Devisenmangel in Venezuela: Medienschaffende demonstrieren vor „CADIVI“

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Erdölreichstes Land der Welt hat kein Zeitungspapier (Foto: Rogelio Díaz)
Datum: 28. Januar 2014
Uhrzeit: 18:54 Uhr
Leserecho: 14 Kommentare
Autor: Redaktion
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In der venezolanischen Hauptstadt Caracas haben am Dienstag (28.) rund 500 Medienschaffende vor dem Sitz der für die Devisenzuteilung zuständigen Behörde „CADIVI“ (Comisión de Administración de Divisas) friedlich demonstriert. Die Demonstranten forderten die Freigabe/Zuteilung von US-Dollar für verschiedene, staatlich nicht kontrollierte Medien. Diese können aufgrund mangelnder Fremdwährung kein Zeitungspapier kaufen, verschiedene Tageszeitungen mussten ihre Printausgabe bereits einstellen.

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Im erdölreichsten Land der Welt wird fast nichts produziert. Seit dem Jahr 2002 besteht eine strenge Devisenkontrolle, die dazu führt, dass venezolanische Importeure die zur Bezahlung an den ausländischen Lieferanten benötigten Devisen noch vor Versand der Ware beantragen müssen.

Zuständig dafür ist Devisenbehörde CADIVI, welche nach inner-venezolanischer Überprüfung (mangelnde oder nicht vorhandene lokale Produktion) die Devisenzuteilung autorisiert. Diese ineffiziente Praxis führt vermehrt dazu, dass venezolanische Firmen Schulden bei ihren ausländischen Lieferanten in Milliardenhöhe anhäufen, Zahlungsrückstände von mehr als 250 Tagen sind trotz Leugnen der Regierung Tatsache.

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  1. 1
    thor

    man könnte auch sagen, wir sind am ARSCH – sorry für die Fäkalsprache – aber man kanns nicht mehr anders umschreiben…! Und das schlimmste, das wird noch Jahre so weitergehen…

  2. 2
    claudia

    das glaube ich nicht…..ich denke es wird nicht mehr lange so weiter gehen! die vögel zwitschern….es ist etwas im busch!!

    • 2.1
      der Reisende

      Frage: der Vogel von Maburo oder welche Voegel und was zwitschern sie??????

  3. 3
    thor

    das hör ich schon seit Jahren, nächste Woche kommt was…, etc. etc. etc., da kommt gar nix! Die haben sich mit dem System arangiert und fertig, nur wirds eben noch ein Weilchen dauern, bis gar nix mehr geht, das sind langsame und schleichende Prozesse…

  4. 4
    Gast.

    Ganz Venezuela ist ein Sado-Maso-Studio ok 50.000001% sind Gehirn-Amputiert aber leicht
    zu erkennen.Man muss auch mal Habanna gratulieren alle Posten sind mit Militär besetzt,und der
    Widerstand hört an der Kantina auf.
    Gute Nacht Genossen.

  5. 5
    Martin Bauer

    Kuba und Nord-Korea sind traurige Beispiele dafür, dass ein Land seine kommunistischen Peiniger auch dann nicht los wird, wenn es völlig ausgeblutet und verarmt ist. Leider bleiben noch immer genug Millionen übrig, um die Militärfaschisten mit roter Fahne in Luxus und Überfluss leben und in der Welt herumreisen zu lassen. Sie nehmen sich alles, auch selbst wenn das Volk auf der Strasse verhungert. Es gibt nur einen Weg, dieses Pack los zu werden. Und der ist weder friedlich noch gewaltlos.

  6. 6
    claudia

    mal schauen was der 2. februar bringt! grossdemo wurde andekündet – maduro muss raus!!

    • 6.1
      der Reisende

      Claudia du klaubst an den Weihnachtsmann ?

  7. 7
    Guadeloupe

    Und wer soll nach den Linken kommen? Ist ja nicht so, dass sich die Opposition vor Chavez mit viel Ruhm bekleckert haben, eher im Gegenteil, Inflation von über 100%, Bankenkrise, Korruption und eine menschenverachtende Oligarchie, die das Land ausgebeutet hat.

