sind, sollten sie sich vll mal Ubuntu/unity anschauen (via LiveCD). Meines Erachtens ist das für Einsteiger das mit Abstand einfachste System, da es für die Distri. auch mit Ubuntuusers und AskUbuntu sehr große (HIlfe-) Datenbanken gibt.

      • 10.2.1
        Herbert Merkelbach

        Danke Ihnen für Ihre Unterstützung. Über youtube.com habe ich mir schon einige Anwendungen in Linux angesehen. Es gibt auch den Internetauftritt opensuse-lernen.de, über den man auch eine paar wichtige besondere Anwendungen aufschnappen kann.
        Wie gesagt, ich habe opensuse 12.3 installiert, trotzdem werde ich Ihren Rat befolgen. In windows ist es einfach: drücken alt-Taste und die entsprechende Zahlenkombination eingegen: nje alt+164. Trotzdem und trotz meines fortgeschrittenen Alters, eines Tages bekomme ich das auch noch geschafft.
        Vielen Dank für Ihre Ratschläge.

      • 10.2.2
        Caramba

        Sie haben recht, zu einem gewissen Grad.
        Es ist unfair, auf Capriles einzuprügeln, und Beleidigungen sind tatsächlich unangebracht.
        Ich muss gestehen, dass ich mich dazu auch schon habe hinreissen lassen. Allerdings, ein paar Kritikpunkte finde ich muss man schon anbringen….
        Ich bin noch nicht sicher, ob Senor Capriles einfach so schrecklich ehrenhaft ist, immer den korrekten, demokratischen, legalen Weg zu gehen, obwohl er doch selber am Besten wissen muss, dass es unabhängige unpolitische Justiz in Venezuela schon seit Jahren nicht mehr gibt. Und obwohl er wissen muss, dass Wahlen niemals etwas ändern werden, denn selbst wenn er die Mehrheit hätte, das einfach verbogen und zurechtgerechnet werden wird. Ich kann nicht glauben, dass ein gut ausgebildeter, offensichtlich intelligenter Mann diese simplen Tatsachen nicht sieht. Da stellt sich dann die Frage, warum er so agiert…….simple Naivität? Dann wäre er als Politiker eine Fehlbesetzung.
        Angst? Vielleicht nicht um sich, sondern um seine Anhänger? Würde ihn ehren, aber dann muss er auch wissen, dass alle seine Reden und Auftritte völlig umsonst sind.
        Oder will er einfach nur in die Nähe der Macht? Immerhin durfte er Mad Burro ja schon die Hand schütteln…..dann wäre er allerdings auch wieder nur ein Gauner wie die anderen.
        Ich persönlich kann seine Handlungsweise, bzw die Gründe dafür, nicht nachvollziehen. Und ich höre mir gerne Ihre Meinung an! Inzwischen bemühe ich mich sehr, meinem Frust nicht in Anspielungen auf seine körperliche Ausstattung Luft zu machen – versprochen! :-)
        Saludos
        dd

      • 10.2.3
        MarcoCalde

        Es gibt durchaus einiges was man an Capriles kritisieren kann. Der Diskurs gehört nunmal zum demokratischen Prozess dazu. Man darf nur nicht vergessen, dass Capriles mit „Leid und Leben“ für einen Wechsel gekämpft hat, das ist scheinbar schon wieder vergessen.

        Meines Erachtens sind die Fehler vor der Wahl begangen worden und nicht nach der Wahl. Capriles hat im Wahlkampf die üblichen Themen besetzt ohne das ganze mal wirklich zu konkretisieren. Ich habe während des Wahlkampfes öfters Freunde gefragt: “ Für was steht Capriles eigentlich?“ Und eine richtig befriedigende Antwort habe ich darauf nie bekommen. Er hat immer vom brasilianischen Weg gesprochen, aber was soll das aber bedeuten? Venezuela ist nicht Brasilien!

        Mir würden da auf Anhieb einige Beispiel einfallen. Zum Beispiel was passiert mit einem Landgut, was enteignet wurde und heute brach liegt. Geht das wieder zurück, bleibt das in Staatshand oder gäbe es dafür eine andere Lösung? Das z.B. die Arbeiter in irgendeiner Form Teilhaber werden oder z.B. gewinnabhängig beteiligt werden. Weltweit gibt es dafür genug Referenzen z.B. ein Weingut in Südafrica. Das könnte man als Beispiel aufzeigen und sagen. „Schaut, dort sind die Personen, die dort arbeiten nicht nur am Gewinn beteiligt, sondern haben dazu eine Werkswohnung und einen Kindergarten/Schule für ihre Kinder.“

        Bei der Kriminalitäts- und Korruptionsbekämpfung ist das ähnlich. Da hätte er ruhig mal aufzeigen können, was er überhaupt machen will, z.B. die Gründung einer Gruppe/Konsortium von nationalen und internationalen Fachkräften z.B. aus Chile oder Norwegen, die im ersten Jahr mal einen Ursachen und Maßnahmenkatalog erstellen, den die Regierung nach und nach umsetzt.

