Peru: Gericht spricht Fujimori vom Vorwurf der Zwangssterilisation frei

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300.000 Frauen sollen gegen ihren Willen sterilisiert worden sein (Foto: Derechos Humanos)
Datum: 26. Januar 2014
Uhrzeit: 10:35 Uhr
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Autor: Redaktion
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Laut verschiedenen Menschenrechtsorganisationen hat Alberto Kenya Fujimori während seiner Amtszeit als Präsident des südamerikanischen Landes Peru (28. Juli 1990 bis zum 17. November 2000) etwa 300.000 Frauen und 24.000 Männer gegen ihren Willen sterilisieren lassen. Ein Gericht hat am Freitag (24.) den Ex-Präsidenten und sein damaliges Kabinett vom Vorwurf freigesprochen, für die die Zwangssterilisation an den hauptsächlich indigenen Frauen verantwortlich zu sein. Laut Staatsanwaltschaft hätten die Frauen den Operationen zugestimmt. Fujimori verbüßt derzeit eine 25-jährige Haftstrafe wegen Menschenrechtsverbrechen, Fällen von Korruption und Machtmissbrauch.

Die meist armen und mittellosen Peruanerinnen wurden Ende der 90er Jahre Opfer der staatlichen Politik, bei der die Frauen ohne vorherige Aufklärung und ohne ihre Einwilligung durch Ligatur der Eierstöcke sterilisiert wurden. Dadurch sollte die hohe Geburtenzahl im Land gestoppt werden. Die Sterilisationen fanden unter prekären, lebensgefährlichen Bedingungen statt. Dutzende von Frauen starben an den Folgen des Eingriffs. Tausende müssen mit den lebenslangen Folgen zurechtkommen. Ihre Familien sind weiterhin recht- und mittellos.

Der Dachverband von 61 Menschenrechtsgruppen “Coordinadora Nacional de Derechos Humanos” (CNDDHH) bezeichnete die Auffassung des Gerichtes als empörend und argumentierte, dass die Entscheidung von Richter Marco Guzmán Baca angefochten werden kann. Der Exekutivsekretär der CNDDHH, Rocío Silva Santisteban, wird am kommenden Dienstag (28.) eine Beschwerde einreichen und betonte, dass ein hochrangiger Staatsanwalt den Fall erneut überprüfen wird.

„Die Entscheidung der Justiz ist nicht endgültig getroffen, der Fall ist nicht abgeschlossen. Wir werden die Auffassung des Gerichtes nicht akzeptieren und übergeben die belastenden Unterlagen nun an einen Oberstaatsanwalt“, so Santisteban.

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