Venezuela: Run auf Reise-und Airline-Büros

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Airlines setzen Ticketverkauf aus (Foto: Twitter)
Datum: 25. Januar 2014
Uhrzeit: 12:52 Uhr
Leserecho: 13 Kommentare
Autor: Redaktion
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Während das venezolanische Regime alles unternimmt, um die Ineffizienz des Verwaltungsapparates noch zu steigern, hat am Samstag (25.) in der Hauptstadt Caracas ein Run auf die Reise-und Airline-Büros eingesetzt. „Wir wollen das Land verlassen, so lange dies noch möglich ist“, erklärt María Rivas, die gerade noch ein Ticket nach Miami für 17.000 Bolívares (offizieller Wechselkurs zum Dollar 6,3) ergattert hat.

Nach Schätzungen von Analysten haben venezolanische Unternehmen inzwischen etwa 10 Milliarden US-Dollar Schulden bei ihren ausländischen Partnern angehäuft. Die Unfähigkeit der linksgerichteten Regierung lähmt die internationalen Transaktionen. In seiner Torheit ernennt Präsident Nicolás Maduro lieber 107 Vizeminister, die Vizeministerien „für die oberste Glückseligkeit des venezolanischen Volkes“ verwalten sollen. Dafür ist ihm zwar einmal mehr der Spott auf den sozialen Netzwerken sicher, eine Lösung zur Krise des Landes hat der regierende Ex-Busfahrer allerdings nicht.

Dieser Bericht bezieht sich auf:

„Das Szenario in Venezuela gleicht einem riesigen Friedhof, so eine Misswirtschaft hat es noch nie gegeben. Das Land ist fast überall mit seinen Verpflichtungen in Verzug, die Lage ist sehr ernst“, analysiert José Guerra, Professor für Ökonomie an den Universität von Caracas. Alleine bei den ausländischen Fluggesellschaften belaufen sich sie die Schulden auf mehrere Milliarden Dollar, eine Begleichung mit Staatsanleihen und Treibstoff lehnen die Airlines ab und setzten den Ticketverkauf auf unbestimmte Zeit aus.

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  1. 1
    León Betancourt

    Die Situation ist ganz einfach. Ich war heute in einem Reisebüro in Valencia und wollte einen Flug nach Paris. Keine Tickets. Die Chefin hat mir dies so erklärt: Die Regierung hat ihre Schulden nicht bezahlt und die Menschen kaufen alle Tickets, die sie bekommen können. Normalerweise würden wir auf die gestiegene Nachfrage reagieren und die Sitzplatzkapazität erhöhen. Dies ist jedoch nicht möglich, da wir nicht länger auf unser Geld verzichten.

    Also: Ganz einfach. Nur sitzen in Venezuela Leute in der Regierung, die über weniger Intelligenz wie eine Kakerlake verfügen.

  2. 2
    Caramba

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:
    das illegale Regime will das nicht ändern, das ist eine Massnahme zur Beschränkung der Reisefreiheit. Möglicherweise ist Mad Burro und seine Paviane selbst dazu zu blöd, die Hermanos Castro sind es nicht……

  3. 3
    Marvin Scott

    Die Unfähigkeit des Präsidenten und seiner unzähligen Minister und Vizeminister ist so himmelschreiend, dass es bald einmal legitim wir, diese Unbelehrbaren zu beseitigen. Je länger das dumme Treiben noch dauert, desto radikaler werden die Mittel zur Vertreibung sein. Die Zeit ist nicht mehr fern, da solche Gedanken reif werden.

    Der nächste Schritt muss sein, die Verantwortlichen, die so etwas überleben, für die Verantwortungslosigkeiten und Verbrechen zu bestrafen, und zwar mit der gleichen Rücksichtslosigkeit, wie sie ihre Diktator durchsetzen.

    • 3.1
      Martin Bauer

      „Die Zeit ist nicht mehr fern, da solche Gedanken reif werden.“
      Schon nach dem Wahlbetrug vom Dezember 2006 und dem Anzünden von Büros der Opposition durch Schlägertrupps der Regierung kamen solche Gedanken auf. Viele Venezolaner, die ich kenne, würden die Verantwortlichen gerne mit eigenen Händen umbringen, darunter auch Polizisten und Militärs. Nur tut es keiner…
      „…die Verantwortlichen, die so etwas überleben, für die Verantwortungslosigkeiten und Verbrechen zu bestrafen, und zwar mit der gleichen Rücksichtslosigkeit, wie sie ihre Diktator durchsetzen.“
      Sebstschutz, Strafe und Rache sind drei völlig verschiedene Dinge und sollten nicht miteinander vermengt werden. Das Erste ist legitim und notwendig, das Zweite in seiner Wirkung zumindest fragwürdig, das Dritte ist barbarisch und kann keine Grundlage für eine neue, bessere Gesellschaft sein. Aber…, die Quelle einer potentiellen Bedrohung zu eliminieren, ist die effizienteste und nachhaltigste Form des Selbstschutzes und damit absolut gerechtfertigt.

