Mord auf der Isla de Magarita: Unfähigkeit des Regimes in Venezuela offensichtlich

venezuela

Datum: 08. Februar 2014
Uhrzeit: 10:13 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 17 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Am Freitag (7.) ist auf der zu Venezuela gehörenden Karibikinsel Isla de Magarita der 76-jährige deutsche Tourist Horst Goldhahn erschossen worden. Bei einem Raubüberfall in der Nähe der „Academia de Fútbol Diego Arámbula“ (Sector San Lorenzo im Verwaltungsbezirk Maneiro) erhielt er mehrere Schüsse in Bein, Brust und Lendebereich. Goldhahn ist bereits der dritte ausländische Tourist, der in den letzten sieben Monaten auf der einst bei Ausländern beliebten Ferieninsel ermordet wurden.

Nach letzten Informationen kam das Opfer am Freitagmorgen (7.) mit einem Kreuzfahrtschiff im Hafen von El Guamache (Verwaltungsbezirk Tubores) an und nahm an einem Landgang auf der Isla teil. Goldhahn besuchte das Einkaufszentrum Sambil und wurde von zwei Männern auf dem Motorrad abgefangen. Mehrere Augenzeugen berichteten, dass die Täter versuchten, ihr Opfer auszurauben. Der Tourist wehrte sich und versuchte vor den Räubern zu flüchten. Dabei wurde er laut Meldungen der staatlich nicht kontrollierten/manipulierten Presse mit mehreren Schüssen niedergestreckt und seiner Habseligkeiten beraubt. Nach dem Mord flüchteten die Täter unerkannt.

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Im September 2013 wurde bereits der 59-jährige niederländische Staatsbürger Robert Sterenburg ermordet. Er hatte Widerstand geleistet, als eine Gruppe von drei bewaffneten Männern auf seinem Boot “Mary Eliza” auftauchten und ihn ausrauben wollte. Nach der Bluttat flüchteten die Räuber unerkannt. Nach Einlieferung in die Notaufnahme des Krankenhauses Luis Ortega (Porlamar) war der Mann bereits ohne Vitalfunktionen. Laut Angaben seiner Lebensgefährtin hatte das Paar mit seinem Schiff mindestens 54 Länder besucht – ohne dass ihnen je etwas passiert war.

Im Juli hatte sich der Kolumbianer Alberto Guaca Morales geweigert, mehreren Räubern seine Habseligkeiten zu übergeben. Diese schossen ihm in den Hals, raubten ihr tödlich verwundetes Opfer aus und flüchteten unerkannt. Seit Beginn dieses Jahres wurden zudem mindestens acht Einheimische auf der Isla ermordet.

Die ausufernde Kriminalität belegt das Versagen des linksgerichteten Regimes. Venezuelas regierender Ex-Busfahrer und immer mehr zum Diktator abdriftendes Staatsoberhaupt macht unter anderem „gewaltverherrlichende“ Telenovelas für die Misere verantwortlich und will den letzten in privater Hand verbliebenen Medien verbieten, über Gewalt im Land zu berichten. „Sie werden mich Diktator nennen – aber es ist mir egal. Ich werde strenge Regeln gegen diese Sensationslust erlassen, die sich von Blut und Tod ernährt“, gab Maduro am Freitag bekannt. Mehrere Angehörige von Studentengruppen, die landesweit seit Tagen gegen die Unsicherheit im Land demonstrierten, wurden vom Geheimdienst verhaftet und abgeführt.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Der Bettler

    Wehrlose Opfer erschießen das können sie,aber diesen Armleuchter von Präsidenten endlich mal den Garaus zu machen,sind sie zu feige.Dieses Land mit dieser Regierung ist nur mehr ein Alptraum.

    • 1.1
      annaconda

      Warum sollten sie den Maduro erschiessen,der ist doch ihr Vater.15 Jahre Gehirnwaesche,keine Erziehung,keine Vermittlung von Moral gepaart mit einer aussichtslosen Zukunft,gewaltsame Reden,welche Raub und Verbrechen rechtfertigen,was will man da erwarten?Der heutigen Jugend wird keine Alternative angeboten ein wuerdevolles Leben zu fuehren,keine Ausbildung,kein Beruf,keine Arbeit.Ausserdem sind diese jugendlichen Verbrecher ja auch diejenigen,welche helfen bei Wahltagen oder Protestveranstaltungen,die „Revolution“ zu verteidigen und Terror unter der Bevoelkerung schueren.Die sind gesponsert und toleriert von der illegalen Regierung.

  2. 2
    claudia

    DER STURZ DES REGIMES BEGINNT!!!

    • 2.1
      Bono

      Hoffendlich!!!

    • 2.2
      Marco Calde

      ?? Habe ich etwas verpasst? Was ist denn heute anders als vor 4 odrr 6 Monaten?

      • 2.2.1
        claudia

        ich nehme an du lebst in deutschland, ansonsten wüsstest du was im moment abgeht!!

      • 2.2.2
        MarcoCalde

        ja, deshalb frage ich ja auch nach. Normalerweise bin ich durch meine Freunde/innen nicht schlecht informiert, aber das es so eine Art Umbruchstimmung geben soll, ist mir ehrlich gesagt neu.

      • 2.2.3
        Mango

        Lies hier, dann verpasst du nichts……. http://dolartoday.com/

      • 2.2.4
        MarcoCalde

        Danke! Mittlerweile weiß ich auch worauf sich claudia bezog, dass hatte ich auch mitbekommen. Ich dachte das nur in dem Moment. Im Prinzip halte ich das aber für kleine Aufstände, die bei weitem nicht ausreichen um irgendetwas zu verändern.

