Lateinamerika: Pazifik-Allianz konsolidiert Freihandelspolitik

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Gründungsmitglieder der Pazifik-Allianz (Foto: Prensa ADP)
Datum: 10. Februar 2014
Uhrzeit: 09:49 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Am 6. Juni 2012 haben die Präsidenten der vier lateinamerikanischen Länder Chile (Sebastián Piñera), Kolumbien (Juan Manuel Santos), Mexiko (Felipe Calderón) und Peru (Ollanta Humala) in der Atacama-Wüste im Norden Chiles ein neues Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Die „Pazifik-Allianz“ (Alianza del Pacífico) kreiert den größten Markt in Lateinamerika mit mehr als 200 Millionen Menschen, über einem Drittel des BIP und mehr als 50 Prozent des regionalen Außenhandels. Darüber hinaus verbindet das Bündnis vier der im Moment dynamischsten Volkswirtschaften der Region, mit einem durchschnittlichen Wachstum von je 7 Prozent pro Jahr. Während des VIII. Gipfeltreffens des Bündnisses werden die Präsidenten der Gründungsstaaten am Montag (10.) in der kolumbianischen Stadt Cartagena ein Handelsprotokoll unterzeichnen, das die Zölle auf 92% ihrer Handelsprodukte beseitigen wird.

Die restlichen 8% entfallen vor allem auf landwirtschaftliche Produkte wie Kaffee, Mais, Weizen, Bananen und Bohnen. Der Handel zwischen den vier Gründungsmitgliedern der Allianz ist noch gering. Im Jahr 2012 belief er sich auf 21,119 Milliarden US- Dollar (Exporte) und auf 22,193 Milliarden Dollar bei den Importen. Das Volumen entspricht damit nur knapp 4% des Warenaustausches mit dem Rest der Welt.

Die Mitglieder erwarten durch die Unterzeichnung des Protokolls einen erheblichen Anstieg des Handelsvolumens innerhalb der Gruppe. Kolumbien geht beispielsweise von einem weiteren Wachstum des BIP von 0,7%, plus einem Anstieg von 1,4% der Investitionen und 0,9% der Exporte aus. Zusätzlich werden mindestens 44.000 Arbeitsplätze neu geschaffen. Die von den Staats-und Regierungschefs unterzeichneten Protokolle enthalten unter anderem 17 Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Beseitigung der internen Visa, Arbeitskräftemobilität und gemeinsame Förderung von Auslandsinvestitionen und Tourismus-Angebote.

Es ist offensichtlich, dass vier Mitglieder des Bündnisses eine liberalere Wirtschaftspolitik als die meisten anderen lateinamerikanischen Staaten verfolgen und unter anderem Freihandelsabkommen mit den USA und der Europäischen Union unterzeichnet haben. Bereits kurz nach ihrer Gründung hatte die Allianz dem lahmenden “Gemeinsamen Markt Südamerikas” (Mercosur) den Rang abgelaufen. Auf den Treffen von Mercosur, Alba und Unasur werden meist stundenlange Phrasen gehalten, Bolívar sowie Chávez als Vorbilder gepriesen. Auf den Gipfeltreffen wird stets Einigkeit gepredigt – auch wenn man politisch weit auseinander liegt. Die “Alianza del Pacífico” bildet eine neue Wachstumsachse im Westen Lateinamerikas und lockt mit ihrer ungebremsten Dynamik andere interessierte Staaten an.

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  1. 1
    VE-GE

    Ganz genau so ist es und so laeuft es….caramba !

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