  4. 4
    Martin Bauer

    Nun hat auch die Lufthansa reagiert. Flüge ab Caracas werden nicht mehr angeboten.

    • 4.1
      El Burrito

      Gibt es dazu schon ein offizielles Statement von der Lufthansa? Oder schließt Du das daraus, dass man keine TIckets mehr angezeigt bekommt im Moment?

    • 4.2
      mediovenezolano

      Das stimmt so nicht. Flugtickets von Lufthansa werden von deutschen (Internet) Reisebüros angeboten, allerdings nur zahlbar in Euros.

    • 4.3
      Caramba

      Die Flüge werden angeboten, aber nur DE-Caracas-DE, nicht andersrum. Müsstest dir also 2 One-Way tickets besorgen….rund 700.-€/ticket direkt oder 550.- via Bogota mit der Avianca und DE-Bogota-DE per Lusthansa. Also direkt 1400.- roundabout…..was ist das in Bolivar? Mehr als ein saldo minimo?…..

      • 4.3.1
        annaconda

        Die enge „Zusammenarbeit“ mit Kuba zeigt ihre Fruechte. 1400 Euro ein Ticket, also nach dem Schwarzmarktkurs rund 140000 Bsf.,das sind momentmal 43,7 Monate Grundlohn ! Fuer Venezolaner ohne Kreditkarten und somit ohne Anrecht auf den Ankauf von „offiziellen Dollars“ und ohne Freunde,Verwandte im Ausland,unmoeglich ausserhalb von Venezuela zu reisen.Das heisst defacto „Ausreiseverbot“.Ich glaube da steckt nicht nur Unfaehigkeit und Dummheit der illegalen Regierung dahinter,sondern dies ist langfristig von Kuba geplant,so bleiben mehr Divisen fuer die Gaensegeier aus Havanna uebrig.

    • 4.4
      Martin Bauer

      Die Situation ändert sich täglich. Die Website der DLH zeigt keine Flüge mehr an, die in Caracas abgehen. Das muss ich nicht schlussfolgern, das kann man sehen unter lufthansa.com. Auch das kann sich jederzeit ändern.

      Telefonisch kann man bei DLH Frankfurt den Flug buchen, muss aber in Euro zahlen. Auch bei DLH Caracas kann man den Flug buchen, aber zur Zahlung in BsF braucht man eine venezolanische Cedula, angeblich laut neuer Direktive der venezolanischen Regierung (sonst zahlen die keine Devisen). Als Ausländer muss man in Euro oder Dollar zahlen.

  5. 5
    Der Bettler

    Also Caracas-Frankfurt mit Lufthansa kann nur noch mit Euros bezahlt werden ,und nur noch ueber Internet. Die Reisebueros Venezuelas verkaufen landesweit keine Tickets mehr von Lufthansa,und Bolivares werden nicht mehr akzeptiert.Es wird aber noch diese Strecke geflogen. Quelle http://www.lufthansa.com Kein normaler Venezolano kann sich das leisten,und das ist ja der Sinn der Sache.
    Bezahlen die Pleitegeier vom Miraflores ihre Schulden an Lufthansa, (gute 200 millionen Dollar) kann
    sich die Situation auch wieder normalisieren. Von Warschau aus fliegt eine Maschine direkt auf die Insel,aber man kann nirgendwo ein Ticket erwerben. Dann kann man mit Lufthansa nach Bogota,und mit der Avianca nach Caracas fliegen,aber ein mehr als 30 Stunden Trip.Hoffen wir,dass diese Armleuchter von Regierung endlich mal ihre Schulden bezahlt,und wieder ein bezahlbarer Normalflug
    Frankfurt- Caracas eintritt.

    • 5.1
      Martin Bauer

      Die Avianca nach Bógota ist angeblich seit Monaten und auf Monate ausgebucht. DIe Lufthansa zeigt den Dreiecksflug FRA-CCS über Bógota auf ihrer Website nicht mehr an.

      • 5.1.1
        Caramba

        Hola,
        ich widerspreche ja ungern, aber den Flug über Bogota haben sie mir heute angezeigt, Reisetermin 11. – 19.März. Wäre auch eher gegangen, aber für mehr Geld als die erwähnten 550.- pro Strecke.
        Das ist auf flights-punkt-lufthansa-punkt-com ……
        Saludos!
        dd

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