    Maduro und seine Leute sind vollkommen inkompetent und haben von Wirtschaft null Ahnung, hat die Opposition aber auch nicht wirklich. Was wollen die denn machen, wenn sie an der Macht kommen, wie auch immer das zu Stande kommt? Subventionen für die Armen kürzen? Werden sie nicht lange überlegen, der Ölpreis wird mittelfristig auf Grund der sich abschwächenden Weltwirtschaft gen Süden bewegen, was die Probleme in Venezuela nur verschärft, da 90% der Devisen über das Öl kommen. Die Inflation kann nicht durch eine regidere Geldpolitik beigekommen werden, da ihr sonst die Wirtschaft wie in Griechenland abwürgt.

    Venezuela braucht tiefgreifende Strukturreformen, um das Land wirtschaftlich erst mal wieder fit zu machen, dann ein neues politisches und gesellschaftliches Umfeld, sowie eine Geldreform. Die Privatisierung von natürlichen Monopolen wird die Opposition vermutlich vorantreiben, nur werden sie da gnadenlos wie die USA und England dran scheitern, also ich seh nicht wirklich viel Hoffnung für Venezuela die Wahl zwischen Post und Cholera ist nicht wirklich eine Wahl.

    • 7.1
      Martin Bauer

      Dass die Opposition nicht viel taug, wissen wir. Doch das ist eher nebensächlich, denn die Opposition unterwirft sich demokratischen Spielregeln, freiheitlichen Prinzipien und wahrt die Menschenrechte, während die PSVUV Bande dergleichen mit Füssen tritt und abschafft.

      Die Aussage „…Inflation von über 100%,…“ (unter der Regierung vor Chávez) ist nun wirklich weit an der Realität vorbei und macht Ihren Kommentar nicht gerade überzeugend.

      • 7.1.1
        claudia

        genau so ist es….inflation in den letzten jahren wahr immer um die 20%!! ich denke auch das problem mit dem dollar währe nicht mehr so gross…warum? die opposition will den dollar erlauben als zweitwährung so wie in tunesien, dass heisst man kann wieder selbständig im ausland einkaufen!! grund der hohen inflation: sie bekamen zu wenig dollar für den import und mussten dollar schwarz wechseln und der umtausch war bis zu 12x teurer!!

    • 7.2
      Herbert Merkelbach

      So gänzlich bin ich mit dem Inhalt Ihres Kommentares nicht einverstanden. Erstens, auch in Venezuela gibt es Wirtschaftsexperten, Ökonomen, die das Land in wirtschaftlicher Hinsicht führen können. Gänzlich dämlich sind nicht alle Venezolaner. Zweitens, Kapitalismus muss nicht grundsätzlich heißen, dass alle Menschen ausgebeutet werden. Ich vermeide den Ausdruck Kapitalismus und begnüge mich mit dem Terminus „frei Marktwirtschaft“. Auch innerhalb der Marktwirtschaft gibt es verschiedene Strömungen, teilweise gelenkt durch die jeweiligen Regierungen. M. M. nach ist die Wirtschaft der USA doch meilenweit davon entfernt, dem der Bundesrepublik Deutschland zu entsprechen. Doch beide kann man als Marktwirtschaften bezeichnen.
      Was Venezuela anbetrifft, so haben die 15 Jahre Chavismus a) die industrielle Basis des Landes ausgelöscht b) die Unternehmer als Teufel hingestellt c) eine Devisenkontrolle im Jahre 2003 eingeführt, an der das Land in den wirtschaftlichen Ruin getrieben wird. Chávez wusste, dass das Land mit seiner Wirtschaftspolitik kapitalmäßig ausblutet.
      Erforderlich ist die Sicherstellung von privatem Eigentum, unternehmerischer Vielfalt, freier Devisenverkehr. Rückkehr zur Marktwirtschaft und offen gesagt, dies wird auch wieder in Venezuela der Fall sein. Nichts unter der Sonne auf dieser Erde ist von Bestand und die jetzige Wirtschaftspolitik dieser Clique WIRD zwangsläufig im Moratorium enden. Die besten Beispiele sind die ungeheuren Auslandsschulden, die sich angehäuft haben und die man nicht fristgemäß bezahlen kann. UND es wird nicht besser.
      Rückbesinnung auf eine Marktwirtschaft heißt nicht gleichzeitig Ausbeutung der Arbeitnehmer. Eine Regierung offen für sie kann Regeln verordnen, in denen sie sich bewegt. Dafür gibt es genug Beispiele an Ländern in dieser Welt.
      Was sich in Venezuela abspielt, ist ein marxistisch-leninistisches Wirtschaftsmodell, dass vor nicht langer Zeit gescheitert war. Solange sich die jetzige Regierung Venezuelas auf diesem Weg bewegt, das Ergebnis wird ein totales wirtschaftliches Fiasko sein.