        Statt dessen blieb er immer sehr wage. Die Politik ist dazu da ein Angebot zu machen – einfach nur dagegen zu sein ist mir zu wenig.

        Nach der Wahl hat er dann anstatt weiter Politik zu machen von Legalität und Legitimität geschwätzt, was 80% der Venezolaner sowieso nicht verstehen. Das hätte er ja auch im Interview 10min von 40min machen können, aber sicherlich nicht die kompletten 40min

        Das sind eher die Punkte, die ich an Capriles kritisieren würde und nicht das er nicht zur Revolution aufgerufen hat, denn da hätte vermutlich niemand wirklich gewusst wie das ausgeht und wieviele Tote es dabei gegeben hätte. Dafür würde ich auch nicht die Verantwortung übernehmen wollen.

        Und viel mehr Möglichkeiten würden mir auf Anhieb auch nicht einfallen. Die Wahl, der Rechtsweg oder die Straße.

        @Merkelbach: Keine Ursache. Ich nutze selbst seit Jahren Linux. Erst Kubuntu/KDE und jetzt Ubuntu/Unity – bin aber selbst kein Experte.
        Ich würde ihnen auch nicht empfehlen, das gleich zu installieren. Youtube ist schon mal ganz guter Anlaufpunkt und zum Reinschuppern würde ich ihnen erst mal die LiveCD/USB empfehlen, damit können sie das System einfach mal booten, ohne etwas am PC zu ändern, und ein bisschen darin rumklicken.

        Bei fragen können sie mich auch auf ubuntuusers (User: bayermitparanoia) direkt anschreiben.

  11. 11
    Felix

    Ich weiss auch nicht, ob die Opposition besser regieren wuerde als Chavez oder Maduro es augenblicklich tut. Das Problem sind die Venezolaner selbst. Sie sind durch die Bank weg korrupt und lieben Geschenke. Am besten nicht mehr arbeiten muessen und den Staat alles machen lassen. So wie es momentan ist, ist es fuer die meisten gut.

    Erst, wenn es nix mehr zu fressen gibt, werden sie munter. Ansonsten: Schoenes Wetter das ganze Jahr. Bananen kann man selbst pfluecken. Warum also nachdenken ??

    Die Opposition wuerde sich ebenso bereichern wie die Chavistas im Augenblick tun. Was will man von einem Busfahrer denn Grosses erwarten ?? Was hier so alles Praesident werden kann, ist faszinierend !! :-((

    Es gibt viel zu tun, gehen wir wieder an den Strand ! Das Motto der Indios hier :-))

    • 11.1
      MarcoCalde

      Chavez und Maduro sind schon mal zwei paar Stiefel. Maduro könnte nicht mal einen Kreistag leiten.

      Ob die Opositon sich genauso bereichern würde, müsste sie erst einmal beweisen. Und gerade Lopez hat in Chacao wenn ich das richtig weiß einiges für mehr Transparenz gemacht.

      „Erst, wenn es nix mehr zu fressen gibt, werden sie munter. Ansonsten: Schoenes Wetter das ganze Jahr. Bananen kann man selbst pfluecken. Warum also nachdenken ??“

      Naja, heute war ja nicht nichts!

  12. 12
    Felix

    Stimmt, Chavez und Maduro trennen Welten. Um so schlimmer fuer Venezuela.

    Du kennst doch sicherlich die Mentalitaet der Venezolaner, Marco Calde ? Ich war mit einer Venezolanerin verheiratet. Die sagte zu mir: Wir werden schon korrupt geboren und haben das im Blut.

    Glaubst du wirklich, eine neue Regierung, egal von welcher Seite, waere im Stande, einen kompletten Blutaustausch vorzunehmen, um die „Indios“ hier von ihrem „Leiden“ zu befreien ? :-))

    Niemals. Die Polizei, die CICPC, die Justicia, die Zoellner, das Militaer und die Politiker selbst sind dermassen korrupt und verfilzt, dass du das Grauen bekommst. Die Leute mit ausreichend Geld koennen sich die Gesetze biegen, wie es ihnen „zusteht“.

    All das, was jetzt passiert, hatten wir schon 2002. Nur damals war es noch heftiger. Und wer blieb Sieger ? Genau. Chavez. Heute ist die Unterstuetzung zwar nicht mehr so gross fuer Maduro wie damals fuer Chavez, aber immerhin steht noch das Militaer hinter ihm. Sollten die Jungs sich mal fuer Venezuela entscheiden, und nicht nur fuer ihre Geldbeutel , koennte ein Umsturz gelingen. So aber wird es noch ne Weile dauern, bis sich etwas Entscheidendes aendert. Leider.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    • 12.1
      Caramba