        Im News Feed meines Facebook Accs, wird das auch kaum diskutiert.

        Ach, weil du mir gerade den DolarToday Link geschickt hast. Hat jmd eine Ahnung, wie der erhoben wird? Das ist ja kein offizieller Wechselkurs.

    • 2.3
      Martin Bauer

      Mit allem Respekt, Claudia, Ihren Kommentaren entnehme ich noch so viel liebenswerten Optimismus und Hoffnung… Das erinnert mich an meine ersten Jahren in Venezuela. Wenn man hier verheiratet ist und mit Venezolanern lebt, nicht von ihnen abgeschottet, wie manche hier residierende Ausländer, nimmt man natürlich Anteil und wird zum Teil des Ganzen. Doch der Blick für die Realität sollte sich nach einer Weile wieder einstellen. Von allen Ausländern, die von sich behaupten, am wenigsten Verständnis für die Venezolaner zu haben, sind die meisten bereits seit Jahrzehnten im Land. Auch sie kamen einmal mit rosa Brille auf der Nase. Mit der Zeit wird die Kette der Enttäuschungen immer länger und man zuckt nur noch spöttisch mit dem Achseln, wenn eine Wendung zum Besseren oder gar Widerstand angekündigt wird, weil die Erfahrung lehrt, alles hier ist halbherzig und ohne Konsequenz. Selbstdisziplin, Zielstrebigkeit, Ausdauer zum Erreichen eines Zieles sind Tugenden, die hier Kindern nicht beigebracht werden, denn auch den Erwachsenen sind sie fremd. Deshalb, und nur deshalb, klappt hier noch nicht mal die Installation einer kommunistischen Diktatur; Vorgänge, die in Asien 2 Jahre dauerten und in Deutschland 4 Monate.

      • 2.3.1
        joe

        kann nur 100% zustimmen. Sehr weise und leider wahr.

  3. 3
    claudia

    ja ich bin voller hoffnung, ist ja nicht das erste mal, dass es einen push gibt. der letzte in den 50er jahre war erfolgreich….ich glaube sie haben jetzt wirklich die nase voll, da sie ihre familie nicht mehr richtig ernähren können. viele chavisten haben maduro den rücken gekehrt und das ist schon mal ein guter start….wir werden es sehen in ein paar monaten, ja ich glaube fest daran!

    • 3.1
      alexandro

      Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. bei mir ist sie, im Bezug auf die venezulanische Bevölkerung. leider schon lange gestorben. Der Schafwascher kann den grössten Schafscheiss erzählen, ein großteil der Bevölkerung wird im trotzdem hinterher laufen. Einen neuen Putsch wird es wohl erst geben wenn der Spritpreis gezwungenermasen erhöht werden muss

  4. 4
    que chevere

    Tolles Foto, wer kotzen möchte, einfach noch mal anschauen…

  5. 5
    hugo

    auch ohne maduro wird sich hier nicht ändern.
    keine bildung, kriminel, kurupt, völlig von sich überzeugt,gewissenlos,und meist besoffen so kennen wir die menschen im land.
    wir leben hier und werden diese land verlassen

  6. 6
    Gast.

    Normal bin ich gegen Gen-Technische-Versuche hätte man das nicht erst an Schafen
    ausprobieren können aber nein sie nehmen Venezolaner.
    So viel menschlicher Abschaum egal ob Malandros,Polizei,Militär,Staatsangestellte,nur mit einem
    Ziel wie fi… ich den anderen ohne zu arbeiten habe ich noch nirgend wo gesehen.

  7. 7
    Felix

    ich bin Deutscher und lebe hier seit 15 Jahren. Wahrscheinleich habe ich das Glueck, es mit wirklich bemerkenswerten Venezolanern zutun zu haben ??

    Sowohl kenne ich die Politik in Caracas, die korrupten Polizisten, Militaer, Kriminalpolizei und Justiz, als auch Menschen, die in ihrer Freundlichkeit und Leichtigkeit nicht zu uebertreffen sind.

    Vieles, was meine Vorredner geschrieben haben, trifft zu. Die Bildung in den oeffentlichen Schulen ist miserabel. Die Lehrer haben teilweise keine echte Ausbildung, sondern das, was sie gehoert und gelesen haben. Das Niveau also hat einen Ground zero Standard. Mein bester Freund, ein Chavista, hoch intelligent und gebildet, hat offensichtlich vergessen, die Blindenbinde umzulegen, damit man „gewarnt“ ist :-)) Er will einfach nicht wahr haben, dass das Land mit dieser „unsozialen“ Politik den River runter geht. Hoert sich jeden Morgen, wenn ich mit ihm zum Tennisplatz fahre, Radio Nacional und deren staendig sich wiederholenden Parolen an.

    Ich koennte heulen !! Nueva Patria?? Revolucinarios ? Sehe keine. Es fehlen die laeppischsten Nahrungsmittel. Milch, Speiseoel, Mehl, Toilettenpapier und viele Dinge mehr. Woran das liegt, weiss ich natuerlich. Fall es euch interessiert, erzaehl ich es euch ? :-))

    Bin davon ueberzeugt, Babies werden schon korrupt geboren. hihi. anders kann ich mir die Situationen nicht erklaeren.

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