Proteste in Venezuela: Regime chancenlos gegen das Internet

manipulation

Datum: 14. Februar 2014
Uhrzeit: 17:04 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Das venezolanische Regime hat wie alle linksgerichteten Regierungen in Lateinamerika seine liebe Mühe mit der Meinungs- und Pressefreiheit. Präsident Maduro würde am liebsten alle privaten Medien im Land verbieten und die Bevölkerung des südamerikanischen Landes weiterhin für dumm verkaufen. Obwohl während der gewalttätigen Proteste gegen demonstrierende Studenten das Sendesignal ausländischer Nachrichtensender blockiert wurde, ist das Internetzeitalter auch in Venezuela angekommen.

Präsident Maduro, der den Karibik-Kommunismus seines Vorgängers nahtlos fortsetzt, hatte keine Chance gegen das weltweite Netzwerk. Gerade nach den vom Regime getätigten Blockaden suchen immer mehr Menschen in Venezuela nach Alternativen im Internet und teilen ihre Informationen mit anderen Nutzern. „Hier ist der Link zu @ NTN24 Internet“, gab ein Benutzer auf seinem Twitter-Account kurz nach der Blockade des kolumbianischen Fernsehesenders bekannt. Ebenfalls wurden Links zu von der Regierung nicht manipulierten Webseiten und verschiedenen Online-Kanälen gepostet.

Teilnehmer an den Demonstrationen stellten pausenlos Fotos von den gewalttätigen Auseinandersetzungen ins Netz, das Regime war machtlos und konnte seine Taten trotz Diebstahl von Kameraausrüstungen internationaler Journalisten nicht vertuschen. Das Aufheulen aus dem Miraflores und auf Seiten linker/kommunistisch angehauchter Amateurblogger belegt nur die Hilflosigkeit gegenüber den modernen Medien. Wie gewohnt wurde den ausländischen Nachrichtenagenturen eine „Verzerrung“ der Wahrheit vorgeworfen, alle Welt soll sich gegen die ewig Gestrigen verschworen haben. Maduro hätte allerdings gewarnt sein müssen.

In einem medienwirksamen Auftritt hatte Venezuelas verstorbener Präsident und Gaddafi-Freund Hugo Chávez im August 2011 behauptet, dass “Wilde Horden” die Botschaft seines Landes in Tripolis geplündert hätten. “Unser Botschafter Afif Tajeldine bestätigte, dass unsere Botschaft in Tripolis angegriffen und vollständig ausgeplündert wurde,” so der Entrüstete. Chávez merkte an, dass die Plünderer dabei von NATO-Kräften unterstützt worden sein könnten. “Sie haben alles geraubt, sogar die Fahrzeuge. Es ist nichts mehr da”.

Die global tätige Presseagentur „AFP“ konnte Fotos von der angeblich verwüsteten Botschaft in Libyen vorlegen, die weder ausgeraubt noch geplündert wurde. Folgerichtig wurde die Behauptung des bolivarischen Führers als Lüge und Unsinn bezeichnet. Dieser gab anschließend auch klein bei und hielt einfach den Mund.

Wie im Bruderstaat Kuba ist das venezolanische Internet langsam und teuer. Die Gründe dafür dürften wie auf der Kommunisteninsel auf der Hand liegen. Das erdölreichste Land liegt mit 1,5 Megabyte pro Sekunde auf Platz 120 der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit und damit hinter Ländern wie den USA, Kanada, Mexiko, Ecuador, Chile, Kolumbien und Brasilien.

Selbst bei der Blockade von Internetseiten ist die Regierung allerdings hoffnungslos überfordert. Dies ist nicht verwunderlich, können doch selbst die Techniker der staatlichen PDVSA ihre Anlagen nicht ordnungsgemäß warten. Zahlreiche in der Vergangenheit blockierte Seiten waren bereits kurz nach dem Abschalten wieder erreichbar, Maduro und seine Handlänger dürften vor Wut schäumen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Martin Bauer

    1,5 Megabyte pro Sekunde…?
    Wir haben Transferraten von 2-75 KB/sec für Upload und 20-200 KB/sec für Download. Und das ist schon ein stinkteurer Tarif für Firmen.