      • 7.2.1
        Guadeloupe

        Kapitalismus (Privatheit der Wirtschaftsgüter) hat wie Sie schon gesagt haben, nicht zwangsläufig etwas mit Ausbeutung zu tun, da stimme ich ihnen zu, aber empirisch belegt ist, dass in allen kapitalistischen Ländern die Menschen ausgebeutet werden und eine kleine Oberschicht den gesamten Reichtum anhäuft. Wenn es aber nicht am Kapitalismus liegt woran, liegt es dann? Manche gehen davon aus, dass es in der Gier des Menschens selbst liegt, ich tendiere eher zur ökonomischen Erklärung über die Geldschöpfung und die Folgen eines exponentiellen Wachstums durch den Zins und Zinseszins. Wenn es sich herausstellt, dass die Schlussfolgerung über unser Geldsystem richtig ist, dann ist es egal, wer an der Macht ist, da bei gleichbleibenden Geldsystem, gleiche Probleme auftauchen.

        Was bringt es also Ökonomen zu haben, die in ihrer Ideologie gefangen sind, bzw. vom derzeitigen System abhängig sind? Sie werden nichts ändern und es wird sich solange nichts ändern, bis die Menschen anfangen, den Problemen auf den Grund zu gehen. Wenn das aber noch nicht ein mal in Europa passiert, wie soll es dann in Lateinamerika passieren, wo ich die Bildungsmöglichkeiten eher schlechter einschätze, verglichen mit den Europäern.

      • 7.2.2
        Martin Bauer

        „Manche gehen davon aus, dass es in der Gier des Menschen selbst liegt,“
        Genau das ist es. Egal in welchem politischen oder wirtschaftlichen System, die Menschen wurden und werden immer ausgebeutet.

        Es stellt sich die Frage, welches System den Menschen, bzw. einer bestimmten Gruppe, das ungehemmte Ausleben ihrer Gier zum Schaden anderer ermöglicht und welches es in Grenzen hält. Die Probleme begannen mit dem Wandel der Lebensform vom Jäger und Sammler zu Ackerbau und Vorratswirtschaft. Es gab plötzlich mehr Besitz und mehr persönliches „Eigentum“, als man nomadisierend mit sich führen konnte. Und es gab plötzlich Grundbesitzer, die andere auf ihrem Land arbeiten liessen und Müller, welche die Früchte der mühsamen Arbeit anderer weiterverarbeiteten und dabei stinkreich wurden. Das sind sie heute noch (s. Cargill, ADM, Bunge etc.). Händler und Geldverleiher folgten, Makler und Gewerkschafter… Die Formen des Abschöpfens der Arbeitskraft anderer wurden immer bequemer und effizienter. Und die mit Abstand unverschämteste Variante des skrupellosen Ausbeuters, welcher die Menschen durch seine grenzenlose Gier am schnellsten und nachhaltigsten in Massenarmut treibt, ist der Kommunist.

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