      Hmmm….mag sein dass du recht hast, Felix. Für unmöglich halte ich es dennoch nicht – meine Hoffnung ruht da auf den Studenten, die jetzt auf die Strasse gehn und noch mehr auf der Generation danach…….man wird nämlich nicht korrupt geboren, da liegt deine Frau falsch, auch wenn sie das so empfinden mag. Meine Frau lebt jetzt 2 Jahre hier in D, bewundert, wie ordentlich und reibungslos alles läuft – zumindest auf unserem niedrigen Niveau, die Korruption gibt es schon hier, aber teurer und auf….naja, anderes Thema – und sie schlägt auch immer seltener „venezolanische“ Lösungen für diverse Alltagsprobleme vor…. :-)
      Ich hoffe nur, sie verliert das venezolanische Temperament nicht in dem Prozess……*lol*
      Saludos

    • 12.2
      Marco Calde

      Kein Mensch wird korupt geboren. Die ersten Regierungen waren ja auch nicht korupt. Brecht hatte auch mal.was schönes gesagt, leider weiß ich den Wortlaut nicht mehr:“Der Mensch wird gut geboren, aber von der Gesellschaft schlecht erzogen!“

      Weißt du Felix, ich glaube nicht an die Ohnmacht des Menschen, wenn man etwas verändern will, dann kann man das auch. Gerade bei Kriminalität und Korruption gibt es schon Jahrzehnte lange Erfahrungen, die Regierung müsste das nur umsetzen – im Prinzip muss die Regierung nichts neues Erfinden.

      @Caramba: Gib doch mal ein Beispiel für einen Venezolanischen Lösungsvorschlag, das wurde mich mal interessieren.

      Verändern wird sie sich sicher, aber ich sage mal Ihre Sozialiserung wird bleiben. Das mag sich jetzt doof anhören, aber egal wo ich auf der Welt sein werde bzw wie lange, ich werde immer Deutscher bleiben, weil ich in Deutschland sozialisiert wurde – sprich ich werde immer Dinge für wichtig erachten, was vll ein Venezolaner nicht tut und umgekehrt, von daher wurde ich mir darüber keine Gedanken machen, das Temperament bekommst du nicht raus aus ihr, selbst wenn du das wolltest ;)

  13. 13
    Felix

    Ich haette wohl doch den Ironie-modus anbringen sollen, als ich sagte, die Venezolaner werden schon korrupt geboren ?? :-)

    Das war ein Scheeeeeeeeeeerz !!! Saeugetiere, zu denen ja die Menschen gehoeren, muessen angelernt werden. d.h. Wenn die gesamte Bevoelkerung schon korrupt ist, werden es, bis auf wenige Ausnahmen, die Kinder auch. Sie kennen ja nichts anderes und finden das auch vollkommen „normal“. Wenn die Eltern, die Polizei, die Justiz und die Regierungen es ihnen vormachen, wie sollen sie besser sein ??

    Eine Regierung, die Energie fast zum Nulltarif verschenkt, gehoert eingesperrt und mit taeglichen Stockhieben versehen ! (Vorsicht Ironie !) Das ist unverantwortlich und auch nicht sozial, denn die wirklich armen Schweine koennen sich keine grossen Fahrzeuge leisten und profitieren somit auch nicht von diesen Verguenstigungen. Dies bedeutet, dass der Sozialismus von Chavez nur den Wohlhabenden zugute kommt. Sicher, ein bisschen auch den Menschen aus den Ghettos. Bildung zum Nulltarif ? Alles zum Nulltarif? Wenn es das nur fuer die Beduerftigen gaebe, waere ich einverstanden. Sobald gut verdienende Buerger davon profitieren, hoert es schon auf bei mir.

    Venezuela mit seinem Sozialismus, also ein Geschenkeverteilerstaat, kann nur deshalb momentan ueberleben, weil es durch Oeleinnahmen finanziert wird. Sobald dieses Bein amputiert ist, sieht es sehr schlecht fuer Venezuela aus. Was hat es denn sonst noch anzubieten ? Tourismus? Wer traut sich denn noch nach den „Horrormeldungen“, oft auch uebertrieben dargestellt, nach Venezuela ??

    Hier wird, ausser Kindern und Petroleum, kaum etwas Sinnvolles produziert.

    Uebrigens: Die Grossgrundbesitzer wurden nicht enteignet, wie es faelschlicher Weise oft heisst. Sie bekamen zu Weltmarktpreisen ihren Besitz verguetet.

    Kann sein, dass sie gezwungen wurden, zu verkaufen. Aber verschenken mussten sie ihr Land nicht !

    Die vorherigen Regierungen waren nicht korrupt, Marco?? Da habe aber etwas gaaaanz anderes gehoert und gelesen !!

    Deshalb ist Chavez doch an die Macht gekommen, weil er gegen die Korruption „kaempfen“ wollte. Es ist leider viel schlimmer geworden. Wenn ich einen Container aus dem Hafen holen will, sagte mir der Zoellner, wie viel ich ihm privat bezahlen muss, damit ich mein Eigentum bekomme. DAS ist Erpressung. GsD hatte ich einen Bekannten beim Militaer, der in Porto Cabello taetig war. Dieser Captain hat dem Zoellner dann erklaert, was mit ihm passiert, wenn er nicht sofort den Container raus rueckt.

    tja. auch das gibt es.

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