    • 1.1
      Caramba

      Ich habe von solchen Anschlüssen schon gehört :-) …..das schnellste was ich selber erlebt habe waren ca 0,7MBit/s in einer Marina in Puerto la Cruz.
      Und ich würde die Situation nicht leichtfertig einschätzen – die Jungs vom Regime mögen vielleicht nicht effektiv filtern können, aber abschalten nach aussen können sie es schon. Die wenigen privaten Betreiber, die unabhängige Netzknoten haben, wären sicherlich schnell als Feinde der Revolution besetzt und ebenfalls abgeschaltet. Gleiches gilt für die Funk Netzwerke….Dann braucht es schon ein Iridium Phone um noch zu senden, und die sind ätzend langsam – mit Videos geht da nix.
      Die Frage ist, ob sie soweit gehen würden/werden. Denn dann ist es mit allem demokratischen Anschein endgültig aus – dann geben sie nordkoreanische Verhältnisse zu.
      Saludos

  2. 2
    Herbert Merkelbach

    Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich habe 50000 kbit/s und noch nicht einmal das Schnellste geordett.

    • 2.1
      Martin Bauer

      Beneidenswert! Cantv liefert bei uns nicht mehr. Und der Digitel USB-Stick ist fast gänzlich unbrauchbar.

      • 2.1.1
        Caramba

        Ab 2015 rüstet Iridium die Satlliten um – dann gehen 1-1,5MBit/s über´s Sat-Phone. Zu horrenden Preisen allerdings……momentan sind wir bei ca 1USD/min bei 128kBit/s. Plus das 700-Euro-Telefon.
        Trotzdem manchmal praktisch……
        Saludos
        dd

    • 2.2
      Caramba

      @Herbert Merkelbach
      Sie reden von D, oder? Für VE ist das ja fast ein Drittel der CANTV Kapazität…..lol
      Hier in D müssen Sie dafür aber auch günstig wohnen – auf dem Land siehts nicht so toll aus, da ist mit real 2,5MBit/s (versprochen 4) oft das Ende der Fahnenstange erreicht. Und Projekte privater Firmen, die da Glasfaser hinlegen wollen, scheitern oft am Recht auf die letzte Meile der Telekom.
      In der Stadt gehts bis zu 100MBit/s, das stimmt – und mit traumhaften Pings dazu. Da kann man über VDSL nur lachen……
      Saludos
      dd

      • 2.2.1
        Herbert Merkelbach

        Natürlich über D, allerdings auch in der Großstadt. Anschluss über Kabel. Angebote des Anbieters BIS 150000 kbit/s. 50000 reichen mir zu € 23,- pro Monat (inkl. MWSt). Für meine Bedürfnisse ausreichend. In ländlichen Gebieten sieht es anders aus, allerdings, abhängig vom Anbieter und ländlich im Großstadtbereich. Alles sehr unterschiedlich.

  3. 3
    Miguel

    kbits mbits hin oder her. Sorry der Artikel ist nichts weiter als Stammtischgeschwätz unterster Schublade

    • 3.1
      Herbert Merkelbach

      Wenn Sie das so sagen, lotiolentus, bestimmt, homo iactans, dann muss es wohl stimmen.

    • 3.2
      Caramba

      Lol, den Lotiolentus musste ich nachschlagen…..kann mich nicht erinnern, dass ein solcher im de bello gallico drangewesen wäre. Wo haben Sie den denn ausgegraben?!?

      • 3.2.1
        Herbert Merkelbach

        Müsste ich Ihnen einscannten und per e-mail zusenden. Die web-site: lateinschueler.de
        Nach Besuch der web-site, in der damaligen Form nicht mehr existent.
        Möchten Sie?

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